Gesellschaft

Jack Buckby: Das frische Gesicht der britischen Rechten

Artikel veröffentlicht am 20. Februar 2014
Artikel veröffentlicht am 20. Februar 2014

Jack Buck­by ist ge­ra­de ein­mal 21 Jahre und schon der auf­stre­ben­de Held der ex­tre­men Rech­ten in Groß­bri­tan­ni­en. Der wort­ge­wand­te Po­li­ti­ker wurde so­wohl von Lin­ken als auch von Rech­ten ver­folgt und be­droht. Bevor er rausflog, lief er mit Bodyguard über den Campus. Nun kan­di­diert er für einen Sitz im Eu­ro­pa-Par­la­ment. Dabei ist er gegen die EU und Immigration.

Kon­tro­ver­se" Ideen zu dis­ku­tie­ren ist er­gie­big, sie zu un­ter­drü­cken un­de­mo­kra­tisch, eine Be­lei­di­gung des Kri­tik­ver­mö­gens der Leser. Jack Buck­by spricht sich gegen Einwanderung aus. Café Babel hat mit ihm darüber gesprochen.

Cafébabel: Was ist Kul­tu­ra­lis­mus?

Jack Buck­by:  Kul­tu­ra­lis­mus ist die An­sicht, dass na­tio­na­le Iden­ti­tä­ten be­wahrt wer­den soll­ten. Es geht darum, Kul­tu­ren zu er­lau­ben, sich so zu ent­wi­ckeln, wie es ihre ei­ge­nen Mitglieder wol­len. Kulturalismus ist besagt, dass nicht alle Na­tio­nen un­be­dingt gleich sind. Man­che Ja­pa­ner mögen uns als un­ter­le­gen an­se­hen, man­che Bri­ten mögen ei­ni­ge Deut­sche als un­ter­le­gen an­se­hen, aber wir alle haben ein An­recht auf un­se­re ei­ge­ne na­tio­na­le Kul­tur. Uns soll­te es er­laubt sein, Kultur zu schüt­zen. Wir soll­ten nicht als Ras­sis­ten be­zeich­net wer­den, wenn wir dies an­stre­ben.

CB: Was sind die Ge­dan­ken deiner Partei der Li­ber­ty GB zur Ein­wan­de­rung?

JB: Einwanderung ist seit Jah­ren außer Kon­trol­le ge­ra­ten, und für den Au­gen­blick soll­ten wir sie kom­plett stop­pen. Wir wür­den ein Fünf­jah­res­ver­bot ein­rich­ten, so­dass ab­so­lut nie­mand mehr ein­wan­dern könn­te. Nach die­sen fünf Jah­ren wer­den wir sehen wie sich die Si­tua­ti­on dar­stellt.

CB: Warum den­ken Sie, dass die Im­mi­gra­ti­on außer Kon­trol­le ge­ra­ten ist?

JB: Zu­nächst ein­mal ist dort das Pro­blem der Res­sour­cen - wir sind über­völ­kert. Aber es läuft auch auf die Frage nach der na­tio­na­len Iden­ti­tät her­aus. Tauscht man das Volk einer Na­ti­on aus, dann er­setzt man gleich­zeitg auch die Kul­tur. 

CB: Wie wäre es mit einer ge­mein­schaft­li­chen Ko­exis­tenz?

JB: Nun, es wäre ein ab­so­lu­ter Traum, wenn man Seite an Seite mit­ein­an­der klar käme. Aber das pas­siert ein­fach nicht. Es hat sich her­aus­ge­stellt, dass Mul­ti­kul­tu­ra­li­smus schlicht­weg nicht funk­tio­niert.

CB: Was sind Ihre Ge­dan­ken zur Mul­ti­kul­tu­ralismus?

