Übersetzer des Monats!

Artikel veröffentlicht am 23. Mai 2014
Artikel veröffentlicht am 23. Mai 2014

Da­ni­el Stä­che­lins Ankunft bei Cafébabel fiel genau mit der Explosion des Berlin-Blogs zusammen. Seitdem spuckt das Team in der deutschen Hauptstadt einen unendliche Zahl faszinierender Artikel aus. Dank Daniel sind sie jetzt auch unseren englischen Lesern verständlich. Daniel liebt Literatur und Käsespätzle und hat uns außerdem den tollsten Traum erzählt, den wir je gehört haben.

Cafébabel: Beschreibe dich selbst in drei Worten...

Da­ni­el Stä­che­lin: Hunger nach Wissen. 

CB: Was arbeitest/studierst du?

DS: Ich studiere Germanistik an der University of California at Davis. Meinen Master will ich in Deutschland machen mit einem Schwerpunkt in Übersetzung, was mich hoffentlich meinem Traumjob als literarischer Übersetzer näher bringen wird. 

CB: Was ist dein Lieblingsessen?

DS: Käsespätzle. Das ist ein typisch süddeutsches Essen, wobei der Teig frisch zubereitet und dann durch eine Presse direkt in kochendes Wasser gepresst wird. Die Nudeln werden anschließend mit Emmentaler im Ofen überbacken. 

CB: Was ist dein Lieblingsland in Europa und warum?

DS: Das ist eine schwierige Frage. Ich glaube nicht, dass man das beantworten kann, wenn man eine Multikulti-Weltanschauung vertritt und das Lernen von und Spielen mit Sprachen liebt. 

CB: Wann hast du das erste Mal für Cafébabel übersetzt?

DS: Am 16. Januar 2013. Das war ein Artikel über eine Öko-Community in Lyon. Diese Gemeinschaften haben viele Ähnlichkeiten mit den Communities hier in Kalifornien. Ich stehe voll hinter Bio-Produkten!

CB: Was ist der verrückteste Traum, den du je hattest?

DS: Ich war in einem kleinen Dorf in den peruanischen Anden. Viele Leute hatten sich an einem Berghang versammelt, in dem sich die Höhle eines Schamanen befand, der gerade dabei war, ein wichtiges Ritual vorzubereiten. Vielleicht braucht es hier ein bisschen Kontext: Meine Ex-Freundin und ich hatten uns damals gerade getrennt. Sie ist in Peru geboren worden, deswegen hatte ich in meinem Traum den Eindruck, dass die zwei Dinge etwas miteinander zu tun hatten. Als die Dorfbewohner und ich zum Höhleneingang kamen, haben sich alle zu mir umgedreht und mir mit Blicken zu verstehen gegeben, dass ich in die Höhle gehen solle. Drinnen sah ich einen großen runden Sockel, auf dem der Schamane stand und der von einem Wassergraben umgeben war. Der Schamane starrte auf ein großes Mandala aus Vulkansteinstücken, die wie Dominos aufgereiht waren und wohl Symbole für meine Beziehung mit meiner Ex-Freundin waren. Der Schamane trug mir auf, jeden einzelnen Stein kilometerweit über den Berg zu schleppen und in eine ähnliche Höhle zu bringen, wo ich ein neues Mandala gestalten solle. Während ich hin und her wandere, solle ich über meine Beziehung nachdenken, über den Aufruhr und die Konflikte, und herausfinden, wann und warum sie kaputt gegangen sei. Dieser Lernprozess werde mich davor bewahren, die gleichen Fehler in Zukunft noch einmal zu machen. Ein interessanter Traum.  

CB: Was bedeutet dir Cafébabel - in einem Wort? 

DS: Einheit.

CB: Was sind deine liebsten Cafébabel-Rubriken, Autoren oder Artikel? 

DS: Meine allerliebste Autorin ist Li­li­an Pit­han von Cafébabel Ber­lin. Das heißt natürlich nicht, dass ich die Artikel anderer Autoren nicht mag, alle hier schreiben super. Was mir an Lilians Texten aber besonders gefällt, ist ihr fließender Gebrauch von Metaphern und sprachlichen Bildern. Wenn sie mich fragt, ob ich einen ihrer Artikel übersetzen kann, lasse ich alles stehen und liegen, weil es so viel Spaß macht, mit ihren Texten zu arbeiten. 

CB: Was war das Dümmste, was du je in deinem Leben getan hast? 

DS: Haha. Ich habe viele dumme Sachen gemacht, aber gerade kann ich mich an kein besonderes Beispiel erinnern. Ich versuche immer, diese Momente als Möglichkeiten zu sehen, etwas zu lernen und als Mensch zu wachsen. 

CB: Was ist der schönste Ort in Europa, den du bis jetzt besucht hast, und warum?

DS: Das Drei­län­der­eck zwischen Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Vielleicht bin ich da aber voreingenommen, weil ich genau dort aufgewachsen bin. Die Region ist so vielfältig und ich mag auch Schweizerdeutsch total gern. 

CB: Welche Stadt in Europa würdest du gerne besuchen und warum?

DS: Ich würde gerne nach Berlin fahren und das Cafébabel Team dort besuchen. Aber natürlich möchte ich auch nach Dublin, um dort mit irischen Volksmusikern Akkordeon zu spielen. 

CB: Was bedeutet Europa für dich?

DS: Die Vermischung von zweifellos tiefgründiger Tradition, Kreativität und Fortschritt.