Gesellschaft

Małgorzata Tracz: Fossilen Brennstoffen den Garaus machen

Artikel veröffentlicht am 11. Dezember 2015
Artikel veröffentlicht am 11. Dezember 2015

Malgorzata ist Vizepräsidentin der polnischen Grünen. Die frischgebackene Politikerin hofft, dass Polen auf der Cop21 nicht wieder als 'Brennstoffsünder des Tages' betitelt wird.

Małgorzata Tracz ist eine junge Aktivistin, die in Polen besonders für ihr soziales Engagement und ihren Einsatz für Umweltthemen bekannt ist. Sie wurde in Bolesławiec, im Osten des Landes, geboren. Später zog sie nach Wrowlaw, wo sie Literatur und Internationale Beziehungen studierte. Doch schon während des Studiums entwickelte die Polin ein ausgeprägtes Umweltbewusstsein.

Małgorzata is schon seit langem überzeugte Vegetarierin. Sie hat mehrere soziale Projekte auf die Beine gestellt. So zum Beispiel den Verein Trampolina oder Zielona Trasa Śródmiejska [Urbane grüne Straße; A.d.R.] in Wroclaw. Seit Juni 2015 ist sie nun außerdem Vizepräsidentin der polnischen Grünen (Partia Zieloni), die in Polen Teil der vereinigten Linken sind.

Als solche setzt sie sich vehement für einen Sinneswandel im Transportwesen der Metropolen ein. Es war u.a. ihre Initiative, welche die Debatte rund um ein neues Zugnetzwerk in Wroclaw neu belebte. Auch in altbackene Bauauflagen will sie mit so genannten "grünen Klauseln" frischen Wind bringen, die Bauleiter und Architekten zum Umdenken bringen. Dazu gehören bekannte Ansätze wie Solarenergie, aber auch neue Lösungen zur Optimisierung des thermischen Energieausgleichs der Gebäude.

Doch die junge Grünen-Politikerin macht hier noch längst nicht Halt: sie setzt sich auch für Energieeffizienz aus erneuerbaren Quellen wie Windenergie ein, die Atomenergie und das Fracking sukzessive ersetzen sollen.

Grüne Innovation nach Plan

Wenn es um die Entwicklung neuer Energien geht, sagt Małgorzata Tracz klipp und klar - die Kohle muss weg. Sie ist sich sicher, dass es dafür eines genauen Zeitplans bedarf, der den Wandel von fossilen Brennstoffen zu grüneren Energien so smooth wie möglich gestaltet, damit die Bewohner keine Engpässe in puncto Energie haben.

Im Rahmen der Aktivitäten der polnischen Grünen unterstützt Małgorzata die Energieinitiativen der sogenannten "pro-sumers" [diejenigen, die sowohl Produzenten als auch Konsumenten von Energie sind; A.d.R.]. Basierend auf der Idee von personalisiertem Zugang zu Energieressourcen würde diese Idee viele neue Kleinstunternehmen und wirtschaftliche Unabhängigkeit bringen.

Frankreich schlage sich zur Weltklimakonferenz Cop21 gar nicht mal so schlecht, findet Małgorzata. "Ich honoriere Frankreichs Entschlossenheit und Engagement und hoffe, dass der französische Vorsitz mehr Länder zu einem ambitionierteren Kompromiss bewegen kann, besonders in Bezug auf die Reduzierung der Treibhausgase. Ich hoffe auch, dass Frankreich es hinbekommt, reiche Geberländer dazu zu bringen, Entwicklungsländern besser unter die Arme zu greifen, damit die 100 Millionen Dollar zusammenkommen, die zum Ausbau neuer Energieressourcen notwendig sind." Und ein anderer Wunsch bleibt: "Dass das Land, trotz der skeptischen Haltung der frisch gewählten konservativen PiS-Partei in Polen zum Thema Umweltverschmutzung, seinen Tribut zollt und nicht wie 2013 wieder mal den 'Brennstoffsünder des Jahres'-Titel erhält.

Auch der Global Climate March (weltweiter Klimamarsch) vom 29. November findet Resonanz in Polen. "Wir wollen hier in Wrowlaw bald ein ähnliches Event auf die Beine stellen", hofft Małgorzata

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Dieses Porträt ist Teil unseres cafébabel-Projekts #21faces im Rahmen der Weltklimakonferenz COP21 in Paris.