Eurogeneration

Das Geheimnis von Silicon Valley

Artikel veröffentlicht am 13. November 2007
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Artikel veröffentlicht am 13. November 2007
In Stanford, im Herzen von Silicon Valley, riecht es nach frisch gemähter Wiese. In diesem Mikrokosmos von 10.000 Menschen, einer richtigen kleinen Stadt mit Geschäften, Pizzerien, Erste Hilfe und Feuerwehr, ist auch das im pseudomittelalterlichen Stil erbaute Kloster mit WLAN ausgestattet: Alles atmet hier den Unternehmergeist der Standford University.
Denn das Geheimnis dieses Tempels des Wissens, der schon in den sechziger Jahren Arpanet hervorgebracht, den Vorfahren des Internets, und seit den Neunzigern u.a. die Gründer von Google und You Tube ausgebildet hat, liegt in der engen Verflechtung mit den Unternehmen. Es reicht, eine Runde über den Campus zu drehen: Am schwarzen Brett finden wir Aushänge wie „Google sucht Programmierer“ und die Computerlabors sind von Intel oder Hewlett-Packard gesponsert.

Kein Vergleich zu Europa, wo sich die Zusammenarbeit von Universitäten und Unternehmen auf so genannte Orientierungsangebote beschränkt. Vielleicht mal ein un- oder unterbezahltes Praktikum, aber der Rest ist Vetternwirtschaft. Dabei ist das hier in Kalifornien kein Altruismus: Die Unternehmen investieren in Ideen und Visionen – selbst wenn das bei Projekten, die nicht unbedingt auf Gewinn ausgerichtet sind, ein gewisses Risiko bedeutet. Was zählt, ist die Idee: Das Geschäft kommt später. Auch Google ist ohne eigenes Geschäftsmodell gestartet. Und genauso probiert es jetzt ein Team unter europäischer Leitung, das an einem (noch!) geheimen Projekt arbeitet. Hier versteht man, warum die besten Köpfe abwandern – zu groß ist die Versuchung für viele Franzosen, Russen, Italiener, mit denen ich hier gesprochen habe.

Zurück in San Francisco, das mit Stanford und auch Palo Alto oder Mountain View (der Sitz von Google) über das legendäre Cable Car verbunden ist. In dieser Stadt ist es nicht nur die Erde, die häufig bebt – die Energie, die diese ehemalige Ikone der Hippiekultur mit ihren unkonventionellen Ideen antreibt, zeigt uns vor allem eines: dass hier der Fortschritt gedacht und gemacht wird.

Fotos: Mein Reiseführer und ich vor einem atemberaubenden Panorama. Unten eine Harley im Latinoviertel Mission District in San Francisco.