Gesellschaft

'Meru': die Alternative zu 'Second Life'

Artikel veröffentlicht am 5. Dezember 2007
Artikel veröffentlicht am 5. Dezember 2007
Im Moment hat die Webseite Second Life samt Avataren und Linden-Dollars noch das Monopol unter den virtuellen Welten. Aber das könnte sich bald ändern. Denn das noch geheime Projekt 'Meru' will Second Life in Zukunft Konkurrenz machen.

"Aufgrund zu vieler Logins, kann Second Life seine Mitglieder zunehmend nicht mehr verwalten. Zudem gibt es Datenschutzprobleme: man kann ziemlich leicht Gespräche Anderer belauschen und normalerweise untersagte Online-Bereiche betreten. Aber dank des neuen Projekts, an dem wir gerade arbeiten, werden solche Probleme bald nur noch Erinnerung sein!"

Das mysteriöse Projekt hat der 27-jährige Ukrainer Vladelen Koltun ausgetüftelt. Seit 3 Jahren unterrichtet er an der Elite-Universität Stanford in Kalifornien: ein mythischer Ort für den Liebhaber neuester Technologien. Hier haben beispielsweise die Gründer von Google und Youtube den Vorlesungen gelauscht.

Der zukünftige Second Life-Klon soll auf den Namen 'Meru' getauft werden. In der buddhistisch-hinduistischen Philosophie bedeutet Meru 'das Rückgrat' der Welt: Koltuns Initiative soll dementsprechend eine neue, sichere und stabilere Online-Plattform werden als Second Life. Die Programmierungsarbeiten, die sowohl von der National Science Foundation als auch von der Alfred P. Sloan Foundation gefördert werden, haben im Januar 2007 begonnen. Ein neunköpfiges, internationales Team bestehend aus Indern, Chinesen und Amerikanern wurde für die Koordinierung des Projektes ausgewählt.

Projektleiter Koltun gibt zu, dass er sich manchmal "sowjetisch und weniger als Ukrainer fühlt. Aber wenn ich mich für eine Bezeichnung entscheiden müsste, würde ich sagen 'Ich bin Europäer'", erklärt er. Vielleicht wollte Koltun auch im Rahmen der eigenen Identitätssuche diesen "alternativen Raum" namens Meru erschaffen. "Was sich der dem Konzept einer virtuellen Realität am meisten nähert, sind Videospiele, in denen man die Welt verändern kann", sagt er.

Die reale Welt interessiert Koltun nur periphär: "Am Anfang war Internet noch nicht, was es heute ist. Ich habe meine ersten Projekte hier in Stanford dank 'Arpanet' starten können", ein universitäres Netzwerk, das es fast seit der Geburtsstunde des Internet gibt. Und dann begann Koltuns eigene 'Sucess Story'. 2008 geht seine erste Meru-Version offiziell an den Start.