Brüssel

Hinter dem Vorhang der Prostitution

Artikel veröffentlicht am 25. April 2012
Artikel veröffentlicht am 25. April 2012
Von Alfonso de Cea Übersetzt von Patricia Fridrich La Fonderie beherbergt bis zum 7. April 2012 die in Zusammenarbeit mit dem Espace P organisierte Ausstellung: "Hinter dem Vorhang der Prostitution…”. Zu sehen sind Fotografien von Frédéric Pauwels, begleitet von Erfahrungsberichten von Prostituierten aus Brüssel und Umgebung, sowie eine Sammlung von Dokumenten rund um das älteste Gewerbe der Welt.

Hinter dem Vorhang…

Treffen Sie ein verkanntes Universum, das oft falsch dargestellt wird und mit Vorurteilen behaftet ist.” So lautet die Einladung von Espace P, des Verbands zum Schutz der Rechte von Prostituierten, ihrer Umgebung und ihrer Kunden. Sie erfahren hier alles, was Sie schon immer über Prostitution wissen wollten und nie zu fragen wagten. Wie steht es um die Intimität zwischen der Person, die sich prostituiert, und ihrem Kunden? Wie lauten die Regeln und wo sind die Grenzen des moralischen Vertrages, der sie bindet?

Manchmal sind die Grenzen nur allzu fließend: "Ich habe ihr versprochen, sie nicht zu lieben, denn sonst könnten wir uns nicht mehr sehen. Ich habe mein Wort gehalten” schildert ein Kunde. Wie in allen zwischenmenschlichen Beziehungen gibt es Dinge, die geschehen und die man nicht erwartet hat. "Man kann nach Sex suchen und überwältigt werden von dem, was man bekommt, das ist nicht vorhersehbar,” erklärt Sonia. Jeder spielt seine Rolle und empfängt seinen Teil, aber hinter dem Vorhang gibt es viel mehr als nur das.

Die intime Seite der Prostitution

Als sozialdokumentarischer Fotograf hat sich Frédéric Pauwels für die intime Seite der Prostitution interessiert: "Ich habe mich auf den Weg gemacht, um das Milieu der Prostitution zu treffen und dabei die intimen Fragen, mit denen die Prostituierten sich in ihrem Berufsalltag befassen, zu erforschen.“ Die Ausstellung hat zum Ziel, einige Tabus und Klischees rund um die Intimsphäre aus dem Weg zu räumen. Alles, was hinter dem Vorhang vorgeht, weckt das Interesse des Künstlers.

Anastasia ist eine der fünf Frauen, die sich offen äußern: "Warum fotografierst du nur meinen Körper? Ich bin nicht nur ein Körper, den man mieten kann, ich bin auch ein menschliches Wesen!” Wir können die Komplexität ihrer Welt nicht erfassen, ohne einen Schritt hinter den Vorhang zu wagen.