Vorbote? CSU holt absolute Mehrheit in Bayern

Artikel veröffentlicht am 15. September 2013
Artikel veröffentlicht am 15. September 2013

Selten waren Landtagswahlen so spannungslos wie die vom Wochenende im Freistaat Bayern. Die Top-Meldung der letzten Wochen war dabei noch der enorm gestiegene Anteil der Briefwähler, die sich in einigen Gemeinden 20 Prozent nähern könnte. In Städten wie Augsburg gingen sogar die Wahlunterlagen aus. Die CSU holte schlussendlich die absolute Mehrheit.

Bei den Landtagswahlen am Sonntag in Bayern holte die CSU von Horst Seehofer, Schwesterpartei der CDU, mit 47,7 Prozent die absolute Mehrheit und darf von nun an wieder allein im Freistaat regieren. Den bisherigen Koalitionspartner FDP sahen die Demoskopen zwischen 3 und 4 Prozent, also unter der Schwelle zum Einzug in das Landesparlament, eine Hochrechnung, die sich mit 3,3 Prozent schlussendlich bewahrheitete. Die Liberalen scheiterten in Bayern gestern an der Fünfprozenthürde. 

Die größte Gefahr für die CSU war womöglich ihre eigene Stärke. Die Anhänger hätten verleitet sein können, den Wahlsieg schon als gegeben anzunehmen und der Wahl fern zu bleiben. Zwar hatte Partei- und Regierungschef Seehofer oft genug davor gewarnt, doch ob diese Botschaft schlussendlich angekommen ist, wusste man erst nach Schließung der Wahllokale. Umfragen, welche die Christsozialen zuletzt bei 47 bis 48 Prozent der Stimmen sahen, haben sich bewahrheitet, was die Partei nicht zuletzt der Popularität Seehofers zu verdanken hat.

Die SPD hatte den Wahlkampf sehr früh mit der Ankündigung eröffnet, den langjährigen Oberbürgermeister von München als Spitzenkandidaten ins Rennen zu schicken. Christian Ude stand denn auch im Zentrum des sozialdemokratischen Wahlkampfes. Allerdings drohte der SPD das schlechteste Ergebnis im Nachkriegsbayern bei einer Landtagswahl. Unter 18 Prozent könnten es werden, sagten die Hochrechnungen. So schlimm kam es schlussendlich dann doch nicht. Aber mit 20,6 Prozent war Ude weit entfernt von der angestrebten rot-grünen Regierungskoalition unter Beteiligung der Freien Wähler.

Die größte Unbekannte bei den bayrischen Landtagswahlen waren die FREIEN WÄHLER, die 2008 als Wählergruppe in den Landtag eingezogen sind. Respektable 10,2 Prozent waren es damals, die 2013 kaum zu halten waren. Trotzdem holte die Partei 9 Prozent. Dass Hubert Aiwanger mit Rot-Grün liebäugelte dürfte konservative FW-Wähler verschreckt haben.

Im Sommer 2011 hatte das Atomunglück auch die Grünen in Bayern bei Umfragen bis auf 20 Prozent getrieben, was deutlich mehr als eine Verdoppelung im Vergleich zum letzten Landtagswahlergebnis von 9,4 Prozent entsprach. In den Umfragen waren die ehemaligen Alternativen zwischen 10 und 12 Prozent angelangt, mussten sich aber mit einem Wahlergebnis von 8,6 Prozent zufrieden geben. Auf Bundesebene taumelt die Partei dem schlechten Wert der vergangenen Bundestagswahl entgegen.

Unter den Kleinen hätte DIE LINKE als Einzige absahnen können, lagen sie 2008 doch mit 4,4 Prozent nur knapp unter der Fünfprozenthürde. Trotz Umfragen zwischen 3 und 4 Prozent holten sie schlussendlich aber nur 2,1 Prozent. Die PIRATEN wurden bei vielen Umfragen gar nicht mehr gesondert aufgeführt. Die konservative Umweltpartei ÖDP und die traditionsreiche Bayernpartei waren chancenlos. Die AfD trat zu den Landtagswahlen gar nicht erst nicht an.