JB: Mul­ti­kul­tu­ra­li­smus wirkt er­drü­ckend auf die Gast­kul­tur. Man ist fast über­all au­ßer­halb des Wes­tens kul­tur­ori­en­tiert. Warum ge­hört Asien den Asia­ten, Afri­ka den Afri­ka­nern, aber Eng­land ist ein „Mel­ting Pot für Je­der­mann"? Das ist ein Witz. Die Idee, dass Mul­ti­kul­tu­ra­li­smus Di­ver­si­tät er­mög­licht, ist lä­cher­lich. In dem Mo­ment, in dem man damit be­ginnt, ver­schie­de­ne Kul­tu­ren miteinander zu vermischen, schmä­lert man die kul­tu­rel­le und eth­ni­sche Di­ver­si­tät, indem man jeden gleich macht. 

CB: Löst Im­mi­gra­ti­on nicht das de­mo­gra­phi­sche Pro­blem einer al­tern­den Be­völ­ke­rung?

JB: Wir haben tat­säch­lich eine al­tern­de Be­völ­ke­rung, aber Ein­wan­de­rer wer­den ge­nau­so älter. Man muss die Men­schen dazu brin­gen, sich in ihrem Zu­hau­se wohl zu füh­len, so­dass es keinen 'White Flight' mehr gibt und den­ken „viel­leicht ist es gar nicht rich­tig ein Kind in die­sem öko­no­mi­schen und so­zia­len Durch­ein­an­der zur Welt zu brin­gen". 

CB: Kön­nen Sie der Ein­wan­de­rung über­haupt einen Nut­zen ab­ge­win­nen?

JB: Wenn wir zu einem ge­ge­be­nen Zeit­punkt Nu­kle­ar­wis­sen­schaft­ler aus Japan oder In­ge­nieu­re aus Deutsch­land brau­chen, dann ist das för­der­lich. Aber mo­men­tan, da wir 2,32 Mil­lio­nen Ar­beits­lo­se habe, sehe ich kei­nen Grund dafür, dass wir wei­te­re un­ge­lern­te Ar­bei­ter bräuch­ten.

CB: Kön­nen Sie mir von Be­schimp­fun­gen oder Ge­wält­tä­tig­kei­ten er­zäh­len, die Sie auf­grund Ihrer Grund­sät­ze er­fah­ren haben?

JB: Letz­tes Jahr wurde ich von der Uni ge­schmis­sen, weil ich über die Pro­ble­me des Is­lams und des Mul­ti­kul­tu­ra­li­smus ge­spro­chen habe. Einer un­se­rer Do­zen­ten war ein Mos­lem, der ver­such­te den Mord an Lee Rigby zu rech­fer­ti­gen. Ich habe ge­hört, dass an­de­re Stu­den­ten Se­mi­na­re über Mul­ti­kul­tu­ra­lis­mus­ be­su­chen und ihnen er­zählt wird „Gleich­stel­lung und Di­ver­si­tät sind die Regel. Ak­zep­tiert diese Werte, oder geht." Aber die an­de­re Seite die­ses Ar­gu­ments wird nicht un­ter­rich­tet. So lange dies wei­ter­geht, wer­den Leute wie ich „Fa­schist" ge­nannt wer­den, auch wenn ich in Wirk­lich­keit mit Si­cher­heit kein Fa­schist bin. 

Glück­li­cher­wei­se gab es noch keine Ge­walt gegen mich persönlich - die Linke scheint eher zu bel­len als zu bei­ßen. Aber in Li­ver­pool erhielt ich meh­re­re Mord­dro­hun­gen. Auf dem Cam­pus ver­such­ten Men­schen mich zu at­ta­ckie­ren. Es ging so weit, dass ich auf dem Cam­pus tat­säch­lich einen Bo­dy­guard brauch­te.

CB: Wür­den Sie je­mals mus­li­mi­sche Freun­de haben?

JB: Nein. Die Leute, die be­haup­ten sie wären fried­lich und mo­derat, ste­hen dem, was ihre Re­li­gi­on ihnen ei­gent­lich, sagt gleich­gül­tig ge­gen­über. Oder sie prak­ti­zie­ren Taqiya, was wir „Lügen" nen­nen.

CB: Könn­ten Sie mir etwas über Ihre Er­fah­rung in der Bri­tish Na­tio­nal Party er­zäh­len?

