Gesellschaft

Der Meerschweinchen-Komplex

Artikel veröffentlicht am 19. Juli 2007
Artikel veröffentlicht am 19. Juli 2007
Einer überaus seriösen Studie aus dem Jahr 2005 zufolge, bevorzugen Männer nicht nur "Blondies", sondern auch Frauen mit chronischem Hirnschwund.

Codename Meerschweinchen. Lüsterner Blick und peroxydierte, wallende Lockenmähne. Das Wesen heißt entweder Jessica oder Sabrina, in jedem Fall ein Name, der auf -a endet. Sie ist äußerst knapp bekleidet, hat einen glossigen Mund, lackierte Fingernägel und kaut lasziv an ihrem Kaugummi. IQ? Fehlanzeige. Mancheiner bezeichnete sie delikat als "Schlampe", "Bitch" oder "Tussi". Hat nicht irgendwer einmal gesagt, dass man studieren und unabhängig werden soll? Dass man auch mal "Nein" sagen kann? Und all das, um sich jetzt in Konkurrenz mit Großstadtzofen zu befinden. Warum zum Himmel sind SIE es aber, die systematisch die Nächte des männlichen Geschlechts beherrschen?

Man findet sie plakatiert an Bushaltestellen, ihren Schmollmund zu einem O geformt, auf schwindelerregend hohen Stöckelschuhen und im Pantherlook durch die Gegend stolzierend. "Miss Billig" scheint alle Trümpfe in der Hand zu halten: Allzeit bereit, allzeit zur Stelle. Warum versuchen witzig zu sein, wenn man die Herzen – oder zumindest die Körper - mit knallrotem Lippenstift und einer ordentlichen Portion Makeup gewinnen kann? Warum versuchen sich intelligent zu geben, wenn es schneller und einfacher mit geöltem Dekolleté geht? Dieses Unkraut gedeiht in künstlichem Licht, in der Bäckerei. Sogar vor dem Altenheim macht es nicht halt. Der Traum der Männer ist nicht mehr die Hausfrau hinter dem Herd, sondern die Porno-Darstellerin. Muss Frau sich also eine Jahreskarte für die Sonnenbank kaufen, alles, was sie je gelesen hat vergessen und lernen, glucksend die Mähne in den Nacken zu werfen? Ja, verehrte Leserin, und nochmals ja!

Denn im Jahr 2005 haben sehr ernstzunehmende Forscher der Universitäten Bristol, Aberdeen, und Edinburgh eine aufschlussreiche Studie veröffentlicht. Sie hatten den IQ von 1000 Jungen und Mädchen im Alter von 11 Jahren gemessen und 14 Jahre später nachgeprüft, ob diese Unschuldslämmer Erfolg bei der Partnersuche hatten. Die Ergebnisse sprechen für sich. Für eine Frau sinkt die Chance in einer festen Beziehung zu leben um 40 Prozent, jedesmal wenn ihr IQ um 16 Punkte auf der IQ-Skala steigt. Das Zynische an den Resultaten ist jedoch, dass ein Mann "mit den gleichen intellektuellen Fähigkeiten eine 35 Prozent höhere Chance hat, in den Hafen der Ehe einzulaufen." Es ist also wissenschaftlich bewiesen: Die Männer bevorzugen "Dummchen". Und die, die sich als Dummchen ausgeben. Und dabei gilt wie überall: Übung macht den Meister.