Gesellschaft

High-Cost-Sommer? Low-Cost-Ferien!

Artikel veröffentlicht am 25. August 2010
Artikel veröffentlicht am 25. August 2010
Monatelang schaut man nach, immer wieder… und sucht dabei den günstigsten Flug für das Urlaubsziel im August! Aber wohl oder übel schaut man jeden Monat auch auf dem Kontoauszug nach: die Einnahmen sind immer die gleichen, die Ausgaben nehmen immer zu!
Und schwupp, ist der Sommer schon da: Es scheint als würden die Preise eine Metamorphose durchmachen, ein natürliches Aufquellen, dem sich der Normaltourist geschlagen geben muss. Der einzige Ausweg, um nicht zu Hause bleiben zu müssen, ist der Low-Cost-Urlaub!

Alles beginnt mit der Urlaubsplanung: Man geht in ein Reisebüro und es wird einem bewusst, dass die Angebotsschilder nur Lug und Trug sind! Und dann? Man kann sich der Mode des krisengeschüttelten Europas anschließen und sich für staycation, also für Urlaub auf Balkonien, entscheiden, ohne es groß bei den Nachbarn anzukündigen. Oder man kann sich für die Urlaubsalternative à la Into the wild (günstig am Anfang, aber wehe man behält das Ende des Roadtrips nicht im Auge!) oder aber… man entscheidet sich für die do-it-yourself-Variante!

Vor einiger Zeit noch machte sich eine bekannte Werbung für Urlaubsressorts über die do-it-yourself Methode lustig. Heute hingegen scheint es weltweit die häufigste Form zu sein, wenn es darum geht, eine Reise zu organisieren. Das Problem besteht darin, sich in dem Meer an Angeboten im Netz zurechtzufinden. Wo fängt man eigentlich an zu surfen? Zuerst stürzt man sich kopfüber auf die Seite der Billigfluganbieter! Und anschließend, sobald man begriffen hat, dass "low cost" nichts anderes als eine leere Phrase ist, beschließt man, sich durch den Sparfuchs-Dschungel zu schlagen!

Zum Beispiel vertraut man sein Schicksal einer Suchmaschine an: Normalerweise pickt man sich eine heraus, um den passenden Flug zu finden, der einem an das Urlaubsziel bringen soll... oder fast dorthin. Denn erst Suchmaschine Nummer 2 bringt ans tatsächliche Ziel bringt (die Flughäfen für Billiganbieter sind nämlich meistens ganz schön entlegen). Zu guter Letzt wählt man noch eine Suchmaschine fürs Hotel, von Sonderleistungen gar nicht erst zu sprechen.

Zum Glück kommt einem das Internet manchmal auch entgegen: Taufrisch (und deshalb vielleicht noch unbekannt) ist die geniale Seite von Movolo. Es handelt sich hierbei um die einzige, die einem bei Eingabe seiner Adresse und jener des Urlaubsziels die Anreise sucht und dabei die bestmöglichen Lösungen vorschlägt. Revolutionär dabei ist, dass man nicht mehr selbst auf der Suche nach allen Verkehrsmitteln durchs Internet surfen muss, die einem zum gewünschten Urlaubsort bringen.

Normalerweise muss man nämlich alleine, mit einer großen Portion Geduld gewappnet, die Preisunterschiede zwischen den einzelnen Anbietern vergleichen und etwa einen Low-Cost-Flug mit einem „traditionellen“ kombinieren, um Geld zu sparen und nicht die Hälfte der Ferien auf einen Anschluss wartend auf dem Flughafen zu verbringen. Movolo führt noch eine andere große Neuheit ein: Low-Cost, traditionelle Flüge, Zug, Bus, Mietauto, Fähre… und irgendwann einmal vielleicht auch Fahrräder und Roller zum Ausleihen, wer weiß.

Wenn man einmal das Ticket gebucht hat, beginnt ein weiteres Abenteuer. Wenn man plant, sich bei seiner Anreise vor Ort eine Unterkunft zu suchen, wird einem schnell bewusst, dass aus einer Maus schnell Elefanten werden können: Man muss telefonieren, weil die Annonce einen bestimmten Preis ankündigte, man sieht sich die Wohnung an, aber auf magische Weise ist der Preis plötzlich in die Höhe geschossen! Das Touristenmenü sah einen Preis vor, aber – wer weiß wieso – hat man vergessen einem mitzuteilen, dass die nicht gerade billigen Getränke und das Gedeck nicht im Preis inbegriffen waren.

Damit noch nicht genug: Ist das diesjährige Urlaubsziel eine Großstadt, kann man den zahlreichen Straßenkünstlern nicht aus dem Weg gehen… einige davon sind so gut, dass man nicht anders kann, als sie wenigstens mit einer Münze zu zu „sponsern“, die zufällig aus dem Portemonnaie gefischt wird, und erst wenn man den Wert umgerechnet hat, wird einem bewusst, dass die Münzen ein paar Euro entsprechen. Wenn man sich an einem Abend mal den Luxus eines Taxis leistet, muss man eine große Portion Geduld tanken und den Preis bevor man ins Fahrzeug steigt verhandeln: In vielen Städten, etwa in Prag oder Rom haben Taxifahrer den Ruf, wahre „Touristenjäger“ zu sein. Das Geld fliegt also regelrecht aus den Taschen des Touristen und nur selten nimmt es dabei den Low-Cost-Weg!

Aber trotz allem sagt man sich nach einer langen Verschnaufpause: Diesen Urlaub hat man sich verdient! Man klickt auf „Kauf bestätigen“ und schließt dabei fast die Augen vor Angst, dass das Bankkonto bei den ganzen Miesen, in denen es innerhalb der nächsten fünf Sekunden sein wird, platzen könnte. Aber bei der Rückkehr wird man seine Entscheidung nicht bereuen, soviel ist sicher. Und ansonsten reicht es, sich die Maxime des Schriftstellers Ashleigh Brilliant in Erinnerung zu rufen: „Auf der Welt zu sein kann teuer sein, aber im Preis ist eine jährliche Reise um die Sonne inbegriffen!“

Fotos: (cc)inrsoul/flickr; (cc)sandcastlematt /flickr; (cc)f1uffster (Jeanie)/flickr; (cc)Tony Blay/flickr; (cc)Artisti per Strada/flickr