Gesellschaft

Barcelona, Stadt der Einwanderer

Artikel veröffentlicht am 7. März 2007
Im Magazin veröffentlicht
Artikel veröffentlicht am 7. März 2007
Die Fotos des chilenischen Fotografen Cristóbal Schal zeugen vom Leben der Einwanderer in der Hauptstadt Kataloniens.

In den letzten fünf Jahren hat sich der Anteil der in Barcelona lebenden Immigranten von drei auf 20 Prozent erhöht. Die meisten leben in Armenvierteln wie dem Raval, das an die berühmten Flaniermeilen Ramblas grenzt.

Mitten in Raval findet man überall kleine Existenzen. Die meisten Bewohner sind Einwanderer. Ich habe mich entschieden, diejenigen Betriebe abzulichten, die tagtäglich ums Überleben kämpfen müssen

Friseur-Salons, Schlossereien, Lebensmittelgeschäfte, alte Kneipen, Metzgereien.

Hier, im Herzen Barcelonas stößt man an jeder Ecke auf diese Menschen, die sich durchschlagen müssen, auf ihre Anekdoten und Lebensgeschichten.

Überall hängen Abbilder von Göttern, die von der Geräuschkulisse des Fernsehers, dem Klang der Metallscheren, von Stimmen und Pflanzen umhüllt werden.

Der Friseur spricht fast kein Spanisch.

Man tut besser daran, ihm den gewünschten Haarschnitt in einer entsprechenden Zeitschrift zu zeigen.

Ein Mann kommt ins Geschäft, um sich frisieren zu lassen. Er sieht sich um und unterhält sich mit dem Friseur. Einige Friseur-Salons dienen als Treffpunkt. Die Menschen kommen hierher, um sich stundenlang zu unterhalten, zu rauchen und zu trinken.

Ich treffe auf einen geheimnisvollen Mann, der nicht spricht. Er wartet nur, bis er an der Reihe ist.

Später beobachte ich ihn, wie er auf den Ramblas Bier in Dosen verkauft.

Ein Gewerbe, das vielleicht von Generation zu Generation übertragen wird – Der Junge sieht seinem Vater bei der Arbeit zu und lernt.