Gesellschaft

Hör mal, wer da spricht

Artikel veröffentlicht am 23. Mai 2007
Artikel veröffentlicht am 23. Mai 2007

„Gaston, das Telefon klingelt und nie nimmt jemand ab...“ – das sang Nino Ferre, ein bekannter französischer Sänger, in den 60er Jahren. In Zentral- und Westeuropa blieb zu der Zeit der Besitz einer Festnetznummer für viele Menschen nur ein Traum. Einige mussten sogar an die 20 Jahre warten bis sie in den Genuss eines telefonischen Plausches in den eigenen vier Wänden kamen.

Heute ist das Telefon einer der wichtigsten Kommunikationsmittel, das Gespräche überall erlaubt: auf der Straße, im Bus und (leider) für viele Abhängige auch im Kino.

So unterschiedlich die Telefonklingeltöne sind, so verschieden ist die Weise, wie Europäer am Telefon antworten. Ruft man aus geschäftlichen Gründen bei Institutionen oder Firmen an, so hört man unabhängig vom Land dieselbe Meldeformel: Vor- und Nachname des Angerufenen und den Firmennamen. Ganz anders gestaltet sich die Sache bei Privatgesprächen.

Am höflichsten scheinen Deutsche zu sein, die sich am Telefon mit Vor- und Nachname melden, so dass man immer sicher sein kann, niemals den Gesprächpartner zu verwechseln.

Franzosen mit ihrem oui, allo oder Polen mit tak sucham („ja, ich höre“), fallen etwas kühler aus, obwohl sie dem Gegenüber ihr Interesse am Zuhören bezeugen.

Als die größten Pragmatiker entpuppen sich Italiener, die mit pronto („bereit”) ihre Anrufe entgegen nehmen. Der Brauch stammt noch aus den Zeiten, in denen Gespräche durch Telefonistinnen verbunden wurden. Ruft man bei einem Spanier an, so muss man bereit sein, wenn man diche („sprich“) hört.