Gesellschaft

Map of the week: Frauen hinter der Kamera

Artikel veröffentlicht am 9. März 2016
Artikel veröffentlicht am 9. März 2016

Beim Wort Kino muss man sofort an rote Teppiche, Cocktailkleider und Hollywood-Filmdiven denken. Doch wie viele Frauen arbeiten eigentlich hinter der Kamera? Nicht viele. Die 7. Kunst wird eindeutig von männlichen Filmemachern dominiert. Hier kommt ein Überblick über die Situation in zehn europäischen Ländern. 

Zwischen 2003 und 2012 wurden insgesamt 9072 Filme gedreht. In 1592 Filmen haben Frauen mitgespielt, Regie geführt haben sie lediglich in 1479 Streifen. Laut einer Studie, die von der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle in Auftrag gegeben wurde, ist die Zahl der weiblichen Regisseurinnen in den letzten zehn Jahren um 35,7% gestiegen. Dieses Resultat hört sich positiv an, ist aber immer noch nicht zufriedenstellend, wenn man die Zahlen mit den Ergebnissen der männlichen Kollegen abgleicht. 51 Jahre würde es bei gleich bleibendem Zuwachs an weiblichen Filmemacherinnen dauern, bis hinter der Kamera endlich völlige Geschlechterparität herrscht.

In der Top Ten der 50 erfolgreichsten Filme, die zwischen 2003 und 2012 die meisten Zuschauer in die Kinos gelockt haben, tauchen ausschließlich Filme von männlichen Regisseuren auf. Erst an 13. Stelle steht der Film „Bridget Jones – Am Rande des Wahnsinns“ von Beeban Kidron, gefolgt von Skyfall (2012) und den drei letzten Harry Potter-Filmen. 

Die Studie zeigt, dass Frankreich im europaweiten Vergleich das Ranking mit insgesamt 300 Filmen von weiblichen Regisseurinnen anführt. Danach kommt Deutschland mit 150 Filmen. In Italien, Großbritannien und Spanien sinkt die Zahl auf etwa 100 Streifen. Die nordeuropäischen Länder, die in Sachen Gleichberechtigung meistens eine Vorreiterrolle übernehmen, hinken in der 7. Kunst hinterher: Die Filmemacherinnen aus den Niederlanden, Dänemark, Schweden und Norwegen haben zwischen 2003 und 2012 jeweils weniger als 60 Filme abgedreht.

Quelle: European Audiovision Observatory.