Trügerische Tierfelle

Artikel veröffentlicht am 3. Oktober 2007
Artikel veröffentlicht am 3. Oktober 2007

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Vom 24. bis 25. April 2007 diskutierten Experten in Montevideo die Folgen des weltweiten Tierhandels. Die EU will nun die Eifuhr von Hunde- und Katzefellen aus China verbieten.

"Hergestellt mit Synthetik": So steht es auf Etiketten vieler Kleidungsstücke mit weichem Kragen. Eine Alternative zum richtigen Fell, glauben viele Verbraucher, die aus Tierliebe nie echte Felle tragen würden.

Dass es sich aber bei dem weichen, kuscheligen Material nicht um Synthetik sondern um das Fell von Katzen und Hunden handelt, ahnen die meisten Verbraucher nicht. Weil die Felle gefärbt und verarbeitet werden, läßt sich ihre Herkunft nicht mehr erkennen.

Kein Tierschutz in China

Jedes Jahr werden in ganz Asien Millionen von Katzen und Hunden auf barbarische Weise getötet, um ihr Fell zu gewinnen und dieses auf getarnte Weise nach Europa zu importieren. Der Deutsche Tierschutzbund berichtet, dass vor allem in China große Zuchtfarmen zur Fellgewinnung eingrichtet wurden. Dort müssen Katzen und Hunde einen qualvollen Tod erleiden.

In China gibt es kein Tierschutzgesetz, das Hunde und Katzen vor dieser Quälerei schützen könnte. So kann das Land problemlos den Weltmarkt mit Billigpelzen versorgen. Allein für die Herstellung eines einzigen Mantels braucht man schätzungsweise 20 Welpen.

Ob Handschuhe, Innenfutter, Rheumadecken, Möbelbezüge oder sogar Schlüsselanhänger: Auf dem europäischen Markt findet man überall Artikel mit Hunde- und Katzenfellen. "Der Handel mit diesen Fellen ist weiter verbreitet als man denkt", sagt der konservative britische Europa-Abgeordnete Struan Stevenson, der sich für ein Importverbot von Tierfellen in die Europäische Union stark macht.

Das bestätigt auch eine Studie der internationalen Tierschutzorganisation Humane Society International. Die Forscher konnten bei den Analysen der Felle auch toxische Bestandteile nachweisen. Diese stammen von den zahlreichen Färbungen.

Da die Materialien nicht gekennzeichnet werden, können die Felle auf dem europäischen Markt verkauft werden. "Mit der falschen Etikettierung wird die Öffentlichkeit über den wahren Ursprung des Fells in die Irre geführt", bestätigt Struan Stevenson. "Auf den Etiketten steht Gae-Wolf, Sobaki, asiatischer Schakal, China-Wolf oder asiatischer Maderhund. Doch in Wahrheit werden die Felle aus Haustieren hergestellt."

Die Gesetze harmonisieren

Nach Angaben der EU-Kommission kommen Importe vorwiegend aus Asien. Fälle innerhalb der Union seien soweit nicht bekannt. Die EU möchte nun gegen den brutalen, illegalen Handel von Katzen- und Hundefellen vorgehen. Im November vergangenen Jahres schlug die Kommission eine Verordnung vor, die dem Export, Import, dem Handel, der Herstellung und dem Verkauf von Hunde- und Katzenfellen ein Ende setzen soll.

Wirksame Nachweismethoden wie DNS-Tests oder Massenspektronomie sollen dann die jeweiligen Felle identifizieren. Auch sollen sich die 27 Mitgliedstaaten regelmäßig über diese Methoden austauschen. 15 Mitgliedstaaten, darunter Frankreich, Italien, Großbritannien und Polen wenden diese Nachweismethoden bereits an und haben eigene Gesetze zum Handel von Katzen- und Hundefellen erlassen. Diese will die Kommission nun europaweit harmonisieren. Die USA, die Schweiz und Australien haben den Handel mit diesen Fellen längst verboten.

Zwar wird dieses Verbot den Import von Fellen nach Europa beenden, aber die Tierquälerei in China und anderen Ländern nicht verhindern. Außerdem werden dadurch andere Tiere nicht geschützt, die aufgrund ihres Fells weiterhin teuren Modeartikeln zum Opfer fallen werden.