Shau mir in die Augen, Kleiner (Here’s looking at you, Boy)

Artikel veröffentlicht am 8. November 2007
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Artikel veröffentlicht am 8. November 2007
Deutschland, 2007 Dokumentarfilm : André Schäfer Regie Bei dem Film handelt es sich um einen Dokumentarfilm über die Geschichte des schwul-lesbischen Kinos weltweit, aber mit besonderem Augenmerk auf deutsche Produktionen.

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Die Analyse beginnt mit den Filmen aus den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts, die als Standartwerke einer Befreiungsbewegung galten und illegale Filmsäle in einen Treffpunkt und einen Ort der Freiheit verwandelten. Die Atomisierung dieser Orte, in denen man diese Filme sehen konnte, war natürlich ein Problem für diejenigen, eine berechtigte Sorge, die befürchteten gesehen zu werden und sofort mit Homosexualität in Verbindung gebracht zu werden, was ihnen ernsthafte Probleme bereiten könnte. Von damals bis heute, so sagen es die Regisseure selbst, musste das homosexuelle Kino immer kämpfen, um neue Ziele zu erreichen, wie z.B. den Menschen erklären, dass homosexuelle Partnerschaften normal sind oder dass es verschiedene Familientypen gibt. Dies gilt bereits seit den Filmen, wie „The Consequence“ oder vielen anderen, aktuelleren Filmen von „Brokeback Mountain“ oder Projekte der Regisseure Almodóvar oder Gus van Sant und ihre jeweiligen Filme „Das Gesetz der Begierde“ und „Elephant“. Der Dokumentarfilm verbindet Filmsequenzen aus dem schwulen Kino (oder „Queer-Cinema“, wie es mittlerweile genannt wird und was bedeutet, das man es nicht determinieren kann) aus allen Zeiten mit Erklärungen von Regisseuren sowie Darstellern und Darstellerinnen. Vermutlich ist eine Sache, die größte Aufmerksamkeit erregt, die deutliche Differenz zwischen der großen Anzahl männlicher Regisseure gegenüber der geringen Anzahl weiblicher Filmemacher. Diese Beobachtung ist nicht nur speziell für das schwule- und lesbische Kino zu machen, sondern lässt sich auf die Filmproduktion im Allgemeinen anwenden. Ein weiteres Thema, das im Film behandelt wird, ist das Thema Aids, das ein häufiges Problem bei Personen war, die in den siebziger Jahren homosexuelle Beziehungen hatten und Aids noch als eine Art Strafe der Gesellschaft schien für die „Perversion“ jener Personen, die ihre Liebe befreiten. In meinen Augen hat der Film wenig ästhetischen Wert, obwohl es ein interessanter Dokumentarfilm ist für diejenigen, die sich informieren möchten und sich der Welt der Produktion des schwulen- und lesbischen Kinos annähern wollen, da in der Dokumentation viele dieser Filme genannt werden.

Sara Domínguez Martín

Übersetzt von

Björn Gillmann