Zurück nach Europa?

Artikel veröffentlicht am 4. Juni 2004
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Artikel veröffentlicht am 4. Juni 2004

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Nach dem Eintritt in die Europäische Union stehen die vier Visegrád-Staaten (Tschechien, Ungarn, Polen und die Slowakei) zwischen Integration und subtiler Zurückweisung.

Im Zusammenhang mit der Osterweiterung wurde oft vom Alten und Neuen Europa gesprochen. Die neuen Mitgliedsländer wurden mit Parolen wie „Zurück in Europa“ begrüßt. Als diese Sehnsucht nach einer „Rückkehr nach Europa“ kurz nach dem Mauerfall in den Ländern des ehemaligen Ostblocks laut wurde, klang sie wie die Demonstration einer großen Begeisterung. Wenn solche Schlagwörter aber auch heute noch häufig gebraucht werden, gib dies Anlass zum Nachdenken.

Woher zurück?

Woher kamen die Visegrád-Staaten, als sie Europa verließen und wohin gingen sie? Hier geht es um die Bestimmung der Grenzen Europas. Während die nördlichen, südlichen und westlichen Grenzen Europas eindeutig durch das Meer definiert sind, hat sich seine östliche Grenze immer wieder verschoben und bleibt bis heute fraglich. Wo endet Europa, wo beginnt Asien? Dies ist die Frage, die es zu diskutieren gilt. Die Grenzen der Europäischen Union mit denen Europas gleich zu setzen, führt hier nicht weiter. Aus dieser Perspektive heraus, treten die Länder Zentraleuropas tatsächlich dem „europäischen Europa“ bei. Aber worunter fallen dann Norwegen und die Schweiz?

Definiert man Europa aber geographisch oder als einen gemeinsamen kulturellen Raum, so waren die V4 Staaten schon immer miteinbezogen. Vor vielen hundert Jahren waren sie Teil eines mittelalterlichen europäischen Raums, später beteiligten sie sich an der Gründung eines modernen Europas. Die zentraleuropäischen Länder waren und sind im europäischen Rahmen verankert, den sie seit jeher mitgestalteten.

Europa, das waren und sind vor allem seine Bürger. Ihre Beteiligung, ihr Beitrag zu einer europäischen Kultur ist unanfechtbar. Seine Bürger sind die Mosaiksteinchen, ohne die das europäische Mosaik nicht vollendet werden konnte. In diesem facettenreichen Komplex ist kein Stein ist wichtiger als der andere, um eine so mannigfaltige Einheit zu bilden wie Europa sie ist.

Politische Integration und wirtschaftliche Abgrenzung?

Es wird wohl immer wirtschaftlich stärkere und schwächere Länder in der EU geben, doch ein Europa der zwei Geschwindigkeiten ist kontraproduktiv und widerstrebt der Grundidee der europäischen Integration: Der Vision eines starkes und einigen, eines partnerschaftlichen und kooperativen Europa und keinen Eliteklub der Stärkeren. Partnerschaft und Kooperation sollten die politische Einheit zusammenhalten, denn nur so kann sie eine stabilisierende Wirkung entfalten und als glaubwürdiger Partner in den Internationalen Beziehungen auftreten.

Es bleibt zu hoffen, dass der berüchtigte Eiserne Vorhang tatsächlich für immer aus den Herzen und Köpfen verschwunden ist und die Europäer Europa nun tatsächlich als eine einzige Einheit fühlen und verstehen.