Zahltag: Einmal Europa ohne Rückfahrkarte

Artikel veröffentlicht am 8. April 2016
Artikel veröffentlicht am 8. April 2016

In Athen gibt es jetzt einen Schwarzmarkt für alle, die nach Europa kommen wollen. Kriminelle Schlepper und Menschenschmuggler fordern viel Geld für verschiedene Routen durch Europa. Der Preis für die Suche nach einem neuen Leben beginnt bei 1000 Euro.

Der Markt schläft nie, nicht einmal wenn es darum geht, Migranten illegal nach Europa zu bringen. In Athen hat sich ein Schwarzmarkt für Migranten gebildet. Seine Manager verlangen hohe Preise für die verschiedenen Wege durch Europa. Die Hoffnung auf ein besseres Leben gibt es ab 1000 Euro.

Laut Informationen des Wall Street Journal steige der Preis je nach Ziel. Italien ist kein besonders beliebtes Ankunftsland, der Preis für die Reise hierhin ist am niedrigsten. Das Land ist ein Durchgangsland, vielleicht weil die Flüchtlinge über die schwächelnde Wirtschaft des Stiefels Bescheid wissen.

Um in reicheren Ländern Asyl zu suchen, muss man schon mehr auf den Tisch legen. Im Auto oder zu Fuß über die Balkanroute nach Deutschland oder in die Schweiz zu kommen, könnte 1500 bis 2000 Euro kosten. Nach Norwegen oder Schweden - auch über die Balkanroute - steigt der Preis auf 2500 Euro.

Die Preise für den Menschenschmuggel setzen sich aus einem Anteil für den Schmuggler selbst und alle Mittelsmänner zusammen. Sie schwanken je nachdem, wie wahrscheinlich der Erfolg der Reise ist. Dazu kommt noch die Frage nach dem Transportmittel. Versteckt in einem LKW nach Deutschland zu fahren kostet ungefähr 2500 Euro. Wer sich für das Flugzeug entscheidet, muss beträchtlich mehr hinblättern. Nach Deutschland, Norwegen oder Schweden zu fliegen kostet 3500 bis 5000 Euro. Europa ist nicht das einzige Ziel: die Schmuggler bieten auch Reisen nach Kanada an - wenn man bereit ist, 14000 Euro zu zahlen.

Die Polizei in Athen ist sich der kritischen Lage bewusst. Trotzdem geht der Schmuggel gnadenlos weiter - egal, wie hoch der Preis ist.