JB: Als ich zu­erst mit ihnen in Kon­takt kam, war ich sehr jung. Naiv dach­te ich: „Sie haben sich ge­än­dert, sie un­ter­stüt­zen die De­bat­te rund um Im­mi­gra­ti­on und ich schlie­ße mich ihnen an." Als ich bei­trat, merk­ten die Leute schnell, dass ich in­tel­li­gent und di­rekt bin und ich wurde gleich ein paar Pos­itionen hoch­ge­stuft. Ich stand in re­gel­mä­ßi­gen Kon­takt mit Nick Grif­fin. Durch die­sen Kon­takt und das Auf­ein­an­der­tref­fen mit anderen Spit­zen­män­nern rea­li­sier­te ich, dass die ganze Idee, die sie mo­der­ni­siert hat­ten, eine to­ta­le Farce war, eine Lüge- sie waren noch immer an­ti­se­mi­tisch und sie waren noch immer Ras­sen­has­ser.

Ich ver­such­te den Kul­tu­ra­lis­mus vor­an­zu­trei­ben. Auf der Kon­fe­renz der Al­li­an­ce of Eu­ro­pean Na­tio­nal Mo­ve­ments hielt ich eine Rede und ich sagte ihnen: „Hört auf über Rasse zu spre­chen, redet über die Kul­tur selbst." Schaut man sich das Viedo an, hört man jeden la­chen. Zu­nächst tat ich dies mit einem La­chen ab, aber ich dach­te: „Mist, das ist etwas merk­wür­dig." Dananch bekam ich Dro­hun­gen von Mit­glie­dern der BNP und sogar der Na­tio­nal Front, die mich „Jude, Zio­nist, Re­gie­rungs­be­auf­trag­ter" nann­ten. Aus deren Sicht war ich von der Re­gie­rung dafür be­zahlt wor­den, den Na­tio­na­lis­mus zu in­fil­trie­ren und sie dumm da­ste­hen zu las­sen. Ganz ehr­lich, es wurde lä­cher­lich. Die Tat­sa­che, dass sie so­zia­lis­tisch sind, ließ mich schließlich austreten. 

CB: Las­sen Sie uns über ihre Kam­pagme für die Kan­di­da­tur für das Eu­ro­pa Par­la­ment spre­chen. Wie sähe Eu­ro­pa in Ihrer Vi­si­on aus?

JB: Nun, die EU würde nicht existieren.

CB: Wür­den Sie mit an­de­ren rech­ten Par­tei­en aus an­de­ren Län­dern zu­sam­men­ar­bei­ten? Sagen wir der Front Na­tio­nal aus Frank­reich, oder der PVV von Gert Wil­ders aus den Nie­der­lan­den?

JB: Si­cher­lich mit Gert Wil­ders - wir haben Kon­tak­te zur PVV. Sie sind eine sehr gute Par­tei. Wahr­schein­lich mit der FN. Wir wür­den mit den meis­ten Par­tei­en zu­sam­men­ar­bei­ten, die gegen den Dschihad sind, so­lan­ge sie keine Fa­schis­ten oder Neo­na­zis sind.

CB: Ma­chen Sie sich Sor­gen, dass Ihre Kam­pa­gne bis­her nur £500 ein­ge­nom­men hat?

JB: Unser Spen­den­sys­tem hat ein paar tech­ni­sche Schwie­rig­kei­ten, aber wir haben mit Si­cher­heit viel mehr ge­sam­melt.

CB: Was hal­ten Sie von der me­dia­len Dar­stel­lung der Rech­ten?

JB: Alle ge­bil­deten, in­tel­li­gen­ten Men­schen, die ich je­mals ge­trof­fen habe, ver­tre­ten die Po­si­ti­on der Rech­ten. Den­noch möch­ten die Me­di­en, dass man denkt, wir alle seien Skin­heads mit tä­to­wier­ten Ha­ken­kreu­zen auf unseren Armen. 

DIE­SER AR­TI­KEL erscheint im dos­sier Im­mi­gra­ti­on.

eine ab­schrift des in­ter­views wird bald hier er­schei­nen.