Gesellschaft

Best of Babelianer 2015

Artikel veröffentlicht am 22. Dezember 2015
Artikel veröffentlicht am 22. Dezember 2015

Marine Le Pen, Angela Merkel, Mariano Rajoy. Müde, immer die gleichen Namen zu lesen? Hier kommen unsere Stars 2015.

Januar: Antonio Mazzeo (Journalist/ Italien)

Der Journalist Antonio Mazzeo hat Essays über die Konflikte im Mittelmeerraum und über Menschenrechtsverletzungen geschrieben und somit maßgeblich zum allgemeinen Informationsfluss über die Auswirkungen europäischer Flüchtlingspolitik beigetragen. Cafébabel Brüssel interviewte den Friedensaktivisten kurz nachdem auf der italienischen Insel Lampedusa, wo 2015 tausende von Flüchtlingen strandeten, militärische Operationen durchgeführt wurden, die Mazzeo streng verurteilt. 

(Hier den Artikel Stimmen aus Lampedusa: Antonio Mazzeo lesen)

Februar: Aistė Diržiūtė (Schauspielerin/ Litauen)

Aiste wurde vor 23 Jahren in einer litauischen Kleinstadt geboren. Ihre Rolle in Alanté Kavaïtés The Summer of Sangail hat ihr internationale Anerkennung verschafft und einen Platz unter den European Shooting Stars 2015 bei der Berlinale beschert. Dank cafébabel Berlin sind wir dort jedes Jahr präsent.

(Hier das Interview mit Aistė Diržiūtė [Französisch] lesen)

März: Eloïse Bouton (Autorin/ Frankreich)

Ob mit oder ohne Shirt, Eloïse Bouton und Feminismus sind untrennbar. Die 32-jährige Journalistin hatte zunächst während eines New York-Aufenthalts Autorinnen wie Simone de Beauvoir oder Kimberlé Crenshaw gelesen und war einer LGBT-Gruppe beigetreten. Zurück in Frankreich, wollte Eloïse radikaler werden und trat der internationalen Protestbewegung Femen bei. Doch die Sache ging nur ein Jahr lang gut.

(Hier unseren Artikel zu Éloïse Bouton [Englisch] lesen)

April : Elliot Lepers (Unternehmer/ Frankreich)

2015 hat Elliot Lepers sich auf neues Terrain gewagt. Der Franzose hatte vorher bereits eine Chrome-Extension programmiert, um kleinen Buchhändlern gegen den Giganten Amazon zu helfen (Amazon Killer). Daraufhin folgte eine Webseite, die sexistische Werbungen bloßstellt (Macholand). Vor wenigen Monaten kreierte Elliot dann eine App, mit der man in wenigen einfachen Schritten in 90 Tagen zum perfekten Klimaschützer werden kann. Und damit nicht genug. Sein letztes Baby? Eine Webseite, die zeigen soll, dass es politische Alternativen zum Rechtspopulismus gibt. Das dauert dann vielleicht aber länger als 90 Tage...

(Lest unser Interview mit Elliot Lepers [Französisch])

Mai: Annalisa Piras (Regisseurin/ Italien)

Ein Sturm braut sich zusammen. Die EU ist kollabiert. Nationalismus lautet die neue Devise. Die Regisseurin Annalisa Piras und der ehemalige The Economist Editor Bill Emmott haben aus diesem Material den Film The Great European Disaster Movie gedreht, ein ziemlich düsteres Szenario, das aber auch Ideen enthält, wie man ein solches Desaster verhindern könnte.

(Lest unseren Artikel zu The Great European Disaster Movie [Englisch])

Juni: Cosmo Sheldrake (Musiker/ Großbritannien)

Cosmo Sheldrake ist begeistert von Geräuschen aller Art. Auf seiner neuesten LP Pelican We gibt der Londoner Musiker Tierarten eine Stimme, die vom Aussterben bedroht sind. Zwischen Walgesängen, rauschenden Bächen und englischen Löchern treffen wir diesen komischen Vogel.

