Eurogeneration

Fünf Lektionen für die Erasmusstudenten von morgen

Artikel veröffentlicht am 29. März 2008
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Artikel veröffentlicht am 29. März 2008
Viele Tausend Studentinnen und Studenten aus ganz Europa sind wieder zu neuen Ufern aufgebrochen: in eine andere Stadt in einem anderen Land, wo sie ein Erasmus-Semester verbringen werden. Eurogeneration gibt ihnen – oder Euch! – ein paar Tipps mit, damit dieser Aufenhalt nicht nur erfolgreich, sondern auch unvergesslich sein wird! (So wie mein Erasmus-Jahr in Strasburg - wo wir uns die Lektionen der Firma Aubade auch nicht haben entgehen lassen.)

Erste Lektion

Integriert Euch...

In Rom nannte man sie die spanische Mafia. Gemeint waren diese Horden von Spaniern, die am Samstag Abend durch die Stadt irren und nie eine Kneipe finden, in die alle hineinpassen. Meist endete das Ganze in einem altbekannten Botellón – es gibt Tortilla und am Ende liegen alle mit vollem Bauch in der Ecke. Ich kenne mich da aus, denn ich war einmal als einziger Italiener mit einer dieser Gruppen im Rom unterwegs. Bitte, Leute, so nicht. Auch die Italiener, stolz wie sie sind auf die Fettuccine della Mamma, neigen übrigens zum Tortilla-Syndrom.

Um die Leute vor Ort kennenzulernen

sucht Euch eine Wohnung, die Ihr mit einheimischen Studenten teilt, geht zum Uni-Sport oder eben an die Uni...

Zweite Lektion

... behaltet ruhig Euren Akzent.

Integration heißt nicht: Assimilation. Ihr müsst die Landessprache nicht akzentfrei beherrschen. Übertriebene Anpassung wirkt oft sogar lächerlich. Meistens merkt man ja doch gleich, wo Ihr herkommt. Ein bisschen Exotik ist schließlich interessant. Organisiert ein Abendessen und führt den Anderen Eure heimische Küche vor. Bringt Eure Musik mit (Ihr müsst ja nicht vorsingen...). Und so weiter.

Dritte Lektion

Vorurteile sind Nachteile

Seid vorsichtig mit Stereotypen: sowohl was Eure Heimat als auch was die Stadt angeht, in der Ihr zu Gast seid. Die meisten Vorurteile lassen sich vor Ort relativieren. Und Achtung: Eine bestimmte Stadt ist nicht repräsentativ für das ganze Land – wenn Ihr in Paris seid, kennt Ihr vielleicht Paris, aber nicht gleich ganz Frankreich. In Korsika oder in den Pyrenäen sieht es anders aus. Und als Erasmus-Student ist es nochmal anders. Was für paradiesisch scheint, kann für die Einheimischen die Hölle sein. Also hütet Euch vor den üblichen Sprüchen, die Leute nach vermeintlichen Kochkünsten ('Nicht mal Pasta können sie machen') oder sehr allgemeinen Charaktereigenschaften ('Die sind alle kühl und nordisch - oder eben zu heißblütig') zu klassifizieren suchen.

Vierte Lektion

Werdet aktiv – auch außerhalb der Uni!

Du interessierst Dich für Journalismus? Vielleicht gibt es vor Ort eine Studentenzeitung, an der Du mitarbeiten kannst! Oder willst Du lieber etwas im sozialen Bereich machen? Da gibt es in jeder Stadt eine Menge Möglichkeiten, aktiv zu werden! Viele neue Bekanntschaften, die Sprachpraxis, das alles bekommt man auch auf den Erasmus-Partys. Aber hier habt Ihr die Chance, etwas Neues, Eigenes aufzubauen. Ihr wisst ja, auch cafebabel.com ist so eine Erasmus-Idee!

Fünfte Lektion

Nicht im Kopf „zu Hause“ bleiben!

Oft beginnt der Erasmus-Aufenthalt mit Heimweh. Das wird nicht besser, wenn Ihr alle zwei Monate „nach Hause“ fahrt (bald werdet Ihr nicht einmal mehr genau wissen, wo das ist), dreimal am Tag dort anruft (dabei können die Daheimgebliebenen mit Euren enthusiastischen Erzählungen wenig anfangen) und mental immer „online“ sein, anstatt „abwesend“. Stürzt Euch in das neue Abenteuer – nur so könnt Ihr es voll auskosten!