Berlin

Made in Germany: Der erste Preis der Berlinale 2014

Artikel veröffentlicht am 28. Januar 2014
Artikel veröffentlicht am 28. Januar 2014

Se­bas­ti­an Mez und San­dra Kau­del­ka tei­len sich den Preis Made in Ger­ma­ny der Ber­li­na­le 2014 für ihre Dreh­buch­ent­wür­fe. Grund­idee des Prei­ses ist es, jun­ge Re­gis­seu­re zu för­dern. Die Jury hat die ganz ei­ge­ne fil­mi­sche Vi­si­on und Ana­ly­se der bei­den aus­ge­zeich­net.

Se­bas­ti­an Mez über­zeugte die Jury mit 274 - der Ge­schich­te eines Men­schen, der sein Leben be­en­den will. Dafür reist er auf die Phil­ip­pi­nen. Die star­ken Ki­no­bil­der zu­sam­men mit der „gro­ßen Ein­sam­keit und dem tie­fen Blick in die Seele eines Man­nes“ be­ein­druck­ten die Jury be­son­ders. San­dra Kau­del­ka er­zählt in In­ter­shop von dem Be­geh­ren und den käuf­li­chen Träu­men einer Frau zwi­schen Ost und West. Die Be­grün­dung der Jury ist viel­ver­spre­chend: „In­ter­shop hat das Po­ten­zi­al für eine span­nen­de und emo­tio­na­le Ki­no­ge­schich­te, wie man sie bis­her noch nicht im deut­schen Kino ge­se­hen hat.“

Der För­der­preis Made in Ger­ma­ny geht an jun­ge Re­gis­seu­re, die an der Sek­ti­on Per­spek­ti­ve Deut­sches Kino der Ber­li­na­le des vor­he­ri­gen Jah­res teil­ge­nom­men haben. Das Kon­zept hin­ter dem Preis ist es, jun­gen Ta­len­te die Mög­lich­keit zu geben, neuen Idee auf­zuar­bei­ten. Die Jurymit­glie­der zur drit­ten Ver­ga­be des Prei­ses waren And­res Veiel, mehr­fach­ aus­ge­zeich­ne­ter Re­gis­seur (Wer wenn nicht wir, 2011), Frie­der Schlaich, seit 2005 mit min­des­tens einer Pro­duk­ti­on in ver­schie­de­nen Sek­tio­nen der Ber­li­na­le ver­tre­ten, und Katja Eichin­ger, die Pro­du­zen­tin des neuen Films von Wer­ner Her­zog. Die bei­den Re­gis­seu­re Mez und Kau­del­ka zeig­ten letz­tes Jahr einen Do­ku­men­tar­film, leg­ten die­ses Jahr aber einen Spiel­film vor. 

Am An­fang sei ein Do­ku­men­tar­film für viele güns­ti­ger zu pro­du­zie­ren als ein Spiel­film, er­klärt Linda Söff­ker, Lei­te­rin der Per­spek­ti­ve Deut­sches Kino. Mez' Do­ku­men­tar­film im letz­ten Jahr war der Schwarz­weiß-Film Me­ta­mor­pho­sen über eine der am stärks­ten ra­dio­ak­tiv be­las­te­ten Zonen der Erde im Süd­u­ral. San­dra Kau­del­ka er­zähl­te in ihrem Do­ku­men­tarfilm Ein­zel­kämp­fer über Leis­tungs­sport in der DDR.

Ein Vi­deo­in­ter­view mit Se­bas­ti­an Mez über sei­nen Do­ku­men­tar­film Me­ta­mor­pho­sen (2013). 

IN­TER­VIEW MIT SE­BAS­TI­AN MEZ 

Ca­fe­ba­bel: Gibt es etwas Au­to­bio­gra­fi­sches an dei­nem Dreh­buch­ent­wurf? 

Se­bas­ti­an Mez: Nein. Das me­lan­cho­li­sche Ge­fühl stammt aus Er­fah­run­gen von Freun­den und Be­kann­ten. Die Iso­la­ti­on und Ein­sam­keit sind durch den Ort, wo ich ge­schrie­ben habe, be­ein­flusst wor­den. 

C.B.: Warum spielt sich die Ge­schich­te in Ma­ni­la ab?

S.B.: Die Idee kommt aus einer Re­por­ta­ge in „Die Zeit“. Au­ßer­halb Ma­ni­la, etwas ein­ein­halb Stun­den mit dem Auto ent­fernt, wohnt Jun Labo, ein Wun­der­hei­ler. Meine erste Idee war, einen Do­ku­men­tar­film über ihn zu dre­hen. Dann habe ich Haupt­fi­gur iso­liert und mir einen Spiel­film aus­ge­dacht. 

C.B.: Sind die Bil­der aus einer Asi­en­fas­zi­na­ti­on her­aus ent­stan­den?

S.B.: Nir­gend­wo kann man sich so wenig iden­ti­fi­zie­ren wie in Asien, da es dort we­ni­ge Iden­ti­fi­ka­ti­ons­punk­te gibt. 2011 war ich zwei Wo­chen in Japan, um eine Doku über Fu­kus­hi­ma zu dre­hen. Da fühl­te ich mich wie ein Alien.

C.B: Was hat dir die Teil­nah­me an der Per­spek­ti­ve Deut­sches Kino des letz­ten Jah­res ge­bracht? Hat dir das wei­ter ge­hol­fen?

S.B.: Das ist ein guter Start. Jetzt läuft den Film auch auf an­de­ren Fes­ti­vals, aber man muss auf dem Boden blei­ben.