Warum ich Europa l(i)ebe!

Artikel veröffentlicht am 11. Juni 2014
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Artikel veröffentlicht am 11. Juni 2014

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Teil 1

Der Tag wird kommen, an dem du, Frankreich, du, Italien, du, England und du, Deutschland, all ihr Völker dieses Erdteils, zu einer höheren Einheit verschmelzen werdet, ohne eure verschiedenen Vorzüge und eure ruhmreiche Einzigartigkeit einzubüßen, und ihr werdet eine europäische Bruderschaft bilden [...]. ~ Victor Hugo (1850)

Als der Autor von “Der Glöckner von Notre Dame” oder “Les Miserables” diese Sätze schrieb, wurden seine Worte als Utopie abgestempelt. Heute klingen Hugos Worte alles andere als utopisch, aber auch nicht selbstverständlich.

Nie wieder Krieg

Die Europäische Union und ihre Vorgängerorganisationen wurden gegründet, damit in Europa, dem Kontinent, auf welchem zahlreiche Schlachten stattfanden, nie wieder Krieg herrschen sollte. Durch wirtschaftliche Verbindungen zwischen den europäischen Ländern sollten Abhängigkeiten geschaffen werden, die einen Krieg untereinander unmöglich machen sollten.

Zu oft wird heutzutage dieser Gründungsgedanke vergessen, wenn es lediglich darum geht, was Brüssel noch alles kontrollieren will, wie viel Gelder “zu den faulen Griechen” geschoben werden und und und. Ich selber gehöre der Generation an, die das Glück hat, nie einen Krieg miterlebt haben zu müssen. Ein friedliches Miteinander in Europa wird von uns als selbstverständlich angesehen. Kriege passieren nur in Afghanistan, im Irak oder sonst wo auf der Welt. Schön wär’s…

Das auch wir immer wieder unser Bestes geben müssen, damit der Frieden und die Sicherheit in Europa gewährleistet bleiben, zeigt die Situation in der Ukraine – wie der Zufall so will, 70 Jahre nach dem D-Day, dem Tag, an dem die Alliierten ihren Vormarsch gegen Hitler begannen.

Damals, nach Ende des Krieges, beschlossen viele Länder, übrigens auf Anraten von Griechenland, dass Deutschland finanziell geholfen werden sollte, damit es wieder auf die Beine kommen kann. Kriegsschulden wurden teilweise erlassen oder verschoben und Kredite wurden zu sehr günstigen Preisen gebilligt. Dass gerade Deutschland sich heute so schwer tut, Griechenland finanziell unter die Arme zu greifen, zeigt, wie selbstverständlich uns der Frieden in Europa mittlerweile geworden ist. Bis heute hat Deutschland seine Kriegsschulden an Griechenland noch nicht bezahlt, so weit die Fakten.

Doch was hat unser heutiges Bild von der EU mit dem Bild von damals gemeinsam?

Leider nicht mehr viel. Während früher die EU als Garant für Sicherheit und Bringer von Menschenrechten und sozialer Gerechtigkeit galt, gilt sie heute als “Bürokratiemonster” und als Ansammlung von faulen, überbezahlten Beamten.

Ist diese Sichtweise schlimm? Auf dem ersten Blick ja, natürlich. Der Akzeptanz der EU tun diese Ansichten bestimmt nicht gut. Aber wenn man sich die Aussagen genauer anschaut, zeigt es einem auch, dass die Gefahr eines Krieges vor der eigenen Haustür scheinbar nicht mehr gegeben ist. Die Bürgerinnen und Bürger fühlen sich in Europa sicher, so sicher, dass ein Krieg unter europäischen Ländern scheinbar ausgeschlossen wird.

Ich bin der Meinung, dass dieser Wandel in den Köpfen der Menschen eine Errungenschaft ist, auf die die EU und vor allem ihre Gründungsväter stolz sein können. Ihr wichtigstes Ziel von damals, einen ewigen Frieden in Europa zu schaffen, ist zumindest in den Köpfen der Menschen erreicht worden. Nun gilt es, einen nächsten, großen Schritt zu wagen und zwar von einem friedlichen Miteinander in Europa zu einem gemeinsamen.