Stirb langsam Auto - jetzt erst recht!

Artikel veröffentlicht am 17. Juni 2008
Artikel veröffentlicht am 17. Juni 2008

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2006 unternahm eine Dokumentation den Versuch, ein Rätsel zu lösen, das Agatha Christie würdig gewesen wäre: Wer ermordete das Wasser-Auto? Zwei Jahre später ist der Mordfall nicht gelöst, aber ein neues Opfer aufgetaucht: das Wasser-Auto.

Im Jahr 1998 patentierte der 48-jährige nordamerikanische Ingenieur Paul Pantone einen seltsamen Apparat unter dem Namen Multi-Kraftstoff Prozessor GEET (Global Environmental Energy Technology). Dabei handelte es sich um einen Motor, der angeblich die Effizienz des Kraftstoffs erhöhte und den Ausstoß von Abgasen um 90% reduzierte.

Laut Pantones Beschreibung schaffte es seine Erfindung, den Wärmeverlust mittels eines simplen Prozesses in mechanische Energie umzuwandeln. Dies ermögliche sogar den Einsatz von Wasser als zusätzlichem Kraftstoff (daher Wasser-Auto). Tatsächlich handelt es sich nicht um die erste Erfindung dieser Art: Am 25. Februar 1975 ließ der französische Erfinder Jean Chambrin einen ähnlichen Motor patentieren.

Den Motor im Visier

Keiner der beiden hatte jedoch Erfolg. Jean Chambrin verschwand einfach aus dem öffentlichen Leben. Die Geschichte von Pantone, so unglaublich sie auch klingt, ließ unzählige Verschwörungstheorien im WWW sprießen.

Paul Pantone entwickelte seinen Motor komplett unabhängig. Angesichts fehlender finanzieller Unterstützung und überzeugt von der Nützlichkeit des Motors, veröffentlichte der US-Amerikaner die Pläne im Internet. Seitdem steigt die Zahl der Zeugen, die versichern, dass der Motor wirklich funktioniere. Vor allem in Frankreich, der Heimat Chambrins, ist er sehr beliebt.

Trotzdem wirkt die Sache dubios. Keine seriöse wissenschaftliche Studie bürgt für Pantones Theorie. Vielmehr wurde ernsthafte Kritik geübt: von denen, die ihre Wirksamkeit negieren, da sie den Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik ignoriere, bis hin zu denen, die sie

als unbrauchbar bezeichnen, da sie in der Realität die Verschmutzung nicht eliminiere, sondern sie in Flüssigkeit umwandele.

Ist Wasser die Lösung?

Der Einsatz von Wasser als zusätzlichem Kraftstoff könnte ein Trick zu sein, der aber zu einfach scheint, um tatsächlich wirkungsvoll zu sein: Es stimmt zwar, dass so weniger Kraftstoff verbraucht wird, allerdings auf Kosten der Motorleistung, die geringer ist. Dies ist etwa so effizient, wie sanft zu beschleunigen oder den Motor nicht plötzlich zum Stillstand zu bringen. Wasser kann jedoch Benzin keinesfalls als Haupt-Kraftstoff ersetzen.

Andere behaupten, Petones Theorie sei im Prinzip teilweise wirksam, nicht aber ihre Umsetzung. BMW forscht zum Beispiel an einem Hybrid-Modell, das auf demselben Prinzip beruht und bis zu 80% Kraftstoff einsparen soll. Trotzdem schlechte Nachrichten: Der TurboSteamer, wie er getauft wurde, wird wohl noch 10 Jahre brauchen, um auf den Markt zu kommen.

Die Geschichte von Pantone hört aber hier nicht auf. 2002 wurde er des Betrugs als schuldig befunden. Dies war das erste aus einer Serie von verworrenen Gerichtsverfahren: Die auf den Verkauf wundersamer Energiegewinnungslösungen spezialisierte und bekanntermaßen

pseudo-wissenschaftliche Firma Better World Technologies begann mit der Vermarktung von Pantones Motor. Die Firma brachte vor, das Patent erworben zu haben, was Pantone aber immer verneinte.

Vollkommen verrückt?

Paul Pantone, büßt, nachdem er sich für viele der ihm zur Last gelegten Vorwürfe für schuldig bekannt hatte, seit 2005 eine Haftstrafe ab. Heute befindet er sich in der psychiatrischen Anstalt von Provo, Utah.

Aber wer brachte das Wasserauto nun wirklich um? Für die Anhänger der Verschwörungstheorien ist der Fall klar: Pantone ist ein Opfer eines düsteren Plans multinationaler Firmen, politischer Interessen und wahrscheinlich der CIA. Für die Skeptiker ist der Fall gelöst: Es gab nie ein Verbrechen. Denn das Opfer, das Wasser-Auto, hat nie wirklich existiert.