Instrumente der ungarischen Viktortur

Willkommen in 'Orbanistan' ©Kristof

„Ungarn wird von Orbán eingelullt wie mit der Flöte des Rattenfängers von Hameln“, so der in Berlin lebende ungarische Nobelpreisträger Imre Kertész im Le Monde Interview. Populistisch geflötet wird vor allem gegen vermeintliche Bedrohungen von außen: die USA, Europa, den IWF, aber auch Roma und Juden – ‘Orbánistan’ wird die Republik Ungarn neuerdings in internationalen Medien getauft. Europas böser Bube Viktor Orbán, dessen Fidesz-Partei mit einer saftigen Zweidrittelmehrheit eine international von Menschenrechtlern kritisierte neue Verfassung und Mediengesetz auf den Weg brachte, strukturiert heimlich, still und leise um: alternative Locations schließen, Rechtsextremisten werden Theaterintendanten, im Staatsfernsehen wird fleißig zensiert. Internationale Medien schlagen Alarm. Und auch im Europaparlament fliegen schonmal die Fetzen gegen den ‘Viktator’. Doch außer finanzielle Druckmittel hat die EU kaum Karten ausgespielt. Die politikverdrossene Jugend wacht indes auf, um sich einen Platz für den Nationalfeiertag am 15. März zu erkämpfen. Bis dahin spannt die Ungarn-Frage ein besorgtes Europa weiter auf die Folter. (Karikatur: ©Kristof)

TESTIMONY Ungarn, Orban, die neue Verfassung - und ich

Ungarn, Orban, die neue Verfassung - und ich

Seit fast drei Jahren bin ich immer wieder in Ungarn: Als journalistische Korrespondentin halte ich mich dort mehrere Monate im Jahr auf. Da ich die letzten sechs Monate nicht im Lande war, habe ich die neuesten Entwicklungen Ungarns nur aus der Ferne, über das Internet oder durch die manchmal verzerrende Darstellung in den westlichen Medien wahrgenommen. Heute erfahrt ihr von mir, was sich (wirklich) verändert hat.

von Helene Bienvenu @ // 07/03/12

verfassung, viktor orbán, mindestlohn, demonstration, gesellschaft

INTERVIEW Ungarns 4K! Aktivist András Istvánffy: "Wir haben eine Protestkultur"

Ungarns 4K! Aktivist András Istvánffy: "Wir haben eine Protestkultur"

Der ungarischen Jugend gehen die Treffpunkte aus – weil die ungarische Regierungspartei Fidesz sie reserviert oder gleich schließt. Die Gruppe 4K! - Negyedik köztársság (Vierte Republik) will sich die Orte zurückerkämpfen. Ihre Waffe: Flashmobs und Demonstrationen. András Istvánffy koordiniert den Protest.

von Andras Szirko @ // 08/02/12

fidesz, zivilgesellschaft, aktivismus, jugend, viktor orbán, budapest, politik, brunch, interview

ANALYSIS (Don't) occupy Budapest: Wer zuerst reserviert, protestiert zuerst

(Don't) occupy Budapest: Wer zuerst reserviert, protestiert zuerst

Etwas scheint faul im Staate Ungarn. Für den anstehenden Nationalfeiertag am 15. März hat die ungarische Regierung unter Viktor Orban das ganze Stadtzentrum für Feierlichkeiten reserviert - für Gegendemonstrationen ist kein Platz. Doch das lässt sich die Opposition nicht einfach gefallen.

von Kata @ // 07/02/12

fidesz, viktor orbán, budapest, demonstration, gesellschaft

ANALYSIS Ungarn: Orbanistan oder die Übertreibung ausländischer Medien

Ungarn: Orbanistan oder die Übertreibung ausländischer Medien

Erinnern wir uns an die Berichterstattung der internationalen Presse über die Unruhen in den französischen Vorstädten im Jahr 2005: das Reißerische trug den Sieg über den tatsächlichen Informationsgehalt davon. Was soll man also über die Medien sagen, die nach Inkrafttreten der ungarischen Verfassung am 1. Januar 2012 die Regierung von Viktor Orban als „faschistisch“ bezeichnen und sogar auf einen Ausschluss Ungarns aus der EU spekulieren? Für einige Ungarn entspringen solche Äußerungen einem Zerrbild oder gar einem völligen Unverständnis der Geschichte ihres Landes. Für andere hingegen trifft die internationale Presse – allen Übertreibungen zum Trotz – den Kern von größeren Sorgen.

von Marine Leduc @ // 06/02/12

nicolas sarkozy, verfassung, diktatur, journalismus, europäische medien, viktor orbán, redefreiheit, gesellschaft, gesetz

INTERVIEW Fascho wird Theaterdirektor: Ideologie statt Kunst in Budapest

Fascho wird Theaterdirektor: Ideologie statt Kunst in Budapest

Dreizehn Jahre lang hat Istvan Marta das Neue Theater (Uj Szinhaz) in Budapest geleitet. Am 1. Februar wurde es von György Dörner übernommen - einem Anhänger der rechtsextremen Partei Jobbik.  Der scheidende Direktor sieht sich als Opfer einer politischen Entscheidung. Er fürchtet, dass sein Theater zur Bühne für Extremismus werden könnte. 

von n- ost @ // 03/02/12

rechtsextremismus, theater, budapest, gesellschaft

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