Von Straßburg nach Lissabon: Was ist mit der europäischen öffentlichen Meinung geschehen?

Artikel veröffentlicht am 26. Juni 2008
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Artikel veröffentlicht am 26. Juni 2008
Tagtäglich werden von den jungen Aktivisten, die sich für cafebabel.com engagieren, Fragen aufgeworfen, um mit Hilfe des Magazins und der Internetseite der Europawahlen eine öffentliche europäische Meinung herauszukristallisieren. Wir haben uns dafür entschieden, all diese Fragestellungen mit den Lesern unseres Magazins zu teilen.
Deshalb starten wir heute ein Konsultationsverfahren in Hinblick auf die zukünftige Entwicklung des Magazins cafebabel.com und des Vereins Babel International. Sagen Sie uns Ihre Meinung!

Straßburg hat in Europa Symbolcharakter. Die Stadt steht für eine historisch gewachsene Hassliebe zwischen Frankreich und Deutschland, sie ist Symbol für den europäischen Aufbruch und auch als einer der kostspieligsten parlamentarischen Standorte für das Verschwendertum der Europäischen Union. Seit 2001 ist Straßburg jedoch auch das Symbol eines anderen Europas, das auf einer Idee, kreativer Energie und der Arbeit einer Handvoll Erasmus-Studenten aufbaut, die das erste Europamagazin - cafebabel.com - ins Leben gerufen haben.Trotz bereits bestehender Gemeinsamkeiten im Leben eines jeden Europäers - wie beispielweise dem Euro, den Maastricht-Kriterien oder dem Europäischen Rat - bleibt die Möglichkeit, Europa aus einem nicht nur nationalen Blickwinkel zu betrachten ein anzustrebendes Ziel. Bisher gab es keine „Europäische Medienplattform“, um den größer werdenden Einfluss der europäischen Politik zu erörtern, keine effektive paneuropäische Partei, die sich in den Institutionen stark macht. Sozialen Bewegungen in Europa wurde der rechtliche Status eines ‚Europäischen Vereins‘ nicht gestattet.Cafebabel.com versucht diese Hürden zu überwinden. Es handelt sich nicht nur um intellektuelle Hirngespinste, sondern um reelle Werkzeuge zur Umsetzung konkreter politischer Ziele. Europa ist die Lösung, um unseren Problemen besser auf den Grund zu gehen, den europäischen Rechtsraum genauer zu definieren und für demokratischen und wirtschaftlichen Frieden einzustehen – gegen national auferlegte Limits.Diese Vision öffnet uns den Weg für anspruchsvolle politische Vorhaben im Gegensatz zu einem konformistischen und kurzatmigen Europa. Nach dem verspäteten und zudem enttäuschenden Kompromiss von Nizza, dem Verfassungskonvent unter Anleitung von Valérie Giscard d’Estaing und der ‘so genannten’ Verfassung, die am französischen und niederländischen ‘Nein’ kläglich scheiterte, gab es eine nicht enden wollende Reflexionsphase. Der Weg aus dieser Sackgasse sollte mit dem Vertrag von Lissabon kommen: Doch erneut gab es einen (diesmal irischen) Denkzettel für Europa.Deshalb stellen wir uns die Frage, ob wir noch unseren Platz in Europa haben. Gibt es einen Konsens für eine europäische öffentliche Meinung? Gibt es eine Bestehensgrundlage für ein europäisches Vereinswesen? Besteht der Wunsch nach einer europäischen Medienplattform, die die europäische Demokratie zur Verantwortung zieht? Ist es heutzutage möglich, politische Alternativen anzubieten, um die Beschwerden der Euroskeptiker in Bezug auf ein demokratisches Defizit und die Trägheit der Bürokratie auszubalancieren?Tagtäglich werden von den jungen Aktivisten, die sich für cafebabel.com engagieren, Fragen aufgeworfen, um mit Hilfe des Magazins und der eine öffentliche europäische Meinung herauszukristallisieren. Wir haben uns dafür entschieden, all diese Fragestellungen mit den Lesern unseres Magazins zu teilen. Deshalb starten wir heute ein Konsultationsverfahren in Hinblick auf die zukünftige Entwicklung des Magazins cafebabel.com und des Vereins Babel International. Sagen Sie uns Ihre Meinung!

eyefeastoffoolsInternetseite der Europawahlen

ist Präsident des paneuropäischen Vereins Babel International, der das Europamagazin cafebabel.com herausgibt.

Nicola Dell'Arciprete

ist die Vorsitzende des jüngsten cafebabel.com Teams in London.

Shruti Dudhia

ist verantwortlich für die Rubrik Politik des Europamagazins cafebabel.com.

Fernando Navarro