Gesellschaft

EU-Geburtenraten: Polens Nachwuchs macht sich rar

Artikel veröffentlicht am 22. Oktober 2015
Artikel veröffentlicht am 22. Oktober 2015

Eigentlich war Deutschland fruchtbarkeitstechnisch immer das Schlusslicht in Europa. Aber die Polen ziehen nach. Warum sich Polens Nachwuchs im Europavergleich immer rarer macht.

Die Demographie-Debatte in Europa ist ziemlich alt und ausgenudelt. Ja, böse Krise, böse Unsicherheit, blöde Zukunftsängste. Grundsätzlich werden seit Jahren mehr Kinder im Norden und wenige Kinder im Süden geboren. Aus dem 'alten Kontinent' wird zunehmend der 'alternde Kontinent'. 

Seit 2008, so die europäische Statistikbehörde Eurostat, ist die zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer um 3,7% gesunken. Die letzte Erhebung 2013 ergab, dass europaweit 1,55 Kinder auf jede Frau im gebärfähigen Alter kommen. Aus der Reihe tanzt jedoch Polen, ein Land, in dem die Geburtenrate mit 1,29 Kindern pro Frau sogar unter deutsches Niveau gesunken ist, obwohl wir mit Italien zusammen jahrelang die Schlusslichter bildeten. 

Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs kann man in Polen zu recht von einer langen wirtschaftlichen Blütezeit sprechen. Sogar während der Weltwirtschaftskrise hat sich das Land wacker geschlagen. Was hindert junge Polen also an der Familiengründung? 

Seit dem EU-Beitritt Polens 2004 sind viele, vor allem junge Polen ins Ausland abgewandert. Über 2 Millionen sollen es laut Eurostat sein. Dieser Exodus in Kombination mit einer schwachen Geburtenrate sorgt für immer zahlreichere Silberköpfe in Polen. 

Vielleicht sollten auch polnische Großmütter und -väter ihre Kinder mal auf eine Urlaubskur schicken. Dies sei laut der dänischen Werbekampagne 'Do it for Mum' (Mach's für Mama), zur Ankurbelung der Geburtenrate im Land, die beste Vorraussetzung für zahlreiche Enkelkinder.

Quelle: Eurostat 2013