Zahltag: Drogenkonsum in Europa

Artikel veröffentlicht am 20. April 2016
Artikel veröffentlicht am 20. April 2016

Letzte Woche hat die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) gemeinsam mit Europol einen Bericht über den Einfluss des Handels mit illegalen Substanzen auf die europäische Gesellschaft 2016 veröffentlicht. Bei den Zahlen kann einem leicht schwindelig werden: EU-Bürger geben im Jahr mehr als 24 Milliarden Euro für illegale Drogen aus.

Es ist schon starker Tobak, was der am 5. April in Brüssel vorgestellte Bericht der EBDD aufdeckt. Er berichtet über die Reichweite des europäischen Drogenmarkts - und die Zahlen sind so abgehoben wie die befragten Drogenkonsumenten. Eine Zahl stach uns besonders ins Auge: EU-Bürger geben jährlich 24 Milliarden Euro für illegale Drogen aus.

Nein, keine Halluzination. Laut den Autoren der Studie beweist diese Zahl, dass der Drogenhandel „eine der wichtigsten Bedrohungen für die Sicherheit der EU bleibt“. Diese 24 Milliarden sind mehr als das Resultat zwielichtiger Deals in dunklen Hinterhöfen, die die persönlichen Bedürfnisse von EU-Bürgern befriedigen. Die EBDD, die bei ihren Recherchen von Europol unterstützt wurde, betont, dass der Drogenmarkt sich auf andere Arten organisierter Kriminalität ausweitet - einschließlich Terrorismus. Der Bericht zeigt auf, dass junge Menschen, die sich erst vor Kurzem radikalisiert haben, oft schon vorher in Kleinkriminalität involviert waren. Sie konsumieren und dealen Drogen, bevor sie Teil größerer krimineller Netzwerke werden.

Der Cannabismarkt liegt mit 38% des gesamten Drogenhandels 2013 mehr als nur eine Nasenlänge vor Heroin (28%), Kokain (24%), Amphetaminen (8%) und Ecstasy (3%). 1% der erwachsenen Europäer konsumieren täglich Cannabis. Ein tieferer Einblick in die Statistiken zeigt, dass 22 Millionen Europäer im Laufe des letzten Jahres diese Droge genommen haben.