Gesellschaft

Mord an Mafiapate Aslan Ussojan in Moskau

Artikel veröffentlicht am 18. Januar 2013
Artikel veröffentlicht am 18. Januar 2013
Der Mord an einem yezidischen Moskauer Mafiaboss, der ursprünglich aus Georgien stammt, macht die Runde in der russischen Hauptstadt. Auch den Kreml habe aufgrund des Todes des 75-jährigen „Ded Hassan“ (Opa Hassan), wie man Ussojan auch nannte, ein Schauer durchfahren, kommentiert ein spanischer Moskau-Korrespondent.

Pourquoi les mafieux sont-ils toujours gras ?Manchmal versucht das Leben die Kunst nachzuahmen. Es war fast wie in einem Jason Bourne-Film oder einem Online-Spiel wie Mafia Wars. Die Ermordung von Aslan Ussojan mitten auf der Powarskaja-Straße hat sich wie ein Lauffeuer herumgesprochen. Seit der Sowjet-Ära und der Übergangsphase Anfang der 1990er Jahre hatte es keine so medienwirksamen Auftragsmorde gegeben.

Bis die Neuigkeit vom Tod des Mafiabosses am 16. Januar die Runde machte, war es in Moskau zwischen den Köpfen der verschiedenen Banden und den Autoritäten ziemlich ruhig geworden. Nur einige Gewaltdelikte haben zu kleinen Headlines geführt, wobei das Militär – also summa summarum die Polizei – in der Berichterstattung meistens glorifiziert wurden. Ussojan war bereits einem Attentat 2010 entkommen.

Der am hellerlichten Tag ausgeführte Auftragsmord wirft neue Fragen rund um die kriminelle Solnzewskaja Organisation auf, deren Kopf Ussojan war. Das Machtvakuum, das er hinterlässt, könnte Grund für neue Auseinandersetzungen zwischen den Mafiabanden sein. Die Identität des Scharfschützen ist bisher unbekannt. Auch Ussojans Leibwächter konnten ihren Julius Cäsar nicht schützen. Wie in der römischen Legende hat auch Ded Hassan seinen Mörder nicht zu Gesicht bekommen. 

Illustrationen: Teaserbild (cc)Marc Veraart; Im Text (cc)angel_kulikov/flickr