World Press Photo: Fotos, die die Welt verbessern?

Artikel veröffentlicht am 5. Oktober 2016
Artikel veröffentlicht am 5. Oktober 2016

Ein paar Fotografen aus den Niederlanden organisierten einen Wettbewerb, um ihre Bilder internationalen Kollegen vorzustellen - das war im Jahr 1955. Seitdem entwickelt sich der "World Press Photo"-Wettbewerb zu einem der rennomiertesten Preise für visuellen Jounralismus. Während des Internazionale Festivals in Ferrara sprachen wir mit Lars Boering, dem Vorsitzenden von World Press Photo. 

cafébabel: Als Sie Vorsitzender der Organisation wurde, haben Sie angegeben, Si. Wie wollen Sie das erreichen? When you became managing director, you stated that you want to strengthen the values of visual storytelling. How do you plan to do this?

Lars Boering: Unsere Organisation muss verstehen, dass traditionelle Strukturen wie Zeitungen und Verleger ihren Einfluss verlieren. Wir wollen Wissen und Hintergründe teilen, indem wir weltweit Workshops und "Masterclasses" veranstalten. Einer der größten Schritte in diese Richtung wird unsere Publikation sein, die für diesen Monat geplant ist. Sie soll als Plattform dienen, auf der sich über die Wirtschaft hinter der Fotografie ausgetauscht werden kann und über Fotografie diskutiert werden kann. Diese Diskussionen sollen allen Interessierten offen zugänglich sein.

cafébabel: Eine Studie der franzöisischen Zeitung Liberation bestätigte, dass 54 der letzten 58 Gewinner des World Press Photo-Wettbewerbs Männer waren. Warum wurden so wenige Frauen ausgezeichnet? Ist es möglich, diesen Trend zu verändern?

Lars Boering: Seit ich im Amt bin, haben wir verschiedenste Statistiken verbreitet - darunter auch diese, um so mehr Transparenz zu schaffen. Wir arbeiten mit der International Women's Media Foundation in Washington, DC zusammen, um über dieses Ungleichgewicht zwischen professionellen männlichen und weiblichen Fotografen zu diskutieren. Wir wollen zu diesen Themen mehr recherchieren. Um mehr Bewusstsein dafür zu schaffen, haben wir Workshops in Südamerika und Afrika abgehalten, in Afrika haben wir die African Photojournalism Database aufgebaut, um ihnen mitzuteilen, dass auch sie Teil des Wettbewrebs sind. Ich finde es wunderbar, dass einige Magazine diese Statistiken verbreitet haben, aber wir arbeiten bereits sehr daran, diese Zustände zu ändern.

cafébabel: Vor einem Jahr haben die neue Wettbewrebsregeln eingeführt, was zur Folge hatte, dass 33 Personen nicht teilnehmen konnten. Worum handelt es sich bei diesen ethischen Limits, die während Ihrer Amtszeit eingeführt wurden? 

Lars Boering: Es war wichtig, diesen Schritt zurück zu gehen. Unsere Regeln wurden nicht richtig zu mir, aber auch zu anderen in dem Arbeitsfeld kommuniziert, daher beschloss ich mit dem Vorstand, diese Regeln vorsichtig neu zu überdenken. Manche der Regeln wurden in den 1960ern aufgestellt. Wir brauchen einen klaren Kodex ethischer Regeln, wenn wir verhindern wollen, dass der Wettbewreb zu schwammig wird. 

cafébabel: Der diesjährige Gewinner der Preises ist Warren Richardson. Er reichte das unscharfe Foto eines Kleinkindes ein, das durch die Lücke eines Drahtzaunes an der Grenze zwischen Serbien und Ungarn hindurchgereicht wird. Ist das eine Art, nachzuweisen, dass das Bild authentischer ist? Oder genereller: Glauben Sie, dass es eine Gefahr gibt, Fotos von Kindern in Kriegsgebieten zu zeigen? 

Lars Boering: Wir haben das Bild überprüft: Es war authentisch und wurde direkt am Ort des Geschehens aufgenommen. Die Technologie erlaubt, Fotos wie diese aufzunehmen. Letztes Jahr haben wir viele Bilder von geflüchteten Frauen und Kindern erhalten, weil es viele schwierige Situationen gibt, in denen sich Kinder weltweit befinden. Es stimmt, dass es manchmal schwerer fällt, solche Bilder anzuschauen, aber andererseits spielt Fotografie eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, die Nachricht zu verbreiten, etwas müsse getan werden. Immernoch, Jahrzehnte später, sprechen wir über das Vietnamesische Mädchen, das komplett von Napalm bedeckt wurde. Es ist egal, wer auf dem Bild zu sehen ist. Es ist die Nachricht des Bildes an die Welt, die zählt.