Übersetzerin des Monats: Leonie Müßig

Artikel veröffentlicht am 24. August 2015
Artikel veröffentlicht am 24. August 2015

Nicht nur weil Leonie im Schlafwandelmodus während der diesjährigen Hitzewelle die Übersetzerwut gepackt hat, sondern auch, weil sie cafébabel über so viele Jahre treu geblieben ist - unsere Übersetzerin des Sommers.

cafébabel: Leonie, wer bist du und was machst du?  

Ich bin badischer Europäer mit viel Liebe zu Sprache und Text und arbeite als PR-Berater.

cafébabel: Dein Motto des Moments?

Ich folge da momentan dem guten Joachim Ringelnatz: Sicher ist das nichts sicher ist. Selbst das nicht.

cafébabel: Drei Länder, in denen man besser lebt als in Deutschland und warum?

In Japan. Die Bahn ist pünktlicher, die Menschen freundlicher und der Fisch frischer.

In Spanien. Klarer Fall: wegen des Essens. Durch die vielen Spanier, die herkommen, sehe ich aber auch noch Hoffnung für Deutschland. Ich würde jetzt gerne noch wegen des Wetters sagen. Da ich aber weiß, wie so ein nordspanischer Winter aussieht, lasse ich es lieber.

Einfach mal Tourist im eigenen Land spielen, öffnet unter Umständen die Augen für die Schönheiten Deutschlands.

cafébabel: Könntest du die doppelte Staatsbürgerschaft haben, welche würdest du beantragen?

Die spanische. Wobei ich insgeheim von einer europäischen Staatsbürgerschaft träume …

cafébabel: Welches kulturelle Objekt liegt momentan neben deinem Bett herum?

Gilt ein altertümlicher Wecker als kulturelles Objekt? Seit Jahren liegen da außerdem eine Muschel und ein stetig wechselndes Buch. Aktuell "The Circle" von Dave Eggers.  

 

cafébabel: Wo trifft man dich an einem normalen Freitagabend? 

Im Sommer in der Stuttgarter Innenstadt auf einem der vielen Stadteilfeste, z. B. dem Sommerfestival der Kulturen oder beim Charleston-Tanztraining. In der dunklen Jahreszeit eher im Hinterhoftheater oder -kino.

cafébabel: Die Deutschen haben sich gerade sehr unbeliebt in Europa gemacht: Verstehst du die Germanophobie?

Unbeliebt ist ja vor allem die Politik. Darüber kann und soll diskutiert werden. Wenn es auf die persönliche Ebene geht, habe ich kein Verständnis mehr. Das gilt für Germanophobie genauso wie für Grecophobie, Russophobie oder Anglophobie.

cafébabel: Stimmt es, dass deutsche Frauen die Hosen anhaben?

Ha, ha. Lass mich kurz nachschauen.

cafébabel: Fangfrage - Willst du lieber viel über wenige Dinge oder wenig über viele Dinge wissen?

Fiese Fangfrage. Ich glaube, ich bin auf dem besten Weg wenig über viele Dinge zu wissen - und es werden immer mehr.

cafébabel: Dein ganz persönlicher Oscar-Moment: Wem möchtest du danken?

Da ich keinen Manager habe, dem ich jetzt danken könnte, geht der Dank an alle, die eine ähnliche Funktion eingenommen haben. Allen voran zwei Deutschlehrern. Die eine hat mir das Schreiben beigebracht, der andere durch seine Geschichten meine Begeisterung für Sprache und fremde Länder geweckt.

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