Sechs Botschafter für spanische Genialität auf der Internationalen Messe für Erfindungen in Genf

Artikel veröffentlicht am 22. April 2015
Artikel veröffentlicht am 22. April 2015

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“Ratlosigkeit und Unzufriedenheit sind die ersten Vorbedingungen des Fortschritts”, dieses Zitat von Thomas Alva Edison umschreibt die Grenzenlosigkeit des menschlichen Erfindertums. Im Zeichen der Erfindungen fanden sich mehr als 700 Aussteller aus 45 Ländern zwischen dem 15. und 19. April zusammen, darunter auch sechs spanische. 

Die 43. Internationale Messe für Erfindungen in Genf wurde in dieser Woche für mehr als 62.000 Besucher zum Zentrum für Scharfsinn, Illusionen und Überzeugungskraft.

An dem Veranstaltungsort nahe des Genfer Flughafens stoßen wir auf unterschiedlichste Beispiele für Einfallsreichtum. Herausragend sind ein Australier, der die Effizienz des klassischen Fahrrads wesentlich verbessern möchte (Flying Saucer); die Universität Białystok (Polen), die eine neue Methode für eine nicht-invasive pränatale Diagnostik des Down-Syndroms vorstellt, oder auch die Point to Point Mattress Methode des chinesischen Unternehmens DPM, welches Matratzen und Kissen entwirft, die eine optimale Erholung garantieren, abgestimmt auf die jeweilige Anatomie der Kunden.

Unbeeindruckt von den Misstrauen erweckenden Nachrichten über ihr Heimatland, die weltweit zu sehen sind, wurde allen unseren sechs Teams einer der 52 Sonderpreise von der Organisation verliehen. Wir wollen diese edlen und scharfsinnigen Genies nun nacheinander kennenlernen.

Die spanischen Teilnehmer

CSR (Cuchilla Sin Retroceso para cortacésped, Rücklauffreie Klingen für Rasenmäher): Miguel Domínguez de Vidaurreta ist Tischler und Schmied und dazu begeistert von der Optimierung von Werkzeugen für die Feldarbeit. Die entwickelten Klingen verhindern, im Gegensatz zu den herkömmlichen, das Blockieren und Anhalten der Maschine, funktionieren auch unter ungünstigen Bedingungen wie hohem, dichtem oder nassem Gras, sparen Zeit und Kraftstoff (Benzin) und verringern den Schadstoffausstoß um etwa die Hälfte, verglichen mit anderen Geräten.

Der Erfinder sagt, dass es sehr wichtig sei sich an seine Anleitung zum Schärfen der Klingen zu halten, nur dadurch könne eine lange Lebensdauer gewährleistet werden. Bei der Messe wurde Domínguez mit der Goldmedaille ausgezeichnet. Kontakt: lextim63@gmail.com

Cycling & Safety: Carles Vila ist begeisterter Radfahrer und beobachtet seit Jahren die fehlende Aufmerksamkeit, die Fahrrad-Liebhabern im Verkehr geschenkt wird. Entgegenwirken möchte er dem mit einem Sicherheitssystem für Radfahrer im Straßenverkehr. Dieses System besteht aus zwei einfachen elektronischen Geräten, die von der Größe in etwa so groß sind wie ein Fahrradcomputer oder eine Streichholzschachtel.

In einem Umkreis von 250 Metern auf gerader Strecke wird der Autofahrer auf den Radfahrer aufmerksam gemacht, indem auf beiden Geräten, im Auto und am Fahrrad, ein Pfeifen ertönt und eine LED Lampe zu blinken beginnt. Die letzten erfassten Daten aus dem Jahr 2013 zeigen, dass es allein in Spanien 3.700 Verkehrsunfälle mit Radfahrern gab, bei denen 70 Personen zu Tode kamen. Für Carles ist das Radfahren eine körperliche und geistige Therapie, nachdem er durch eine schwere gesundheitliche Phase gehen musste. Er will mit seiner Erfindung das Geschenk des Lebens schützen. Vila wurden die Bronzemedaille und das Diplom Inventarium Science auf der Messe verliehen.  Kontakt: carlesvila1@hotmail.com

Easy Door System: Yeray Suárez kommt von den Kanaren und seine Herkunft ist von entscheidender Bedeutung um die Ursache seiner Erfindung verstehen zu können. Es handelt sich hierbei um Türen, die für Fertig-Möbel entworfen wurden und deren einfache Montage mit Scharnieren ohne Schrauben funktioniert. Es gibt vier Öffnungsmöglichkeiten, bei denen sich die Haken der Türen mühelos an allen vier Seiten des Rahmens befestigen oder von ihm lösen lassen, da sie mit doppelseitigem Klebeband und nicht mit Schrauben befestigt sind.

