Tel Avivs Strände - für Hunde, Homosexuelle oder streng Gläubige

Artikel veröffentlicht am 15. November 2009
Artikel veröffentlicht am 15. November 2009

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Auf Tel Avivs Strände muss man studiert haben? Ein kurzer Einblick in die Strandkultur der zweitgrößten israelischen Stadt.

Entspannte Atmosphäre, reichhaltige Kultur, pulsierendes Nachtleben und schöne Sandstrände: Diese Mischung hat Tel Aviv zu einer der beliebtesten Touristenattraktionen gemacht. Nun muss die Stadt darauf achten, weiterhin die Vielfalt und den Komfort für die höchst unterschiedlichen Gruppen, die die Stadt besuchen, zu gewährleisten. Die friedliche Koexistenz von Stränden für Religiöse, Homosexuelle oder für Hunde hat sich in der Stadt längst bewährt.

Strandfakten

©Daiva RepečkaitėHof Hadatiyim oder der Strand für Religiöse (auch bekannt als „der abgetrennte Strand“) liegt eingebettet zwischen den weitläufigen, „sündigen“ Küstengebieten zwischen Sheraton- und Hiltonstrand, nahe eines schmalen, mit Hotels gesprenkelten Streifens. Je nach Wochentag haben Männer oder Frauen Zugang zum Strand. Wer an diesen Strand gehen möchte, muss einzig die Regel der Geschlechtertrennung und andere allgemeine Verhaltensregeln in derartigen Örtlichkeiten einhalten. Ansonsten ist kein spezieller Nachweis zur Religiosität erforderlich. Von einer Hügelkuppe führt ein Pfad hinab zu einem eingezäunten Strand. Die israelische Nationalflagge lugt über dem Zaun hervor und schmückt den Strand innerhalb des Zauns. Für diejenigen, die den Weg zu ihrem züchtigen Ausflugsziel hinabsteigen, gewährt der Pfad allerdings Einblick in die umliegenden „sündhaften“ Strandabschnitte. Andere können ebenfalls sehen, was innerhalb des religiösen Strandes so los ist. Von der Hügelkuppe aus ist der abgetrennte Strand letzten Endes doch nicht ganz so abgeschieden. Und an Shabbat, dem heiligen Tag der orthodoxen Juden, auch nicht ganz so religiös.

©Daiva RepečkaitėHof Haclavim oder der Hundestrand beginnt gleich südlich des religiösen Strandes. Zur großen Freude von Tel Avivs zahlreichen Hundebesitzern, sind an diesem Teil der Küste Hunde erlaubt. Während ihre Besitzer am weißen Strand relaxen oder sich beim Tischtennisspielen amüsieren, laufen die Hunde frei herum, planschen im Wasser und schließen neue Bekanntschaften. Europäer würden sich vielleicht über die erstaunliche Disziplin von israelischen Hunden wundern. Ob groß oder klein, niemals belästigen sie Passanten, und sie würden diese ganz sicher nicht anspringen, um zu spielen. Die Hunde sind im Allgemeinen vollauf mit sich selbst und den neuen Freunden beschäftigt, die sie am Strand kennen gelernt haben. Jedermann kann folglich den Strandausflug genießen, ohne von großen (oder kleinen aggressiven) Hunden erschreckt zu werden.

Atzmout Beach führt zum “Schwulenstrand” und liegt ungefähr auf der Höhe des Hilton Beach, der - wie der Name schon sagt- nach dem Hilton Hotel benannt wurde. „Er ist nicht offiziell ein Strand für Homosexuelle“, sagt Idan, der in Tel Aviv zuhause ist. „Doch man trifft dort vor allem Schwule. Aber auch Frauen gehen an diesen Strand, schließlich können sie sich dort sicher sein, dass keiner kommt und sie belästigt“, fügt er hinzu.

Andere Einheimische erläutern, dass sich der Strand zu einem Anziehungspunkt für Schwule entwickelt hat, da der große nahe gelegene Park zum wichtigsten Treffpunkt für Mitglieder der großen und selbstbewussten Schwulenszene Tel Avivs geworden ist. Man sagt - und dies ist nicht weiter verwunderlich - dass es die meisten Homosexuellen Israels nach Tel Aviv zieht, wo sie die Freiheiten und Möglichkeiten dieser lockeren und unkonventionellen Stadt genießen können.

Wenn man bedenkt, dass Tel Aviv vom Fremdenverkehr lebt, verwundert es nicht, dass die Stadt auf die unterschiedlichen Bedürfnisse seiner Bürger und Besucher eingeht. Die Besucher sind vielmehr erstaunt über die extrem kurzen Entfernungen zwischen den unterschiedlichen Stränden. Obwohl die Küstenlinie, die zum Sonnenbaden geeignet ist, sich über viele Kilometer erstreckt, sind der religiöse Strand und der Schwulenstrand nur wenige Minuten voneinander entfernt - getrennt vom Hundestrand und einem schmalen Streifen „allgemeinen Strandes“, nur für den Fall… In einem Land, wo der religiöse Teil der Bevölkerung gar nicht anders kann, als mit der florierenden Gay Culture zu koexistieren, ist das auch nur logisch.

Weitere Strände

- Hof Hatzuk, im Norden, verlangt Eintrittsgeld

- Gordon Beach, auf der anderen Seite der Gordon Street, südlich des Jachthafens, für Volleyball

- Metzizim Beach, im Norden der Küstenstrecke und rechts vom religiösen Strand, befindet sich dort, wo das ehemalige Sheraton Hotel stand.

- Frishman Beach, in der Nähe des Dan Hotels und der amerikanischen Botschaft.

- Drums Beach, hinter dem Delfinarium und der Chinky Beach Bar

- Ga’ash, außerhalb von Tel Aviv , FKK-Strand

Lest den Babelblog «Wonderland » derAutorin hier.