Ungarische Erasmus-Studenten in Schottland bekommen die Wirtschaftskrise zu spüren

Artikel veröffentlicht am 6. Mai 2009
Artikel veröffentlicht am 6. Mai 2009

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Keiner von uns wusste wo Dundee lag, als wird dort einen Studienplatz bekamen. Aber trotzdem dachten wir, wir hätten das große Los gezogen. Es war klar, dass das kommende Jahr eines der besten unseres Lebens werden würde: Schottlands Natur und Kultur sind beeindruckend, und Dundee ist preiswert - ein wichtiger Faktor für das tägliche studentische (Über-)Leben.
Bis die Wirtschaftkrise unseren Enthusiasmus dämpfte und unsere Geldbörsen traf.

Die Unterkunft war gebongt und wir gaben unsere Bewerbungen in den Geschäften und Jobvermittlungen ab in der Hoffnung, dass wir die finanzielle Unterstützung unserer Familien nicht in Anspruch nehmen müssten. Einige von uns bekamen Teilzeitjobs in einem 5-Sterne-Hotel in St. Andrews zum Mindestlohn, anderen arbeiteten im Schichtdienst bei McDonalds. Trotzdem fühlten wir uns wie im Paradies. Wir arbeiten so viel wir wollten in Luxushotels, die Arbeit war nicht allzu anstrengend. Wir lernten hippe Leute kennen und pflegten unseren "elitären" Lebensstil.

Happy New Year

©Nora FarkasDas Trauerspiel begann im Januar 2009 nach den Weihnachtsferien. Die Jobvermittlungen teilten uns mit, dass alle Hotels unsere Einsätze für Veranstaltungen wegen der Rezession für die nächsten 3 Monate gestrichen hatten. Wir dachten noch, wir könnten von vorne anfangen, uns bewerben, die Augen offen halten. Aber ohne Erfolg. Es gab zwar Studentenjobs als Verkäufer, aber die internationalen Studenten bekamen sie nicht, auch wenn sie fließend Englisch sprachen. Wir sind eben keine Briten - keine Einheimischen.

Wir können uns glücklich schätzen, weil unsere Familien uns unter die Arme greifen. Aber wir spüren die Wirtschaftskrise am eigenen Leib. Wir müssen uns gründlich überlegen, wenn wir verreisen wollen und unser Lebensstil hat sich verschlechtert. Das Leben in Dundee ist immer noch preiswert, wir führen immer noch ein internationales Studentenleben. Aber wir können das Geld dafür nicht selber aufbringen. Wir hatten darauf gebaut, den Sommer

über zu bleiben, auch wenn die Uni bereits im Mai endet.

Tourismusfalle

©Nora FarkasDie Umgebung von Dundee und St. Andrews lebt durch die Tourismusindustrie. Durch die Krise kommen weniger Urlauber und auch Veranstaltungen gehen zurück. Die beiden Städte sind klein, die Menschen kommen gerade so über die Runden, ihre Löhne und der Lebensstandard sinken. In Dundee finden inzwischen drei Viertel der internationalen Studenten ohne besondere Qualifikationen nicht einmal mehr einen Teilzeitjob. Das heißt, dass weniger Studenten an internationalen Austauschprogrammen teilnehmen werden. Diese werden nur noch von reicheren Studenten genutzt werden können, deren Familien sie unterstützen können.