Cafebabel.com schickt mit Orient Express Reporter 34 junge Journalisten und Fotografen „on the ground“, um den Balkan und die Türkei unter die Lupe zu nehmen. Herauskommen soll eine Serie von 8 Reportagen in 8 Städten, welche die Visionen und Hoffnungen der Jugend jenseits der europäischen Grenzen widerspiegelt.


Istanbul: Orient-Motor ohne Orientierung

Istanbul, Ende April: der Wind fegt über den Bosporus hinweg und Feste liegen in der Luft. Am 23. April marschieren die Nationalisten durch die Stadt, um den Jahrestag der ersten Nationalversammlung zu feiern, während die Kinder zu Ehren Atatürks tanzen. Kurz darauf ist nicht nur Ostern für Katholiken, Protestanten und Orthodoxe, sondern auch ein Tag (der 24. April), an dem sich die Armenier der Verbrechen von 1915 erinnern. Neben den Feierlichkeiten wird aber auch protestiert: Kurden kämpfen für ihre Rechte auf den Wählerlisten, Studenten verlangen Gleichbehandlung an den Universitäten. Aus Deutschland kehren die so genannten „Alemanci“ nach vielen Jahren zunehmend in die Heimat zurück. Hier in der Türkei hat der aktuelle Premierminister Tayyip Erdogan seinen Erfolg durchsetzen können und wird in wenigen Tagen, nach den Parlamentswahlen, voraussichtlich ein drittes Mandat antreten. Wirtschaftlicher Aufschwung, Entwicklung und Modernität sind allerdings nicht immer auf dem neuesten Stand: Um sich demokratisch und europäisch zu geben, muss die Türkei ihre Vielfalt akzeptieren.

FEATURE Beşiktaş: Engagierter Fußball made in Türkei

Beşiktaş: Engagierter Fußball made in Türkei

In Istanbul ist es eine Identitätsfrage, an welchen Fußballverein man sein Herz hängt. Während Galatasaray für den Adel und Fenerbahçe für den asiatischen Teil Istanbuls stehen, hat sich Beşiktaş selbst zur „Mannschaft des Volkes“ (halk takim) erklärt. Aber bei Beşiktaş geht die Anhängerschaft über das reine Fan-Sein hinaus: Markige Parolen zieren die Transparente, die Fans marschieren bei politischen Demonstrationen mit – und dann ist der Vorsitzende auch noch Armenier… Die Beşiktaşli stehen für den sozialen Fortschritt und die Integrität des Fußballs. Cafebabel.com hat sich mit einigen dieser politisch engagierten Fans getroffen.

von Tania Gisselbrecht @ // 06/06/11

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FEATURE Kindertag mit Atatürk: Chronik eines Modellvaters

Kindertag mit Atatürk: Chronik eines Modellvaters

Während im April in der Türkei hunderte Studenten gegen die Internetzensur im Lande demonstrierten und höhere Subventionen für öffentliche Universitäten forderten, fand wie jedes Jahr zur gleichen Zeit ein Kinderfest statt – getreu dem Willen von Mustapha Kemal Atatürk. Eine Feier mit Spielen und Tänzen, über dem gebieterisch und allgegenwärtig das Bild des Landesvaters thront. Erinnerungen eines albanischen Kindes, das heute erwachsen ist.

von cafebabel.com @ , Blerina Kushta @ // 03/06/11

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FEATURE Einmal Türkei-Deutschland: Rückfahrkarte inklusive

Einmal Türkei-Deutschland: Rückfahrkarte inklusive

Nach ihrer Kindheit in Deutschland beschlossen sie, dem Land ihren Rücken zuzuwenden und in ihre Heimat – die Türkei – zurückzukehren. In Istanbul nennt man sie mit leicht abfälligem Unterton „Almanci“. Hasan, Cengiz, Hazar und Cigdem erzählen uns die Geschichte ihrer Rückkehr an die Ufer des Bosporus.

von Sebastien Vannier @ // 31/05/11

istanbul, orient express, gesellschaft, einwanderung

FEATURE Genozid war gestern: Versöhnung zwischen Türken und Armeniern

Genozid war gestern: Versöhnung zwischen Türken und Armeniern

Die armenische Frage drängt sich den Besuchern gleich bei ihrer Ankunft in Istanbul auf. Wir befinden uns auf dem Flughafen Sabiha Gökçen, benannt nach der ersten Kampfpilotin der Geschichte, Adoptivtochter von Atatürk. Im Jahre 2004 wagt es der Journalist Hrant Dink, Herausgeber der türkisch-armenischen ZeitschriftAgos, zu schreiben, sie sei in Wirklichkeit Waise armenischer Eltern gewesen, was eine heftige Polemik hervorrief. Er wird wegen „Verleumdung der türkischen nationalen Identität“ (Art.301 des Strafgesetzbuches) verurteilt. Als „Feind der Nation“ bezeichnet, wird Hrant Dink am 19. Januar 2007 vor dem Verlagshaus seiner Zeitung auf offener Straße erschossen. Seitdem lebt sein Name in aller Gedächtnis.

von Nicola Accardo @ // 03/05/11

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