Gesellschaft

Kopftuch auf dem Mars: Mach dich (B)logger!

Artikel veröffentlicht am 28. Februar 2008
Im Magazin veröffentlicht
Artikel veröffentlicht am 28. Februar 2008
Sonnenanbeter in Tallinn, Zoff um ein Stück Stoff in der Türkei und Politikratestunde mit McCain: Entdecke die Babelblogs.

Estnische Sonnenanbeter

Katri sitzt mit einer Kerze bewaffnet im schummrigen Licht ihres Zimmers in Tallinn. Gemeinsam mit einer Freundin wartet sie verzweifelt auf Schnee. Doch auch den gibt es hier nicht - trotz eisiger Kälte. Bleibt nur Kapuze auf und Sterne zählen, in die Sauna gehen, in Südeuropa Winterschlaf halten und von Sonne träumen oder ab auf die Sonnenbank.

Tallinn: Heißkalt im Winter (Fotos: brain farts/flickr; Meredith Farmer/flickr)

Wer dank Erasmusaustausch oder Winterurlaub zufälliger Weise in die heikle Situation kommen sollte, mitten im Winter einen Moment in der estnischen Hauptstadt zu verbringen, sollte sich vorher warm anziehen - ganz warm. Babelblogger Giovanni zeigt auf einem Video, wie man sich auch anderweitig 'warme Gedanken' in einem der eisigsten Länder Europas machen kann.

©Cafebabel-Tallinn

Wirft die Türkei das Tuch?

Um Kopfbedeckungen, wenn auch aus einer völlig anderen Motivation heraus, geht es auch in der Türkei, wo das Parlament das Kopftuchverbot an Universitäten gekippt hat, erklärt Common-man-in-Europe auf seinem Blog Islamineuropa. Aus der Ferne scheint dem deutschen Blogger die "Debatte um das Stück Stoff einigermaßen verwunderlich". Denn lange habe das Verbot türkische Frauen von den Universitäten ferngehalten. Common-man sieht die Aufhebung demnach als Befreiung, kritisiert allerdings Erdogans heuchlerische Vermittlerrolle in der Sache. "Wir müssen endlich zugeben, dass es eine Schande war, Kopftuch tragenden Frauen zu verbieten, die Universität zu besuchen", sagt auch Özcan Tikit auf dem Istanbul-Blog. Er vergleicht die Diskriminierung mit dem rassistisch weißen Amerika, das Anfang des letzten Jahrhunderts Farbigen das Betreten öffentlicher Plätze und Sitzplätze in Bussen neben Weißen verbot. Deutsch-türkisches Fazit: ein richtiger Schritt in die demokratische Zukunft der Türkei.

Sarkogalaktika

(Foto: B Tal/flickr)

Die französische und europäische Zukunft indessen liege laut Filipaisimo und seinem Blog lumiereylaoscuridad auf dem Planeten Mars: dahin wolle Supersarko nämlich demnächst mehr Astronauten schicken, so seine Raumfahrtstrategie der Zukunft! Wahrscheinlich wird er sich - da er Anderen gern vorauseilt - in einem hübschen Blingbling-Raumschiff gleich selbst in die Galaxie befördern, schätzt der Autor. Großes Kino? Nicht wirklich: zu seiner Enttäuschung ist Sarkozy nicht der erste Präsident, den es in andere Galaxien zieht; das hatten in amerikanischen Kinoproduktionen schon viele Kollegen vorgemacht. Dafür würden Sarkos 'Antennen' hier unten aber umso besser funktioniern, bemerkt Filipaisimo.

Kaczynskis US-Wahlen-Albtraum

Kleiner Lapsus? Macht doch nichts... (Foto McCain 1973: Library of Congress/flickr)

Ebenso außerirdisch erscheinen die leicht verschwommenen Erinnerungen des republikanischen Wahlkämpfers John McCain, der den russischen 'Puppenspieler' Putin in einem kürzlich aufgetauchten Video als den Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland ausrief. Peinlicher Lapsus… Für Blogger Kaczynski gibt es drei mögliche Horrorszenarien für den Ausgang der Präsidentschaftswahlen: Eins, zwei oder drei - letzte Chance vorbei! Huckabee for president wäre eine davon: zumindest hat der Republikaner einzigartige Grübchen, wie ein nicht unbekannter Kommentator des Posts feststellt!

(Foto: Kopftuch; ©elenhouston/flickr)