Transe: Reise in die Hölle

Artikel veröffentlicht am 22. Dezember 2006
Artikel veröffentlicht am 22. Dezember 2006

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Ein schmerzhaftes Porträt Europas: Transe, der neue Film der portugiesischen Regisseurin Teresa Villaverde.

Seit es Menschen gibt, reisen sie. Viele benutzen weder Luxusyachten noch Flugzeuge. Manchmal nicht einmal Autos. Sie gehen nur zu Fuß oder fahren mit Fahrzeugen, die fast nicht mehr zu gebrauchen sind. Die Hoffnung ist ihr einziges Gepäckstück und sie haben nur ein Ziel: ein besseres Leben zu finden. Der Weg ist nicht einfach. Er ist voller Gefahren und Hindernisse. Aber sie versuchen es dennoch.

Es sind Tausende jedes Jahr und sie gehen in alle Richtungen. Männer und Frauen auf der Suche nach einer Chance. Auch wenn sie manchmal alles auf dem Weg verlieren. "Transe", der neue, schwermütige Film der portugiesischen Regisseurin Teresa Villaverde (Os Mutantes – Kinder der Nacht 1998), ist ein schmerzhaftes Porträt Europas. Einem Kontinent, der sich für viele, die versuchen ihn zu durchqueren, zu einem Ort von Elend und Ausbeutung verwandelt.

Transe wurde dieses Jahr auf dem katalanischen Filmfestival in Sitges und den Filmfestspielen von Cannes gefeiert. Er erzählt die schreckliche Geschichte von Sonia, gespielt von Ana Moreira. Sonia ist eine Jugendliche, die Sankt Petersburg den Rücken kehrt, um sich auf eine Reise zu begeben, von der sie nicht zurückkehren wird.

Man erfährt wenig über sie, aber man durchlebt mit ihr die ganze Reise, die schließlich in Portugal endet. Zahlreiche Umstände zeichnen ihr Schicksal und machen den Weg zu einem Leidensweg. Das Europa, das dieser Film zeigt, ist nicht wiederzuerkennen. Aber es ist real.

Befremdend und verwirrend

Es ist auch für den Zuschauer keine einfache Reise. Villaverde geht ein Wagnis ein, indem sie versucht, nicht in Sentimentalität und banale Botschaften zu verfallen, sondern dem Film eine extreme Form zu geben. Die Geschichte, die sie erzählt, ist nicht alltäglich. Aber sie ist auch keine billige Sozialkritik. Der Film hat einen langsamen Rhythmus, es gibt unzusammenhängende Momente. Er entmutigt, befremdet und verwirrt.

Aber wer durchhält, wird belohnt. Weil Transe ein ungehemmtes und faszinierendes Werk ist, das die portugiesische Regisseurin mit Filmemachern wie dem Nordamerikaner Gus Van Sant (Elephant) oder dem Griechen Theo Angelopoulos (Landschaft im Nebel) verbindet. Eine Arbeit, die es verdient, vorurteilsfrei betrachtet zu werden.

Der erste Teil des Films, eher metaphorisch und abstrakt, ist vielleicht der interessanteste. Hier lernen wir Sonia kennen, sehen, wie sie Russland verlässt, wie sie Arbeit findet und wie sie in die Prostitution gerät. Der Übergang von der Hoffnung zum Schrecken kommt überraschend. Villaverde nutzt die ruhigen Momente, um Außenaufnahmen der Natur mit ihrer hektischen Kamera zu filmen. Plötzlich ändert sich alles. Ein Betrug, eine Entführung und sexuelle Sklaverei. Ein neuer Film.

In diesem zweiten Teil des Films, der in einigen Momenten zu schrill wirkt, erleben wir die Entwürdigung Sonias. Die Kamera konzentriert sich auf das betroffene Gesicht der Hauptdarstellerin. Sie erlebt einen wahren Kreuzweg, der sie als Person völlig wertlos werden lässt. Zuerst kämpft sie für ihr Leben, dann für ihre Würde. Und zuletzt gibt sie nach, indem sie alle Verbindungen zu der Welt, die sie umgibt, verliert.

Indem sie verschiedene Ellipsen verwendet, baut die Regisseurin diesen Teil der Geschichte in geschlossenen Handlungsräumen auf. Sonia kommt von einem dunklen Zimmer in ein buntes Bordell. Und aus dem Bett der Lasterhöhle in das Haus eines Multimillionärs mit einem behinderten Sohn. Und schließlich kommt sie nach Portugal. Auf dem Weg hat sie halb Europa durchquert, aber das ist fast unwichtig. Das Paradies existiert nicht und die Hauptdarstellerin weiß nicht, wer sie ist, noch wo sie ist. Sie hat alles verloren.

Der Film endet und man behält verschiedene Bilder im Gedächtnis zurück. Es ist ein Werk, dessen Form ebenso wichtig ist wie sein Inhalt. In einer Welt, in der die Unterschiede größer werden, hätte das Wagnis Villaverdes nicht zusammenhängender gestaltet werden können. Der Weg des Einwanderers ist schwer. Er ist voller Schatten und Fragen, aber auch Antworten. Und das ist genau das, was Transe zeigt.

Transe ist eine europäische Zusammenarbeit von Clap Filmes (Portugal), Gémini Films (Frankreich), Revolver (Italien) und Hermitage Bridge Studio (Russland). Er läuft bereits in Spanien und startet am 27. Dezember in Frankreich.