Gesellschaft

Europa enttäuscht am 'Autofreien Tag'

Artikel veröffentlicht am 26. September 2007
Artikel veröffentlicht am 26. September 2007
Zahlreiche Verkehrsstaus weltweit beweisen, dass ein autofreier Tag ohne öffentliche Kampagnen einem Trugbild gleicht.

Es den Europäern noch leichter zu machen, wäre schwierig gewesen. Er fiel auf einen Samstag, der diesjährige "Autofreie Tag". Ein Tag, an dem eigentlich weniger Bedarf besteht, das Auto aus der Garage zu holen . Außerdem schien auf fast dem gesamten Kontinent die Sonne - ideal also, um im Freien zu flanieren. Dennoch gaben Verkehrsstaus den Grundtenor des "World Day Without Cars" an. Hinsichtlich des Klimawandels verhießen die folgenden Bilder nichts Gutes:

Aufbruchsstimmung in Madrid

Samstag, 22. September 9 Uhr morgens in Madrid. Während einige Madrilenen an diesem Samstagmorgen gerade zu Bett gegangen sind, heulen bereits die ersten Motoren auf.

Frische Brötchen in Almendralejo (Extremadura)

In Spanien wird den Einwohnern ländlicher Regionen nachgesagt, dass sie sich selbst zum Brötchenholen ans Steuer setzen. Es ist 9 Uhr 30 und wir befinden uns in Almendralejo, einer Stadt mit 25.000 Einwohnern im spanischen Hinterland von Extremadura. Scheinbar hat die Jagd auf die nächste Bäckerei hier bereits begonnen.

Stevenage - Londons Gürtel

Londons Peripherie und Autobahnkreuze kollabieren täglich. An diesem Samstag um 11 Uhr 30, 60 Kilometer von London in Stoneage, beginnen sich in englischer Manier bereits die ersten Verkehrsstaus abzuzeichnen.

Nantes - Reise in das Zentrum der Staus

Die Jules Verne-Stadt kämpft ebenfalls gegen den Mittagsstau in einem der Kreisverkehre in Richtung Innenstadt.

Paris: Rund um den Triumphbogen

Es ist 15 Uhr 30, Zeit für die Siesta - in Paris jedoch Zeit für einen Einkauf an diesem sonnigen Samstag. In Paris scheint man den World Day without cars komplett zu ignorieren. Unablässig füttert der Triumphbogen die geschäfts- und touristenüberfluteten Champs-Élysées mit Autos.

Europas Rettung: Budapest

Es ist 16 Uhr 30 in Budapest. Endlich treffen wir auf eine engagierte Stadt. Eine der Hauptverkehrsadern, die Andrássy-Straße wurde für den Verkehr gesperrt. Ohne Angst über den Haufen gefahren zu werden, laufen Menschen die Straße entlang und besuchen die Informationsstände zum Thema Verkehrserziehung.

Einige Straßen weiter bahnt sich eine gigantische Fahraddtour ihren Weg durch die ungarische Hauptstadt. Mit dieser Initiative will man die Regierung - so wie jedes Jahr - zum Ausbau der Fahrradwege bewegen. 35.000 Teilnehmer schlossen sich der Fahrradtour in diesem Jahr an.

Bangkok - die Zukunft kann warten

Auch in vielen anderen Ländern weltweit begegnete man dem ‚World Day Without Cars mit Ignoranz’. In Bangkok ist es 20 Uhr: Abenddämmerung. Fast könnte man meinen, die Einwohner wöllten diese Samstagnacht in den Straßen verbringen.

An dieser Fotogalerie arbeiteten mit: Fernando Navarro, Alma López Figueira, Mª Concha Hierro del Hoyo, Judit Jarádi, Fabian Thun, Hélène Bienvenu und Tim Neale.