Sowohl die Scharniere als auch die Türen können aus verschiedenen sehr leichten Materialien hergestellt werden (normalerweise aus Kunststoff und Edelholz) und sind sowohl bei der Lagerung als auch beim Transport sehr platzsparend, was für die Inselbewohner sehr wichtig ist bei dem Umzug zwischen dem Festland und den Inseln. Suárez erhielt den García Cabrerizo Preis für Spanische Erfindungen und die Goldmedaille der Messe. Kontakt: info@milukadoors.com

Logicpalet (zusammenklappbare Paletten): José Luis Marconel und Tomás García haben bereits viel Erfahrung im Verpackungssektor sammeln können und durch Gespräche mit ihren Kunden wurden sie auf die logistischen Probleme bei der Wiederverwertung dieser Verpackungen aufmerksam gemacht. Ihre Paletten sind nicht nur zusammenklappbar, sondern auch viel leichter zu transportieren, da sie platzsparend in die Transportfahrzeuge eingeladen werden können.

Das Produkt ist in allen Ausführungen (Plastik, Holz und Metall) abwaschbar und zudem umweltfreundlich, da es aus recyceltem Plastik hergestellt wird. Marconel und García wurden mit dem Preis des spanischen Patent- und Markenamtes für die beste spanische Erfindung 2015, sowie die Goldmedaille der Messe ausgezeichnet. Kontakt: marconel@avantpack.es

Tragbarer und klappbarer Grill: Tomás Mentxaca ist Koch und sein Partner Paco Montserrat ist Schmied. Ihnen fiel auf, dass es auf dem Markt bisher kein leicht tragbares Gerät wie ihres gab, um es für Kochkurse zu benutzen oder auch um mehr Kunden für diese Art von Restaurant-Service unter freiem Himmel zu gewinnen.

Die Hauptmerkmale ihrer Erfindung sind die folgenden: man kann auf Kohlen und/oder auf dem Grillrost alle Arten von Lebensmitteln gleichzeitig zubereiten, sie ist komplett zerlegbar und ohne Schrauben gebaut, sondern funktioniert durch einrasten. Ein weiterer Aspekt der Erfindung ist das hängende Grillrost, über dem bis zu 15 Hähnchen aufgehängt werden können. Mentxaca und Montserrat haben die Bronzemedaille erhalten. Kontakt: info@frankandthomas.com

Tragasol: eine multifunktionale Sonnenblende fürs Auto: Inés Martín Durán und Juan Fajardo haben bereits viele Stunden auf der Autobahn verbracht, stets gefährlichen Sonnenstrahlen ausgesetzt, und machten aus der Not eine Tugend.

Tragasol ist eine multifunktionale Sonnenblende mit ausklappbaren Elementen, die während der Fahrt davor schützen, dass man von der Sonne geblendet wird, und zwar aus allen möglichen Richtungen, wodurch dem Fahrer in keinem Moment die Sicht versperrt wird. Martín Durán und Fajardo erhielten die Silbermedaille der Messe. Kontakt: jmfajardo@us.es 

Kosten und institutionelle Unterstützung

Das spanische Patent- und Markenamt (OEPM) hat über das Büro von García Cabrerizo den Kontakt zwischen unseren Erfindern und der Genfer Messe hergestellt. José Luis de Castro ist für die Rechtsberatung des Büros zuständig und versichert, dass 100 % der Teilnahmekosten für diese Erfindermesse von einem Unternehmer getragen werden, der seine Anwesenheit in den meisten Fällen als Investition in die Zukunft betrachtet.

Was die letzten Jahre angeht, hat sich die Zahl der spanischen Investoren um die Hälfte reduziert, etwas, das Coro Gutiérrez, Funktionär beim Patent- und Markenamt, auf die Krise zurückführt, da für jeden Stand eine Anzahlung von 2.500 € vorausgesetzt wird und dies außer den Wänden und dem Boden keine Extras wie W-LAN, Strom oder spezielles Mobiliar beinhaltet. Dennoch lohnt es sich das Risiko einzugehen. Laut Statistiken vergangener Messen gehen bei 40 % der Anmeldungen Handels- und Herstellungsverträge hervor durch Kontakte, die bei dieser Veranstaltung geknüpft wurden.

Die Anreise zur Messe ist ein Aufwand, den die Erfinder auch selbst tragen müssen. Keiner der spanischen Teilnehmer dieser 43. Ausgabe hat Beihilfen erhalten, weder Geld- noch Sachmittel, außer Miguel Domínguez de Vidaurreta, der vom Industrieministerium 2.000 € bekommen hat. Das Patent- und Markenamt kündigt an, dass in diesem Jahr bis zu 90% der nationalen und internationalen Patentkosten der Projekte, die 2014 registriert wurden, subventioniert werden können. Ein Durchbruch für dieses sehr engagierte Team, das sich trotz seines knappen Budgets für diese Sache einsetzt.

Bemerkungen

Bezüglich der Zollstationen zwischen Spanien und der Schweiz verweist Paro Montserrat auf deren strengen Zeitplan. Denn wenn jemand vor 09:00 Uhr in La Jonquera ankommt oder nach 17:00 Uhr in der Schweiz, muss derjenige an besagten unzeitgemäßen Grenzen warten, um den Warenverkehr zu deklarieren. Im Referendum mit "Nein" für das Schengener Abkommen zu stimmen behindert nämlich den freien Personen- und Warenverkehr, und ist außerdem langweilig.

Anmerkung: Besonderer Dank gilt meinem Vater, der mir gezeigt hat, dass uns nur die Grenzen halten, die wir uns selbst setzen. Mit vollem Einsatz.