Gesellschaft

Drei Worte Europa

Artikel veröffentlicht am 30. September 2008
Artikel veröffentlicht am 30. September 2008
Die Babelianer haben abgestimmt: Nur drei Worte durften sie auswählen, um IHR Europa zu definieren.

Ist die Europäische Union in den nationalen Medien zu Gast, ist oft pessimistische Stimmung an der Tagesordnung: eine dunkle Zukunft, Globalisierungsängste und Machtverlust werden heraufbeschworen. Vom europäischen Traum bis zur sozialen und wirtschaftlichen Realität eines ganzen Kontinents gibt es eine Reihe von Schwierigkeiten zu bewältigen, Verträge zu diskutieren, Wahlverfahren zu respektieren oder Debatten zu lancieren. Aber cafebabel.com hat einfach mal Lust und Laune zum Höhenflug anzusetzen. Um sich zu vergewissern, welchen Sinn unsere Motivation im Namen von Europa eigentlich hat, fragte cafebabel.com seine Leser nach drei Worten, die dieses EUtopia am besten definieren.

« Mon chez moi » - Mein zu Hause

©guesus/flickrUnter den Stimmen waren (hauptsächlich) Mädels und Jungs zwischen 19 und 30 Jahren. Viele Wörter kamen doppelt vor. Am häufigsten wurde beispielsweise das Wort 'Frieden' zitiert. Der Frieden hatte auch im Rahmen einer französischen TNS Sofres-Studie aus dem Jahr 2005 (L’Europe vue par ses habitants) einen der ersten Plätze abgestaubt - nur der 'Euro und die Reisefreiheit' sowie 'Studieren und Arbeiten im Schengenraum' konnten ihn auf den dritten Platz verweisen. Eine weitere Studie - diesmal aus dem Jahr 2006 - kommt ebenfalls zu dem Schluss, dass der Frieden das wichtigste europäische Gut sei: "Europa ist ein Stabilitätsfaktor und sorgt für Frieden und Sicherheit…", heißt es dort. Wie ein Zuhause?

« Vorwand für Veränderung »

Weitere von Babelianern häufig zitierte Worte waren unter anderem ‘Hoffnung’ und ‘Zukunft’. „Europa ist für mich ein wunderbarer Vorwand, um mich selbst in Frage zu stellen; zunächst als Mensch, der ein neues Land entdeckt, eine Sprache, Musik, eine unbekannte Person. Oder auch als Land - denn anstatt ständig gegeneinander zu argumentieren, könnten wir gemeinsam treffendere Antworten auf die Fragen unserer Zeit finden“, kommentiert ein besonders gesprächiger Babelianer seine Wahl.

« We belong together »

'Einheit' und 'Solidarität': Das trifft sich gut! Denn so lauten ebenfalls Ergebnisse einer von der EU durchgeführten Studie. "Europäische Brüderlichkeit", sagte bereits Victor Hugo. „Die positiven Begriffe Einheit und Solidarität werden oft in offiziellen Erklärungen zitiert; Harmonisierungsprozess in mehreren Sektoren, Einheitswährung als Integrationsfaktor (trotz Inflationseffekt), freier Personenverkehr besonders für neuere Mitgliedstaaten…“, zitiert die Studie.

« Tod kleiner Käsemacher »

Auch die Worte ‘Vielfalt’ und ‘Teilen‘ finden Erwähnung. In den drei Worten ‚Tod kleiner Käsemacher‘ findet allerdings das genaue Gegenteil Ausdruck - die Angst vor dem Verlust traditioneller Fähigkeiten und Werte…gastronomischer Natur beispielsweise.

« Weniger Stempel (im) Ausweis »

Doch Europa zu träumen, heißt es zu durchqueren, es auf den Kopf zu stellen, seine Grenzen zu überwinden. Folgende Worte haben in unserer kurzen Studie nur einmal Erwähnung gefunden: 'Bewegung', 'Brücken', 'reisen', 'Frühling', 'Varietät'. Und außerdem 'undefinierbar', 'Vision', 'Ideal', 'Notwendigkeit', 'Worte', 'Veränderung', 'vertiefen', 'Identität', 'Komplex' und ganz zum Ende ein Hauch von 'Ewigkeit'.