Wild Web Woods: die Lösung des Europarats für den Schutz der Kinder vor den Gefahren im Internet

Artikel veröffentlicht am 21. April 2008
Artikel veröffentlicht am 21. April 2008
Babel-link am Montag Das Internet ist heute ein unverzichtbares Lern- und Kommunikationsmedium. Doch wir kennen nur allzu gut die immer zahlreicheren Gefahren, die vom Netz ausgehen: Gewalt, Pädophilie, Viren, Betrügereien…Diese Auswüchse sind umso beunruhigender als die neuesten Umfragen des Eurobarometers(1) ergeben haben, dass immer mehr Kinder das Internet nutzen.

Seit vielen Jahren kämpft der Europarat neben anderen internationalen Organisationen gegen die Kriminalität im Internet. Er stützt sich bei dieser Arbeit auf die Konvention gegen Internetkriminalität, gegen Terrorismus, gegen sexuelle Ausbeutung und Missbrauch.

Das Internet Governance Forum (IGF), das vom 12. – 15. November 2007 in Brasilien stattgefunden hat, ist ein wichtiger Schritt für das Ziel des Europarats, die Europäer über die Gefahren des Internets aufzuklären. Im Rahmen des Forums hatte der Europarat die erste Version des Onlinespiels für Kinder Wild Web Woods veröffentlicht.

Das Spiel wurde im Rahmen des Programms ''Ein Europa von Kindern für Kinder schaffen'' entwickelt, um Kindern im Alter von 7 – 10 Jahren dabei zu helfen, die Regeln des sicheren Umgangs mit dem Internet auf lustige Weise zu erlernen. WWW.jpgDie Kinder werden in diesem Abenteuerspiel von Märchenfiguren durch das Labyrinth potentieller Gefahren im World Wide Web geleitet, um zur „E-City“, einem „Ort voller Spaß, Frieden und Freiheit“ zu gelangen.

Der Held wird in diesem Parcours mit potentiellen Gefahren des Internets konfrontiert vor allem mit Viren, Spielsucht und Grooming“, (dem sexuell motivierten Anlocken von Kindern über das Internet). Dieses Spiel, das es heute in 14 europäischen Sprachen gibt, wurde herausgebracht, als die Europäische Kommission im Mai letzten Jahres die Ergebnisse ihrer qualitativen Umfrage zum Thema ''Mehr Sicherheit für Kinder im Internet'' bekannt gegeben hatte.

Diese Umfrage hat aufgezeigt, dass die europäischen Kinder im Alter zwischen 9 und 14 Jahren « eifrige Internetnutzer » sind. Obwohl die Kinder sich der Gefahren bewusst sind, sind sie nicht immer vor anderen Usern mit schlechten Absichten geschützt. Viele von ihnen geben vor, sowohl Gefahren wie Viren, sexuelle oder gewalttätige Inhalte im Netz als auch die nötigen Vorsichtsmaßnahmen genau zu kennen. Einige Kinder haben jedoch zugegeben, im Internet mit Unbekannten in Kontakt getreten zu sein. Am Beispiel Frankreichs zeigt die Umfrage, dass viele Kinder, vor allem Jungen, oft allein ohne Anleitung von Erwachsenen das Internet kennen lernen.

Das Spiel Wild Web Woods ist somit ein grundlegender Schritt für die Bemühungen des Europarats, sexuelle Annäherungen an Kinder von Erwachsenen einzudämmen, gemäß den Grundsätzen der Konvention des Europarats zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch, die kürzlich verabschiedet wurde.

(1) Siehe Eurobaromter Spezial 250 Safer Internet (Mai 2006), qualitative Umfrage Mehr Sicherheit für Kinder im Internet (Mai 2007)

(2) Das Programm Ein Europa von Kindern für Kinder schaffen wurde im Zuge des Gipfels des Europarats in Warschau im Mai 2005 ins Leben gerufen, um Kinderrechte zu fördern und Kinder vor allen Formen von Gewalt, inklusive Gefahren des Internets, zu schützen