Gesellschaft

Acts of Random Kindness Ltd: Nächstenliebe hat ihren Preis

Artikel veröffentlicht am 1. Oktober 2009
Artikel veröffentlicht am 1. Oktober 2009
„Es ist, als ob man sich das Kostüm eines Superhelden überstreift - nur, dass ihre Supermacht die Bereitschaft sein könnte, ihren Sitz im Bus aufzugeben“, sagt die Irish Times über die Gruppe, die Meetings auf Bäumen abhält. Die jungen Iren von Ark° verkaufen T-Shirts, in denen Menschen gute Taten vollbringen sollen. Einer der Gründer erklärt uns die Philosophie des Jungunternehmens.

Ich habe gerade mein Anglistik-Studium am Trinity College Dublin abgeschlossen, aber ich wollte mir keinen McJob suchen oder mich beim Arbeitsamt hinten in die Schlange stellen. Also habe ich eine Gruppe junger Leute gefunden, die etwas viel Interessanteres machten. Ark° wurde im November 2008 vom 19-jährigen Gründer und Kapitaleigner Cameron gegründet, dessen Lehrer ihm prophezeiten, dass aus ihm mal ein steifer, in rote und schwarze Zahlen vertiefter Buchhalter werden würde. Ronan, der die Aussicht auf eine Top-Karriere im irischen Außenministerium hinter sich ließ, Bridget und ich, alle 22 Jahre alt, stießen zwischen Februar und April 2009 hinzu. Wir haben die „Arbeitswelt“ hinter uns gelassen, weil wir die Welt auf kleine, aber entscheidende Art und Weise verändern möchten: Wir vollbringen wahllos gute Taten (Acts of Random Kindness - Ark°).

Die Anfänge von Ark°

©http://www.arkchangeyourworld.com/

Cameron war 18 Jahre alt, als er die Herausforderung eines Freundes annahm, jeden Tag jemandem grundlos eine Freude zu machen. Er kaufte der Person hinter ihm in der Schlange ein Eis. Daraus entwickelten sich weitere Ideen, zum Beispiel jemandem an der Tankstelle die Tankfüllung zu zahlen oder Obdachlose zum Mittagessen auszuführen. Gleichzeitig führte er einen eigenständigen Klamottenversand auf Ebay. Während einer zermürbenden Wanderung in den irischen Wicklow Mountains kam ihm die Idee, wie er beides verbinden konnte, um die Welt zu verändern. Anstatt zur Feier des Schulabschlusses Flüge in einen sonnigen Urlaubsort am Mittelmeer zu buchen, besuchte Cameron eine ethische Fabrik in China und brachte im Dezember 2008 eine Reihe von 600 selbstgestalteten Polohemden aus 100% Baumwolle heraus. Bisher hat er von der ersten Kollektion knapp 400 Stück zu je 28 Pfund (31 Euro) verkauft. Als erste große gute Tat leerte er sein Firmenkonto, um Weihnachtsgeschenke für Obdachlose zu kaufen.

Ark° ist Teil einer neuen Bewegung von Firmen, die Leuten aufzeigen, dass sie als Konsumenten einen Unterschied machen können. Die neueste T-Shirt-Kollektion startet im November 2009 und soll die Aufmerksamkeit auf eine Weihnachtskampagne richten.

Junge Unternehmer

©arkHQ.comZur Philosophie von Ark° gehört es auch, Geschäftstermine auf Bäumen abzuhalten, das Büro zugunsten des Kinos zu schwänzen und dafür zu sorgen, dass wir draußen vor Ort sind, um unsere Nächstenliebe zu verbreiten. Auf dem Electric Picnic Festival haben wir Klammern mit dem Vorschlag ausgeteilt, einer willkürlichen Person eine richtig schöne Umarmung zu geben. Das haben die Leute auch gemacht, indem sie die Klammer einem anderen armen, nichtsahnenden Festival-Besucher anhefteten, der die Umarmung dann weitergab. Bis zum Ende des Wochenendes sind aus den Klammern sogar Modeaccessoires geworden. Wir organisieren auch Projekte, die denjenigen etwas Nächstenliebe geben, die diese Hilfe ein bisschen mehr als andere gebrauchen können. Vor Kurzem haben wir einen Samstagnachmittag damit verbracht, einige alte Leute in einem örtlichen Altersheim zu unterhalten. Sie waren sich nicht sicher, was sie davon halten sollten, als wir mit neumodischen Spielen wie Connect Four und Discover Ireland ankamen. Doch nach kurzer Zeit hatten wir sie soweit, dass sie zu den Liedern auf der Gitarre mitsangen und Scharade mit uns spielten.

Ziel dieser Projekte ist es, sicherzustellen, dass wir die Botschaft, die wir zu verbreiten versuchen, auch selber leben. Außerdem zeigen wir so unseren 400 Freiwilligen aus über 25 verschiedenen Ländern, wie einfach es sein kann, jemandem den Tag zu verschönern. Ob sie ein Waisenhaus in Sambia neu streichen oder einer Familie in der irischen Wildnis von Connemara beim Torfstechen helfen - die Freiwilligen sind eine richtig starke Kraft hinter der Bewegung. Glücklicherweise - im Gegensatz zu Camerons Lehrern - glauben wir nicht an eine Welt aus schwarzen und roten Zahlen; wir vier verdienen weniger als der Durchschnitt und der Rest des Geldes wird einfach dafür benutzt, die Welt zu einem besseren Ort zu machen, ganz ohne Zusatzbedingungen. Wir haben sogar unsere ganz eigene Aktion zum Vertrag von Lissabon: Am 3. Oktober werden wir alte Plakate sammeln, sie mit unseren anderen Freiwilligen zu Blumenkästen machen und sie unseren Nachbarn geben.

Drei Tipps von Ark°-Gründer Cameron zur Gründung eines Startups

1. Dein wichtigstes Kapital ist Deine einzigartige Idee. Diese Idee in Deinem Kopf wachsen zu lassen ist aber gefährlich, wenn sie da drin bleibt. Es ist wirklich einfach, vor sich hin zu träumen und die Idee in Deinem Kopf zu lassen, damit niemand Löcher hineinpieksen kann. Frag Deine Freunde, was sie ehrlich denken. Lass ihnen genügend Freiraum, um Deine Idee offen zu kritisieren und Fehler daran zu finden. Eine Übung, die sich langfristig auszahlen wird, auch wenn es im Moment wehtut.

2. Nicht zögern. Wenn Du glaubst, dass Deine Geschäftsidee auf Dauer erfolgreich sein kann, wage den Sprung, noch während die Begeisterung anhält. Kauf Dir den Domain-Namen, beginne zu telefonieren, bestell Dir Visitenkarten. Das kostet zwar ein wenig, könnte Dir aber genügend Motivation geben, um Dich aus Deinem langweiligen Angestelltenjob zu befreien.

3. Für Werbung zu zahlen ist Geldverschwendung: Sie wird von 95% des Marktes übersehen. Nutze die Presse zu Deinem Vorteil. Schaffe eine Story, über die sich eine Berichterstattung lohnt.