Wahlplakate der Berliner CDU: „Echt“, „Stark“, „Gerade“, „Richtig“

Artikel veröffentlicht am 9. September 2011
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Artikel veröffentlicht am 9. September 2011
von Sergio Marx Die Berliner CDU wirbt für die kommenden Landtagswahlen nicht nur mit Kriminalität und Polizistenmangel, auf den Plakaten beharrt sie auch auf die Sittlichkeit ihrer Kandidaten. Aber warum will die CDU eine angebliche moralische Überlegenheit vermitteln? Ja, stimmt, die CDU ist eine christliche Partei. Aber nicht nur.
Vielleicht befürchten die Christdemokraten, dass die Einwohner der Hauptstadt den Berliner Bankenskandal noch nicht vollständig vergessen haben. Dieser 2001 aufgedeckte Skandal führte nach einem Misstrauensvotum im Senat zum Rücktritt des damaligen regierenden Bürgermeisters Eberhard Diepgen. Er war in den Skandal verwickelt, sowie mehrere hohe Mitglieder seiner Partei: Die CDU. Seitdem regiert der stellvertretende Bundesvorsitzende der SPD Klaus Wowereit. Laut verschiedenen Einschätzungen hat der Bankenskandal dem Land Berlin zwischen 4 und 7 Milliarden Euro gekostet. Das Land ist heute um mehr als 60 Milliarden verschuldet, was ungefähr 112 Prozent des BIP der Hauptstadt darstellt.

Mit solch einer Vorgeschichte kann man sich vorstellen, warum die Berliner CDU sich besondere Mühe gibt, sich als „Echt“, „Stark“, „Gerade“ und „Richtig“ darzustellen.