Gesellschaft

Fortschritt: Straßburg tritt in die Pedale

Artikel veröffentlicht am 28. Februar 2008
Im Magazin veröffentlicht
Artikel veröffentlicht am 28. Februar 2008
Spätestens seit der Hochgeschwindigkeitszug TGV in Straßburg Einzug gehalten hat, strebt die Stadt weiter nach Modernität, Nachhaltigkeit und Innovation.

Gare de Strasbourg - der Hauptbahnhof

Der spektakuläre Gare des Strasbourg ist ein gewaltiges Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, das von Johann Jacobsthal erbaut wurde. Heutzutage werden die historischen Mauern von einer tonnenschweren Konstruktion aus Glas und Stahl geschützt - 'versteckt' nennen es einige Reisende wehmütig.

Mit der Einweihung des neuen TGV-Est, nur zweieinhalb Stunden bis nach Paris braucht, hat sich Straßburg in eine Stadt verwandelt, die eine Hauptstadt in Europa sein möchte: jahrhundertelange Geschichte als Brücke und Achse des alten Europa in einem Mantel der Moderne, so könnte man die Stadt im Elsass beschreiben. Ist das Licht gut genug und strengt man die Augen ein wenig an, kann man sehen was sich hinter dieser eindrucksvollen Wand aus Glas verbirgt. Am Bahnhof kann man Fahrräder leihen: Rundfahrt.

Im Herzen von Europa

Der Rhein hat aus Straßburg eine der wichtigsten Städte Nordeuropas gemacht. Seit dem 12. Jahrhundert war die Stadt vom Bürgertum und Handel geprägt und hatte eine bedeutende Zollgrenze. Die wirtschaftliche Macht der Stadt machte es möglich, dass sie unter der Herrschaft der Karolinger ihre Unabhängigkeit behielt. Trotzdem wurde sie im 19. und 20. Jahrhundert zwischen Deutschland und Frankreich hin und her geschoben. Die Symbolkraft Straßburgs für die Notwendigkeit von Versöhnung und Frieden war so augenfällig, dass die Stadt 1949 als Sitz des Europarates ausgewählt wurde. Heute befindet sich in Straßburg auch der Sitz des Europäischen Parlaments, eines der größten Touristenziele der Stadt.

Schaufenster mit Blick auf das Straßburger Münster

Trotz alledem treffen sich die meisten Touristen weiterhin vor der 'einarmigen Kathedrale', dem Straßburger Münster. Die so genannte Cathédrale Notre-Dame-de-Strasbourg hat nur einen Turm, weil das Fundament einen weiteren nicht hätte tragen können. Dieses Schaufenster eines benachbarten Ladens bietet einen ganz besonderen Blick auf das Gebäude: Hochmoderne Fahrräder für Touristen vor dem Haupteingang.

Eine Frau, eine Puppe und noch mehr Fahrräder

Wenn man sich von seinem Fahrrad dorthin bringen lässt, wo keine der vielen geräuschlosen Straßenbahnen mehr hinfährt, entdeckt man einen kleinen Antik- und Flohmarkt im Viertel Petit France. Nur für Fußgänger.

Unter einer Brücke - mit Frachtschiffen und dem Museum für Moderne Kunst

In einer Legende heißt es: Derjenige, der das Pferd auf der Terrasse des Museums für Moderne und Zeitgenössische Kunst in Straßburg zeichnete, starb in einer Höhle und niemand erinnert sich mehr an ihn. Trotzdem begrüßt dieses Pferd jeden Tag die Menschen, die in den alten Frachtschiffen, die im Kanal vor Anker liegen, leben. Moderne, schwimmende Höhlen.

Mädchen auf einer Brücke und ARTE

Straßburg hat auch alte Brücken, Menschen die sich mit Pappkartons vor der Kälte schützen und charmante Viertel - bezaubernd und zu verkaufen.

Als Symbol der Avantgarde beherbergen die Studios von ARTE den einzigen Sender Europas, der sein gesamtes Programm zweisprachig ausstrahlt.

Gelände von éco-logis

Straßburg - das sind Fahrräder und Straßenbahnen, aber auch Städtebauprojekte, die kleine eigenständige, ökologische Gemeinden realisieren wollen. So wie das Projekt éco-logis, das Öko-Häuser plant, die in den nächsten Jahren in Zusammenarbeit mit dem Öko-Trendsetter Freiburg im Raum Neudorf gebaut werden sollen.