Sorbet 'Cojones'

Artikel veröffentlicht am 8. Februar 2008
Artikel veröffentlicht am 8. Februar 2008

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Europa ist die Heimat der Nouvelle Cuisine. Hier haben sich junge Generationen von Küchenchefs am stärksten darum bemüht, den Gaumen ihrer Tischgäste immer von Neuem zu verwöhnen und die avantgardistischen Produkte ihre Herde in die Welt zu tragen. Dennoch stammt die Mehrheit der Zutaten, die wir in unseren Küchen verwenden, ursprünglich nicht von unserem Kontinent. Es ist sogar so, dass typische Nationalgerichte und Essgewohnheiten ohne Fremdeinflüsse gar nicht existieren würden.

Gäbe es ohne Tomaten eine Pizza Napolitana oder die Gazpacho? Gäbe es ohne Kartoffeln das berühmte Irish Stew oder das französische Hachis Parmentier? Wie viel Geld würden die Belgier wohl noch verdienen, wenn sie ihre Trüffel und Pralinen plötzlich ohne Kakao herstellen müssten? Wäre es das Gleiche an der Bar zu stehen, ohne die unvermeidlichen Erdnüsse zum Bier? Würden wir nicht die Guacamole vermissen, in die wir bei jeder Party genüsslich unsere Nachos tunken?

Auch wenn der Allgemeinheit nicht bewusst: Es ist bewiesen, dass die fünf oben genannten Lebensmittel aus Lateinamerika stammen. Mit ihnen haben wir vor Jahrhunderten ihre Namen inklusive Wortstamm aus dem 'Nahuátl', der Eingeborenensprache Mexikos übernommen. Oft enden die Namen auf atl, was sich in vielen europäischen Sprachen zu 'ate', 'at', 'ata' oder 'ato/ado' (wie in 'patata') weiterentwickelt hat. Nur ein berühmtes Beispiel: das Wort 'Avocado' stammt auch aus der Nahuátl-Sprache und bedeutet wortwörtlich 'Hoden' in visueller Anlehnung an die Form der an Bäumen hängenden Früchte.

Die zeitgenösssischen europäischen Chefköche haben den amerikanischen Kontinent schon abgegrast und bedienen sich der Kochtraditionen anderer Kulturen, um die Küche der Avantgarde neu zu erfinden. So hebt denn auch der katalanische Meisterkoch Ferrán Adriá stets hervor, dass "die Zukunft der europäischen Küche in Südostasien liegt". Wer weiß, vielleicht essen unsere Kinder eines Tages Chop Suey auf Basis von Sauerkraut und Eisbein!

Sie: "Wie Schade, das Avocado-Sorbet ist aus."

Er: "(Räusper) Vielleicht nicht mehr ganz die Saison dafür."

Illustration: María Luque

Avocadosorbet: ein einfaches, aber erlesenes Dessert in 10 Minuten

700g Avocados, 5cl Zitronensaft, 30cl Wasser und 200g Puderzucker.

Die Avocados halbieren, entsteinen und schälen. In Würfel schneiden und pürieren.

Die Masse sollte in etwa 350 Gramm ergeben. Das Püree in eine Rührschüssel geben und sofort mit Zitronensaft beträufeln, damit die Masse nicht braun wird.

Den Puderzucker in kochendem Wasser auflösen und den entstandenen Sirup abkühlen lassen.

Danach das Püree hinzugeben und ins Gefrierfach geben.

Das Sorbet in passenden Dessertschalen servieren.