Gesellschaft

Junk Food Junkies

Artikel veröffentlicht am 16. Oktober 2009
Artikel veröffentlicht am 16. Oktober 2009
Unser Taillenumfang erdrückt uns und der Kampf gegen die Fettsucht stellt eine der größten Herausforderungen des noch jungen Jahrhunderts dar. Möglicherweise schuld daran ist das Fast Food.

Die Weltgesundheitsorganisation hat es gezeigt: Das Leben in der Europäischen Union gleicht mehr und mehr dem Großen Fressen. Fast 14% aller Erwachsenen in Europa sind fettleibig. Ihnen kommen 6% aller gesundheitlichen Aufwendungen zu Gute. Offensichtlich schuld daran ist der Hang zu Junk Food. Kalorienreich und kaum nahrhaft, handelt es sich meistens um Produkte schlechter Qualität, die mitunter industriell und mit dem ein oder anderen chemischen Geschmacksverstärker hergestellt werden. Den Rest tut der Zucker. Die Lebensmittelindustrie verwendet Unmengen an Zucker, um beispielsweise den Geschmack von Chicken-Nuggets zu verbessern. Mit 24% der englischen Bevölkerung, die an Fettleibigkeit leiden, gehören die Briten, dicht gefolgt von den Maltesern, zu den dicksten Europäern. 'One moment on the lips - forever on the hips'. Dennoch finden sich kaum Artikel zum Thema Gesundheit und Ernährung in den Zeitschriften.

Prousts Colaflaschen

Junk Food - so die englische Bezeichnung - steht für Anti-Küche und wird in der Regel schnell und ‚zwischendurch‘ verschlungen, mit den Fingern oder vor der Glotze. Dem gegenüber steht das gesellige Essen, das mit Liebe zubereitet und mit der Familie oder Freunden zu sich genommen wird. Junk Food ist der kulinarische Schrecken der postmodernen Gesellschaft auf einem Teller. Europäer, die zunehmend weniger Zeit in der Küche verbringen und den schnellen Snack im Restaurant vorziehen, nehmen im Durchschnitt 50 Kilo Zucker jährlich zu sich, die sich sofort als Fettpölsterchen bemerkbar machen. Damit gehen ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlafstörungen und eine Lebenserwartung, die bis 2050 um fünf Jahre gesunken sein wird, einher.

Im Junk Food steckt außerdem der Junkie. Das ist kein Zufall, denn Zucker ist eine Substanz, die süchtig macht. Die heutigen Mittdreißiger in Europa, die ihren Kindern eigentlich Grundlegendes zur Ernährung beibringen sollen, sind außerdem mit Tiefkühlkost und industriell hergestelltem Kuchen aufgewachsen - eine Folge der willkommen geheißenen Emanzipation der Frau. Für sie sind Prousts Madeleines [ein französisches Rührkuchen-Gebäck, dem der Autor Seiten seines Romans Auf der Suche nach der verlorenen Zeit gewidmet hat; A.d.R.] die Colaflaschen von Haribo.

Ein Apfel am Tag hält den Doktor fern

Ziel Nummer eins sollte es sein, Kinder und Jugendliche zu schützen, die Fettleibigkeit riskieren oder bereits unter ihr leiden. Nach dem schwedischen und norwegischen Vorbild - ihren Kollegen in Europa wie immer 25 Jahre voraus - haben Irland und Großbritannien im April 2007 die Fernsehwerbung für zuckerhaltige Getränke und „Futtersünden“ in sämtlichen Formen während der Kinderprogramme verboten. Frankreich, Lettland und Großbritannien haben Pommes Frites und Bonbonspender aus Schulkantinen verbannt. Am weitesten ist aber Lettland gegangen. Das Verbot des baltischen Staates stützt sich nicht auf die Beschaffenheit der Nahrung (fettig und/oder gesüßt), sondern auf deren Zusammensetzung (Farbstoffe, Zusatzmittel, Konservierungsstoffe) stützt.

Das Ziel Nummer zwei lautet: die Medienschlacht gewinnen. In Frankreich muss seit 2007 auf allen Werbeflächen für Lebensmittel ein Vermerk auftauchen, der dazu rät, es mit dem Essen nicht zu übertreiben und mehr Sport zu treiben. In Großbritannien berichten zehn Organisationen wie die British Heart Foundation regelmäßig über die Gefahren von Fett und die Notwendigkeit keine Werbung für zu fetthaltige Produkte zu machen. Zielgruppe ist dabei sowohl die Bevölkerung als auch die Regierung, aber vor allem die Jugend.

Das Fazit lautet somit: Schlechte Ernährung kann tödlich sein. Zu wissen, wie man sich gut und richtig ernährt zeigt sofortige Wirkung auf die Linie und die Gesundheit. Aber zugegeben, das folgende Rezept ist nach dem Joggen und einem Teller grüner Bohnen unwiderstehlich…

« Blob délicieux » aus Marshmallows

Zutaten

- 10 Marshmallows

- ein Päckchen Butterkekse

- 200g schwarze Schokolade

- 100g Butter

- 1 Ei

Schokolade und Butter im Wasserbad zergehen lassen. Das geschmolzene Gemisch schnell mit einer Gabel schlagen, sodass die Schokolade glatt wird. Vom Feuer nehmen, das ganze Ei hineinschlagen und schnell verrühren. Mit den Händen die Kekse in kleine Stückchen brechen. Die Marshmallows vierteln. In einer großen Schüssel die geschmolzene Schokolade, die Kekse und die Marshmallows vermengen. Das Gemisch auf ein Stück Alufolie geben, der man jede beliebe Form geben kann. Den Rand hochfalten und das Ganze für ca. 6 Stunden in den Kühlschrank stellen. Dann die Alufolie entfernen und den Kuchen In Kokosraspeln rollen. Fertig!

Vielen Dank an meinen Freund Mitch für dieses Rezept.