The Hub Vienna: Raum für sozialen Wandel

Artikel veröffentlicht am 15. Februar 2011
Artikel veröffentlicht am 15. Februar 2011
von Sheena Keller und Claudia Müllauer Übersetzung aus dem Englischen: Thomas Bichler Warmes Licht durchflutet den weiten offenen Raum – von Wänden und Decken hängen vielsagende Zitate – eine Fülle von Tischen und Stühlen, eine einladende selbst gezimmerte Leseecke mit Polstern und Büchern – Abteile für vertrauliche Gespräche und eine Schaukel (Ja, eine Schaukel in Mitten der
Bürolandschaft). So präsentiert sich die Hub Vienna, ein kürzlich eröffneter offener Bürobereich für junge Unternehmer, Aktivisten, Unternehmen, Organisationen und Private, die sich für sozialen Wandel engagieren.

Aber attraktive Büroräumlichkeiten sind nicht das Einzige, was die Hub Vienna anzubieten hat. Die Arbeitsumgebung bei Hub Vienna vereint Personen mit unterschiedlichen Hintergründen, Kulturen und Berufen zum Zweck des Austauschs von Ideen und persönlichen Kontakten um den sozialen Wandel wirkungsvoll anzustoßen.

Matthias Reisinger, einer der beiden Gründer, meint dazu: „Die Hub ist ein Raum der Zusammenarbeit, der wiederum Räume für Organisationen wie auch Einzelpersonen kreiert. Was wir hier tun ist der Versuch Interaktionen zu ermöglichen, mit dem Ziel etwas in unserer Gesellschaft zu ändern. Die drei großen Schwerpunkte sind soziale, kulturelle und ökologische Belange.“

Hub Founding Team, Christian Müller 2010 Eines der Hauptziele für die Hub ist laut Matthias „der Versuch, die Art wie wir Arbeit wahrnehmen und Geschäfte machen, neu zu definieren. Wir alle haben die Vorstellung, dass Arbeiten vor allem bedeutet, vor unseren Computern zu sitzen und auf die Tastatur einzuhämmern, aber manchmal ist es besser auf andere Weise zu arbeiten: Das Teilen von Ideen in fruchtbaren Gesprächen, jemanden zu finden, der einen z.B. auf einen hilfreichen Artikel aufmerksam macht oder die Möglichkeit Diskussionen mit Freunden und Kollegen zu führen, die bei der Lösung von Problemen helfen.“ So sieht Matthias auch den Aspekt des Zusammenarbeitens in der Hub Vienna als Wettbewerbsvorteil für jene, die am sozialen Wandel arbeiten. Die Neudefinierung von traditionellen Arbeitskonzepten und das Fördern von Interaktionen zwischen den Mitgliedern ist die finale Vision.

Die erste Hub wurde vor 5 Jahren in London als soziales Unternehmen und mit dem Ziel gegründet, ideenreiche und unternehmerische Initiativen für eine bessere Welt zu inspirieren und zu unterstützen. Durch diese Idee motiviert, entschieden sich lokale Unternehmer in anderen großen Städten ihre eigenen lokalen Hubs zu gründen. Heute existieren 26 Hubs auf 5 Kontinenten.

Die Planungsphase für die wiener Hub startete am Beginn des Jahres 2009. Offizielle Eröffnung war im Mai 2010, gemeinsam mit Mohammed Yunus, dem Gewinner des Friedensnobelpreises 2006, der den Preis für sein revolutionäres System der Mikrokredite für Mittellose erhalten hat. Die Hub Vienna ist aufgrund eines ratifizierten und von Herrn Yunus unterzeichneten Abkommens offiziell als gemeinnütziges Unternehmen anerkannt und wird zu 100% durch die lokale Community finanziert.

Mohammad Yunus at the Hub Vienna opening event, Matthias Brandstetter einbein.net 2010 Heute hat die Hub Vienna ungefähr 100 Mitglieder. Das Management Team versucht den Überblick über die Mitglieder zu behalten diese auch miteinander bekannt zu machen, wobei es manchmal schwierig sein kann, Verbindungen zwischen den Mitgliedern einer Community, die aus derart unterschiedlichen Individuen besteht, herzustellen. „Wir nennen es gerne einen ‚eingefädelten glücklichen Zufall‘ und versuchen speziell Verbindungen zwischen Mitgliedern, die sich noch nicht kennen, zu erleichtern und so tatsächliche Kontakte wahrscheinlicher zu machen, “ meint Matthias.

Eine ganze Palette von Aktivitäten und Veranstaltungen werden von der Hub und ihren Mitgliedern organisiert und gehosted. Darunter ein wöchentlicher „Sexy Salad“, bei dem sich Mitglieder und Nicht-Mitglieder zum Mittagessen treffen können um Ideen zu entwickeln, sich gegenseitig zu inspirieren oder einfach ein gutes Gespräch über ein interessantes Thema zu führen (Eintrittskarte ist eine Zutat für den gemeinsamen Salat). Spezielle Filmabende mit Fokus auf NGOs, Diskussionen und Workshops zu verschiedenen Themen werden ebenfalls von der Hub angeboten.

The Hub Vienna, http://ig-wien.at/ Es gibt verschiedene Arten einer Mitgliedschaft. Eine reguläre Mitgliedschaft beginnt bei 25€, um für 10 Stunden im Monat einen Platz zum Arbeiten in der Hub zu bekommen und geht bis zu 360€ pro Monat für unlimitierten Zugang zur Hub und ihren Leistungen wie zum Beispiel persönlichen Postfächern, Zugang zum Besprechungsraum um eigene private Treffen zu organisieren und vieles mehr.

Mit dem Mehrwert, den die Hub Vienna für die Stadt generiert, sind die Möglichkeiten für lokalen und globalen Wandel beinahe endlos. Die Kombination von modernem, digitalem Lebensstil und einem traditionellen Arbeitsplatz ist die Formel, mit welcher die Hub ihren Erfolg generiert. Matthias’ Vision scheint wirklich Realität zu werden, denn mit jedem Monat bietet Hub mehr Mitglieder, Events, globale Verbindungen inspirierende Ideen usw. Bei Erwähnung des Erfolges den die Hub bisher hat meint Matthias nur bescheiden: „Wenn wir einen Platz schaffen können an dem Leute sehen, was sie zu einer besseren Welt beitragen können, ist es das bereits, auf was es ankommt.“

Welcome to the Hub Vienna, seanandyvette.com 2010 http://vienna.the-hub.net/public/

Flying Candelabra, Matthias Brandstetter einbein.net 2010

Change makers, seanandyvette.com 2010

Working Space, Matthias Brandstetter einbein.net 2010

Desks to inspire great mindsMatthias Brandstetter einbein.net 2010

Debating and Sharing, seanandyvette.com 2010

Workshops, seanandyvette.com 2010