Videospiele: Gewalt auf dem Vormarsch

Artikel veröffentlicht am 2. Mai 2008
Artikel veröffentlicht am 2. Mai 2008
Der Vertrag von Lissabon setzt seinen Weg durch die Parlamente der Mitgliedstaaten fort und die EU organisiert sich in Bezug auf Organspende und Ernährungshilfe: die EU-News aus Brüssel.

Vertrag von Lissabon: Da waren es nur noch 15!

Nun haben auch Portugal und Dänemark für das Gesetz zur Ratifizierung des Vertrags von Lissabon gestimmt. Zum ersten Mal greift Dänemark nicht auf ein Referendum zurück, um für oder gegen einen europäischen Vertrag abzustimmen. Einzig Irland wird den überarbeiteten EU-Vertrag im kommenden Juni einer Volksabstimmung unterziehen. In Deutschland wird der Bundesrat am 23. Mai 2008 einen Beschluss fassen, obwohl eigentlich keine Zweifel am positiven Ausgang der Abstimmung bestehen. Der Vertrag von Lissabon muss bis zum 1. Januar 2009 von allen 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union ratifiziert worden sein, um Gültigkeit zu erlangen.

Spendet mehr Organe!

In der EU sterben täglich 6 Menschen, die auf eine Organtransplantation warten. 60.000 Patienten stehen auf Wartelisten für kompatible Organspender. Der Initiativbericht, den das Parlament am 24. April 2008 verabschiedet hat, enthält eine Reihe von Vorschlägen, um den Organspendemangel zu beheben. Vorgeschlagen werden beispielsweise die Einrichtung einer europäischen Spenderkarte, die neben den bereits existierenden nationalen Organspendeausweisen mitgeführt werden kann, und eine intensivere Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten. Die Europaabgeordneten haben zudem dazu aufgefordert, schärfer gegen Organhandel und Transplantationstourismus vorzugehen.

117 Millionen mehr sollen in die Ernährungshilfe fließen

Aufgrund des weltweiten Preisanstiegs der Lebensmittel, sieht die Europäische Kommission Subventionen in Höhe von 117 Millionen in Ergänzung des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (PAM) vor. Eine größere Nachfrage, hohe Benzin- und Energiepreise, Missernten sowie der 'Wettbewerb' zwischen Nahrungsmittelproduktion und Biosprit seien die Ursachen für die Preisexplosion. In Kamerun, Burkina Faso und im Senegal kam es deshalb zu hitzigen Krawallen. Die Ärmsten der Welt finden sich in einer Situation wieder, in der sie keine Lebensmittel kaufen können, obwohl keine Knappheit besteht. Man spricht bereits vom "neuen Antlitz des Hungers".

Videospiele: A history of violence

Der stetig expandierende europäische Markt für Videospiele bringt bereits mehr Einnahmen als der Markt für Kinosäle in Europa. Doch die öffentliche Meinung beunruhigt das aggressive Verhalten, das von den Figuren in Videospielen an den Tag gelegt wird. Die nationalen Behörden mehrerer Länder haben bereits einige besonders gewaltverherrlichende Videospiele vom Markt genommen. Laut einer Untersuchung der Kommission wenden 20 Mitgliedstaaten ein paneuropäisches Klassifizierungssystem nach Altersstufen an (PEGI), das die Industrie 2003 in Zusammenarbeit mit der EU entworfen hatte. Zypern, Luxemburg, Rumänien und Slowenien haben allerdings noch keine Maßnahmen zum Schutz Minderjähriger verabschiedet.

(Fotos: Schwedin Hanna Olson - SGFsoccer/flickr; Nahrungskrise - chuchuyd03/flickr; Videospiele - hachimaki/flickr)