Berlusconitus interruptus
Silvio Berlusconi wartet sicherlich nur darauf, uns nächste Woche wieder einen Streich spielen zu können. Der Cavaliere träumt davon, sich vor dem italienischen Parlament mit einer Hand voll übergelaufener Abgeordneter zu brüsten, um seinen gestern angekündigten, ‚schrittweisen‘ Rücktritt zu dementieren. Den Medien, die das Ende einer Ära beschworen, wird er stolzer Brust entgegentreten. Und wir? Wir bedauern, dass wir uns zu Träumereien haben verleiten lassen. Doch dieses Szenario ist unwahrscheinlich: Die Märkte haben Italien in den finanziellen Abgrund getrieben und die Institutionen machen ein Festhalten an der Macht unmöglich. Berlusconi steht allein da, psychisch angeknackst, verlassen selbst von seinen treuesten Anhängern. 17 Jahre Antipolitik, Entgleisungen und Faux Pas haben Italien gereicht. Berlusconis Rückzieher kommt spät, aber besser als nie.
Nach Berlusconis Abgang: Junge Europäer lesen Italiens Zukunft
Noch nicht einmal eine Woche nachdem der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou seinen Rücktritt bekanntgab, holt Berlusconi das gleiche Schicksal ein. Vier junge Europäer kommentieren das europäische Regierungsdomino. Treten nun die «Empörten » ins Rampenlicht oder geht es abwärts?
Alberto Toscano: Lach- und Sachgeschichten mit und ohne Berlusconi
Silvio Berlusconi steigt aus, entsagt der Politik und seinen internationalen Engagements. Er dreht den Finanzspekulanten, seiner müden Nation und den Staatsoberhäuptern der Welt, die den Cavaliere während des letzten G20-Gipfels in Cannes quasi ignoriert hatten, den Rücken. Zu diesem Anlass hatte er sich ausnahmsweise mal keinen Faux Pas, keine deplatzierten Witzchen oder unpassenden Gesten erlaubt. Berlusconi ist der König der “Trampel, die uns regieren”, so die Einschätzung des Journalisten Alberto Toscano in seinem kürzlich in Frankreich veröffentlichten Buch über politische Pleiten und Pannen.
Berlusconi oder über die Umerziehung der Jugend
Die post-Berlusconi-Ära steht vor der Tür: Werden wir es schaffen, uns an langweilige politische Debatten und Ideenaustausch, an die Abwesenheit eines Mannes, den man nur lieben oder hassen kann, und an das Ende eines vulgären Fernsehmodells zu gewöhnen? Wie wird sich Italien wieder an ein Gefühl für Rechtsgültigkeit und daran, wieder Steuern zu zahlen, gewöhnen? Wie können wir Jugendlichen, die in diesem System aufgewachsen sind, das Leben wieder ernst nehmen?
Berlusconi hat Montesquieu verhöhnt
Es ist überflüssig, nun nach der Schuld und den Verantwortlichen zu forschen oder die Vergangenheit zu bedauern, nur Nachdenken ist angebracht. Silvio Berlusconi hat der Macht ihre institutionelle Natur und ihre Glaubwürdigkeit genommen, indem er sich über jede Institution gestellt, Montesquieus Geist verhöhnt und das angemessene Gleichgewicht der Mächte gemäß der Verfassung in Frage gestellt hat. Nun läuft endlich der Abspann.
Ciao Berlusconi, hallo Italien: Exilitaliener denken über Rückkehr nach
Am Montag, den 30. Mai, läuteten die italienischen Kommunalwahlen das Ende der Ära Berlusconi ein. Viele neue Namen fielen in der italienischen Politikszene, darunter Giuliano Pisapia (neuer Bürgermeister Mailands) und De Magistris (neuer Bürgermeister Neapels). Angesichts all dieser Veränderungen bekommen junge italienische Expats Lust, in ihr Land zurückzukehren.
Bunga bunga: Gaddafis Party-Lektion für Berlusconi
Die italienische Mär vom bunga bunga hat in ganz Europa Wellen geschlagen. Wir Italiener können stolz darauf sein, neben Ferraris und Büffelmozzarella auch ein paar neue Wortkreationen zu exportieren. Endlich verhilft ein Präsident dem längst ausgestorbenen Italian Stallion wieder zu neuem Leben. Berlusconis (neueste) Ode an die Virilität.
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