Gesellschaft

Geschichte von Charlie Hebdo im Schnelldurchlauf

Artikel veröffentlicht am 11. Januar 2015
Artikel veröffentlicht am 11. Januar 2015

Die wichtigsten Fakten zur französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo, die am 7. Januar 2015 Ziel eines Terroranschlags in Paris wurde.

Die Herausgeber, Zeichner und Journalisten von Charlie Hebdo, die am Mittwochmorgen auf brutale Weise in Paris ermordet wurden, konnten auf eine lange Zeit der Zusammenarbeit zurückblicken, die bis in die 1960er Jahre zurückreicht. Damals kamen die beiden Karikaturisten Cabu und Georges Wolinski zu dem erst kurz zuvor gegründeten Monatsmagazin Hara-Kiri, das ab 1969 wöchentlich erschien. Wenig später wurde Hara-Kiri von der französischen Regierung verboten, nachdem das Magazin sich unter dem Titel „Bal tragique à Colombey, un mort“ („Tragischer Ball in Colombey, ein Toter“) über den Tod von Charles de Gaulle lustig gemacht hatte.

Die Wochenzeitschrift wurde daraufhin umbenannt und erschien bis Dezember 1981 unter dem neuen Namen Charlie Hebdo. Im Jahr 1992 folgte dann die Wiedereröffnung des Blattes. Der Front National und die extreme Rechte waren ständige Ziele des Magazins, das vom Front National oft vor Gericht gebracht und wegen Verleumdung verurteilt wurde.

2006 rückte Charlie Hebdo erneut in den öffentlichen Fokus, weil die Satirezeitschrift die dänischen Mohammed-Karikaturen veröffentlichte.

Charakteristisch für die unehrerbietige Zeitschrift Charlie Hebdo sind die überspitzten Karikaturen, die jede Woche das Titelbild zieren und die Katholische Kirche, den Islam, den Zionismus und den Front National gleichermaßen verspottet haben. Eine Ausgabe, auf der „Der Papst tritt zurück“ getitelt wurde, zeigte Papst Benedikt in einer offenkundig homosexuellen Umarmung mit einem liebestrunkenen Schweizer Gardisten und der Bemerkung: „Endlich frei.“

Eine weitere Ausgabe trug den Titel „Sharia Hebdo“, wobei auf dem Cover die Karikatur mit der Warnung eines islamischen Geistlichen gezeigt wurde: „100 Peitschenhiebe, wenn du nicht lachend stirbst.“ Viele Ausgaben zeigen den französischen Präsidenten in heiklen Positionen.

2011 wurde ein Brandanschlag auf das Büro verübt, in dessen Folge die Redaktion an einen unauffälligeren Ort umziehen musste. Obwohl die Attentäter vom 7. Januar 2015 zunächst eine andere Hausnummer mit dem Eingang zu den Räumlichkeiten des Magazins verwechselten, waren die neue Adresse und die Anwesenheit des ständigen Bodyguards von Chefredakteur Charb (Stéphane Charbonnier) nicht genug, um die Redakteure zu schützen.