von curry, reisen und flower power

Artikel veröffentlicht am 30. November 2011
Artikel veröffentlicht am 30. November 2011

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Shiva, Curry und Blumengirlanden. Computer, Mumbai und Tata Motors. Wer Indien hört, denkt oft an recht widersprüchliche Dinge. Bis vor zwanzig Jahren schossen den meisten wohl noch bunte Saris, spindeldürre Bettelmönche, Kokospalmen und ihre verrückte Hippie-Tante Ute durch den Kopf. Später kamen dann Bollywood und Shah Rukh Khan, Tandoori Chicken und Terrorismus dazu. 

Aber wer heutzutage über Indien redet, meint damit oft Computerchips aus Bangalore und den Einfall des Wirtschaftstigers in den Westen. Auf den ersten Blick ist Indien wahnsinnig, auf den zweiten schlecht organisiert, auf den dritten meint man, es zu verstehen, und auf den vierten merkt man, dass hier nichts so ist, wie es scheint. Spätestens dann muss man dieses Land lieben – es sei denn, man kann die drückende Hitze, das ständige Gedränge und die seltsamen Plumpsklos wirklich nicht ertragen. Indien ist verrückt. Und das nicht nur aus der Sicht westlicher Touristen. Auch die Inder selbst wissen selten, wo es lang geht. Aber anstatt sich aufzuregen, trinken sie lieber erst einmal einen chai und fügen sich in den unerklärlichen Willen der Jahrtausende alten Götter.

Um trotzdem etwas Licht ins Dunkel zu bringen, ist currypower entstanden. Zu viel gibt es in Indien zu entdecken und erleben, als dass diese Geschichten meine Privatjuwelen bleiben sollten. Studentinnen aus Chandausi, sanyasins in Goa, Kameltreiber in der Wüste um Jaisalmer und Filmemacher aus Mumbai: Alle kommen hier zu Wort und erzählen ihre Version der indischen Dinge, ergänzt um die überraschte, verzweifelte und staunende Sicht einer Westlerin auf ihrem Weg über den Subkontinent. Wer sich Indien als buntes und beschwingtes Hippieland vorstellt, wird überrascht sein. Flower power ist hier zwar noch lebendig, aber sicher nicht mehr so wie in den 70ern. Es gibt sie noch, die Blumenkinder an den Stränden Südindiens, doch sonnt sich hier mittlerweile eine neue Generation Hippies, für die Facebook und iPod kein Teufelswerk sind und die auch mal Techno hören. Und das ist nicht die einzige falsche Vorstellung.

Wer im Restaurant ein Curry bestellt, wird nur erstaunte Blicke ernten. Denn das, was man im Westen gemeinhin als „Curry“ bezeichnet, ist nur ein Sammelbegriff für südasiatische Gewürzsaucen und kommt in Indien viel komplexer daher: Hyderabadi biryanichanna masala oder doch lieber matar ki sabji? Gemeinsam ist den Gerichten der indischen Küche die großzügige Verwendung von Kreuzkümmel, Koriander, Kurkuma, Muskatnuss und Chili. Aber eine Gewürzmischung mit dem Namen „Curry“ gibt es hier nicht und wenn, dann auch nur für Touristen. Abseits von deren Trampelpfaden und nicht immer dem gutgemeinten Rat des Lonely Planet folgend, gibt es in Indien Unglaubliches zu entdecken - und natürlich auch den ein oder anderen alten Hippie beim Curry Essen. 

Denn Widersprüche gehören zu Indien wie Räucherstäbchen und Tagetes und auch ich bin vor ihnen nicht gefeit. Ab Dezember könnt ihr auf currypower abenteuerliche, verrückte und erleuchtende Geschichten aus Indien lesen. Nummer eins kommt aus Mumbai, dem Herzen der Bollywood-Filmindustrie, wo ich meine Karriere als indisches Filmsternchen starte.

Glitzer, Glamour und viel nackte Haut: Bollywood, wie ihr es noch nicht gesehen habt.