(Lest unseren Artikel zu Cosmo Sheldrake)

Juli: Andrea Giuliano (LGBT-Aktivist/Italien)

Andrea Giuliano, dieser Babelianer, der sich für Meinungsfreiheit und freie Geschlechtsidentität einsetzt, kommt ursprünglich aus Italien, lebt aber seit 8 Jahren in Budapest. Als LGBTQ-Aktivist wurde er in der Vergangenheit schon mehrfach bedroht, beleidigt und körperlich verletzt. Trotzdessen hat er Ungarn nicht den Rücken gekehrt. Er bleibt, um die Rechte von Homosexuellen in einem Land zu verteidigen, in dem der politische Konservatismus jeden Schritt nach vorne blockiert.

(Hier unseren Artikel zu Andrea Giuliano lesen.)

August: David Hyde (UN-Praktikant/Neuseeland)

Der Neuseeländer David Hyde schlief am Genfer See im Zelt, um auf unbezahlte Praktika aufmerksam zu machen. Der UN-Praktikant verfügte eigentlich nicht über die finanziellen Mittel, um das Praktikum im teuren Genf zu absolvieren. Deshalb die Idee mit dem Zelt. In den sozialen Netzwerken schlug seine Geschichte hohe Wellen. Viele junge Leute, die in der gleichen Situation stecken, dankten ihm für seinen Einsatz.

(Lest hier unseren Artikel über David Hyde nach.)

September: Sholi Loewenthal (Gründer der MyRefuge-App/Großbritannien)

Obwohl Bürger in Europa helfen, fehlt vielen Flüchtlingen immer noch ein Dach über dem Kopf in Europa. Sholi Loewenthal hat "MyRefuge" entwickelt, eine neue britische App, die Flüchtlinge mit Personen in Verbindung bringt, die ihre Wohnung mit ihnen teilen wollen. Mit einem Crowdfunding deckten die Entwickler erste Kosten. Nach nur acht Tagen war das Ziel von 1000 Pfund sogar übertroffen. 

(Hier das Interview mit Sholi Loewenthal lesen. Weitere Artikel zum Thema Flüchtlinge findet ihr in unserem Dossier #OpenEurope.)

Oktober: Max Schrems (Jura-Student und Datenschutzaktivist/Österreich)

Der 28-jährige Salzburger Max Schrems hat mit seiner Klage erreicht, dass der EuGH das Safe Harbor-Abkommen zwischen der EU und den USA kippt. Der Deal schütze personenbezogene Daten aus Europa in den USA nicht genügend vor dem Zugriff der Geheimdienste. 

(Hier das Interview mit Max Schrems lesen.)

November: César Dezfuli Rello (Spanischer Fotograf in Paris)

Der spanische Fotograf César Dezfuli war eigentlich über das Wochenende für die 19. Auflage des Foto-Events 'Paris Photo' in der französischen Hauptstadt. Nie hätte er sich träumen lassen, dass er in der Lichterstadt am Freitagabend einen seiner schlimmsten Albträume erleben würde. Hier ist, was César am besagtem Abend der Attentate und am Wochenende danach durch seine Linse gesehen hat.  

(Seine Fotogalerie hier ansehen.)

Dezember: Maria Olteanu (Anti-Fracking-Aktivistin/Rumänien)

Maria Olteanu aus Rumänien ist eines unserer #21faces für die COP21. Mehr und mehr Umweltaktivisten sind in Rumänien auf dem Vormarsch. Aber nur manche Vorkämpfer schaffen es Kräfte und Energien gegen verwirrende Kampagnen, abwesende Finanzmittel und Wirtschaftslobbies zu konzentrieren. Maria Olteanu, überzeugte und vor allem freiwillige Anti-Fracking-Aktivistin, ist eine von ihnen.

(Lest den Artikel zu Maria Olteanu und die ganze #21faces-Reihe hier nach).