Willkommen zwischen den Welten

Artikel veröffentlicht am 12. Februar 2009
Artikel veröffentlicht am 12. Februar 2009
Welcome Frankreich, 2008, 116 min Regie: Philippe Lioret Darsteller: Vincent Lindon, Firat Ayverdi, Audrey Dana Sektion: Panorama Special Von Ole Skambraks Ein Körper treibt im Meer, verloren zwischen den Ländern. Diese Szene aus Philippe Liorets Film "Welcome" beschreibt wohl am besten die Situation der unzähligen Flüchtlinge, die fast täglich an den Stränden und Grenzen Europas ankommen.
Jamal, ein 17jähriger junger Mann kurdischer Herrkunft, hat eine monatelange, strapaziöse Flucht aus dem kriegsgeschüttelten Irak hinter sich, als er im französischen Calais ankommt. Er hat nur ein Ziel: England. Dort will er einen Freund und dessen Schwester treffen, die er liebt. Nach gescheitertem Versuch, sich illegal per Lastwagen einzuschleusen, fasst er einen verzweifelten Entschluss: Er nimmt Schwimmunterricht, um den Ärmelkanal zwischen Frankreich und Großbritannien schwimmend zu überqueren. Sein französischer Schwimmlehrer wird sein Freund und muß deshalb Mißtrauen, Vorurteile und schließlich Probleme mit den französischen Behörden in Kauf nehmen. Es sind nicht nur die Entbehrungen und Leiden des Flüchtlings Jamal, die diesen Film so traurig machen. Es sind auch die unmenschlich erscheinenden Gesetze der französischen Asylpolitik. Diese verbieten den Einheimischen zum Beispiel, den Flüchtlingen in irgendeiner Form zu helfen. Denn das könnte ja weitere anlocken, und eigentlich sind sie alles andere als "willkommen". Anhand einer persönlichen Leidensgeschichte wird in diesem Film das schwierige Thema der europäischen Asylpolitik vorgeführt - ein Thema , mit dem sich die Europäische Union und jeder, der sich "allzu sehr zu Hause fühlt", beschäftigen muß.

Foto: Berlinale

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