Von der Berlinale 2010: 'Kinshasa Symphony' von Claus Wischmann und Martin Baer

Artikel veröffentlicht am 19. Februar 2010
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Artikel veröffentlicht am 19. Februar 2010
Wieso, weshalb, warum? Die Leidenschaft, mit der Menschen Musik machen, ist immer guter Stoff für einen Film. Weitab von den Befindlichkeiten und Konflikten, die in "Trip to Asia" verhandelt wurden, zeugt "Kinshasa Symphony" von der Leidenschaft, mit der Menschen alle Widrigkeiten überwinden, um klassische Musik von Beethoven, Händel, Mozart und Verdi zu spielen. Auch im Kongo.

Trailer "Kinshasa Symphony"

Warum sollte man 'Kinshasa Symphony' gesehen haben?

Kinshasha Symphony poster Um überkommene Stereotypen von Afrika loszuwerden. Um es einfach mal hinzunehmen, dass ein afrikanisches Orchester Beethoven spielt. Über ein japanisches Symphonieorchester wundert sich ja auch keiner mehr.

Schwächen:

Die Filmemacher Claus Wischmann und Martin Baer folgen den acht ausgesuchten Protagonisten manchmal zu beiläufig in heruntergekommene Wohnungen, zu teuren Eierverkäufern und anstrengenden Proben. Mehr Kontroverse – zum Beispiel, was die Beziehung zwischen Religion und Musik betrifft – wäre schön gewesen.

Sterne: 4/5

Klassische Musik erzeugt immer positive Emotionen, dazu der undbedingte Wille der Menschen trotz absurder Widerstände zu musizieren – ein ermutigender, hoffnungsvoller Film, weitab von europäischen Stereotypen über Afrika.

Kurz nach der Premiere:

Beim anschließenden Q&A gab es Standing Ovations für den Dirigenten und zwei seiner Musiker, die extra aus dem Kongo angereist waren.

Watching this film will make you want to

Die alte Querflöte aus der Kommode kramen und nach vergangenen traumatischen Situationen im Schulorchester endlich wieder “Eine kleine Nachtmusik” spielen. Alles ist möglich!

Text von Christiane Lötsch (live von der Berlinale 2010)