Twitterchat: Der Fall des Eisernen Vorhangs macht aus uns Europäern 

Artikel veröffentlicht am 6. Oktober 2014
Artikel veröffentlicht am 6. Oktober 2014

Ob es tatsächlich möglich ist, eine Diskussion in 140 Zeichen zu halten, hat sich das Team von Cafébabel Berlin gefragt und einen Twitterchat organisiert. Das Ergenbis dieser Onlineveranstaltung gibt es hier zu lesen. 

Rund um den 3. Oktober war in Deutschland und vor allem in Berlin viel los. So fand am das Brandenburger Tor das Fest zur Wiedervereinigung statt. Doch auch online spielte das Ereignis eine Rolle. Twitter-User stellten sich die Frage, was der Fall des Eisernen Vorhangs verändert hat. 

Menschen unterscheiden noch immer zwischen Ost und West – warum? Und wie schaffen wir es, dass nur ein Europa in den Gedanken seiner Bewohner ist? Brauchen wir eine neue Revolution in Europa? Eine Stunde lang stellte Cafébabel Berlin über Twitter Fragen, die es in 140 Zeichen zu beantworten galt. Alles mit dem Hashtag #Beyondthe Curtain. Jeder war eingeladen, mitzumachen. 

Resumé - Zu welchem Ergebnis kam die virtuelle Diskussion?

Die scheinbar jüngeren Teilnehmer der Diskussion kennen ein geteiltes Europa nicht. Sie sind in einem Europa der offenen Grenzen groß geworden und nehmen die Möglichkeit, überall zu arbeiten und zu wohnen als selbstverständlich hin. Doch die Twitteruser übten auch Kritik: Ein Teilnehmer merkte an, dass die Geschichte rund um die Mauer in Berlin zwar ein anziehender Magnet für viele Besucher sei, doch es sei weniger ein geschichtsträchtiger Ort, sondern häufig vielmehr ein „Berliner Disneyland“. Viele Leute besuchten nur für ein „Selfie“ den Checkpoint Charlie. 

Dass auch Osteuropa ein interessantes Ziel für Touristen sein kann, ist scheinbar noch nicht bei allen angekommen. Denn im weiteren Gespräch stellte sich heraus, dass sogar die Deutschen aus dem ehemaligen Westen zu selten bis gar nicht den Osten Deutschlands besuchen. Und auch wenn Berlin eine attraktive Stadt für andere Europäer ist, gibt es noch weitere viele sehenswerte Städte im ehemaligen Ostdeutschland, wie zum Beispiel Leipzig

Doch auf die gestellte Frage, ob man sich vorstellen könnte, hinter dem ehemaligen Eiserne Vorhang für eine gewisse Zeit zu arbeiten oder zu wohnen, reagierte ein User eher mit Zurückhaltung. Diese beruhte auf niedrigeren Löhnen, die meist dort gezahlt werden. 

Eine Mauer ist weg, 41 weitere müssen noch fallen

Und obwohl Europa mit dem Fall des Eisernen Vorhangs ein gutes Beispiel sei, kritisierte ein Twitteruser, dass viele Gegenden leider noch immer durch Mauern getrennt seien. 

Einen ersten Schritt diese Mauern zu überwinden, macht auch das Internet möglich. Denn auf Grund des weltweiten Netzes und Wi-Fi haben Europäer die Möglichkeit auch im Twitterchat mit verschiedenen Leuten zu diskutieren, auf thematisch passende Artikel und kommende Veranstaltungen hinweisen. Und so war der Twitterchat nicht nur ein Meinungsaustausch, sondern im besten Fall auch ein Wissensaustausch.

Beyond the Curtain: 25 Years of Open Borders

Vor 25 Jahren fiel der Eiserne Vorhang. Vor zehn Jahren traten acht postkommunistische Staaten der EU bei. Aber was wissen wir wirklich über unsere Nachbarn jenseits der Grenze? Schreibt an berlin(at)cafebabel.com, um Teil des Reporterteams zu werden!